Drei und zwanzigstes Kapitel. Ein Persischer Park ― ein Römischer Pallast und Hinrichtung des Anabdates.
1. Beim weiteren Vorrücken kam Julian an andern, nicht merkwürdigen Oertern vorbei, und gelangte hierauf zu einem Park, den man die Jagd des Königs nannte. Es war eine Mauer, die einen großen, mit mancherlei Bäumen bepflanzten Raum umgab. 2. Hier waren vielerlei Thiere eingeschlossen, die keinen Mangel an Futter S. 266 hatten, weil man es ihnen zuführte, und unter denen also der König, wenn es ihm beliebte, eine Jagd leicht anstellen konnte. 3. Als Julian dieses sahe, ließ er die Mauer an mehreren Orten niederreißen, und alsbald wurde das Wild, das floh, von den Soldaten erlegt.
4. Nicht ferne davon bemerkte er auch eine Burg, die im Römischen Style prächtig erbaut war. Sobald der Kaiser dieses erfuhr, sie sey von Römern errichtet, ließ er sie stehen, und gestattete den Tribunen nicht, daß etwas in derselben verlezt würde, aus Achtung, weil Römer, wie man sagte, ihre Baumeister waren. ― 5. Von da aus zog das Heer an einigen Oertern vorbei, und kam in eine Stadt Mediens1, Sabatha genannt. Sie ist dreißig Stadien von dem Orte entfernt, der ehemals Zochase2, izt Selevkia heißt. 6. Mit einem großen Theile des Heers lagerte sich der Kaiser in der Nähe, der ausspähende Vortrab aber nahm die Stadt mit Sturm ein. Den andern Tag umgieng Julian die Mauern der Stadt, und sahe Leichname vor den Thoren ans Kreuz geheftet. 7. Die Einwohner erzählten, es seyen Körper von einem, der beim Könige als ein Verräther einer Stadt, die, als eine Persische, der Römische Kaiser Carus einnahm, verleumdet wurde. 8. Hier wurde Anabdates, der Befehlshaber der Festung, vor Gerichte geführt. Lange hatte er das Römische S. 267 Heer herumgeführt, als ob er es zur Vollendung des Persischen Kriegs unterstützen wollte. 9. Izt aber wurde er beschuldigt, er habe den Hormisdas bei Vielen verleumdet, und ihn einen Verräther genannt, der an dem Feldzuge gegen Persien schuld sey. Der Beschuldigung überwiesen, wurde er hingerichtet.
