21.
Der Kaiser Justinian verdammte den Origenes in einem Edikt 543, weil er heidnische, manichäische, arianische Lehren verkündet habe. Der Papst Vigilius und mit ihm die ganze christliche Kirche haben ihn dann auf dem fünften allgemeinen Konzil 553 verurteilt, vgl. Diekamp, Die origen. Streitigk. im sechsten Jahrh. und das fünfte allgem. Konzil, Münster i. W. 1899. Die einzelnen Lehren des Origenes, die seine Verurteilung herbeiführten, sind aus den „Grundlehren" und aus der jetzt verlorenen Schrift „Über die Auferstehung" entnommen, vgl. meine Ausgabe der „Grundlehren", Orig. Werke V, Einleitung S. CXIX ff. Und Photius, Bibl. Cod. 117, wo fünfzehn Punkte aufgezählt werden, die man schon vor Justinian als ketzerisch bezeichnet hatte.
Als großer Lehrer von tiefster Wirkung, als gründlicher Gelehrter von unermüdlichem Fleiß, als fesselnder Prediger und redegewaltiger Kämpfer für die christliche Lehre, als überzeugter und frommer Christ, der seinen Glauben im Martyrium bewährt hat, wird Origenes in der Geschichte fortleben. Die von ihm ausgehenden Wirkungen reichen bis zur Gegenwart; seine großen Gedanken haben auch heute ihre belebende Kraft noch nicht verloren.