26.
Er folgte darin dem Pythagoras, der in Rätselsprüchen folgendermaßen lehrt: „Wenn du aus dem Eigenen weggezogen bist, so kehre nicht zurück; wenn aber, so werden dich die Erinnyen, die Helferinnen der Dike, verfolgen“; das Eigene nennt er den Leib, die Erinnyen die Leidenschaften. Wenn du also wegziehst, d. i. den Körper verlässest, so verlange nicht nach ihm; S. 162 wenn du aber nach ihm verlangst, so werden dich die Leidenschaften wieder in den Körper zwingen. Sie glauben nämlich, es gebe eine Seelenwanderung, wie auch Empedokles, pythagorisierend, behauptet. Es müssen nämlich die wohllüstigen Seelen, wie Plato1 sagt, wenn sie als Menschen keine Liebe zur Weisheit hatten, durch alle Tiere und Pflanzen hindurch wieder in einen menschlichen Leib eingehen, und, wenn sie in einem und demselben dreimal Liebe zur Weisheit geübt haben, zu einem ihnen verwandten Stern aufsteigen; wenn sie keine Liebe zur Weisheit gehabt, müssen sie in dieselben Dinge zurückkehren. Die Seele kann auch sterblich werden, wenn sie von den Erinnyen, d. i. von den Leidenschaften, überwältigt wird; wenn sie den Erinnyen, d. h. den Leidenschaften, entflieht, wird sie unsterblich.
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Phaidros 248 E ff. ↩