82.
Mit dem Priester verhält es sich nicht anders als mit dem Volke. Es scheint mir jetzt vollauf das alte Drohwort in Erfüllung zu gehen: „Der Priester ist geworden wie das Volk1.“ Die Vornehmen und Führer des Volkes sind nicht anders als die Masse. Offen führen jene Kampf mit den Priestern und bedienen sich der Kirche, S. 50 um für ihre Sache zu gewinnen. Wer um des Glaubens und der höchsten und ersten Fragen willen sich solchen Kampf gefallen lassen muß, den tadle auch ich nicht, vielmehr ― um die Wahrheit zu sagen ― lobe ich ihn und beglückwünsche ihn. Ich wünsche einer von diesen zu sein, welche für die Wahrheit streiten und ihretwegen gehaßt werden; ja ich würde mich dessen freuen. Besser ein löblicher Krieg, als ein Friede ohne Gott. Darum rüstet der Geist den Sanftmütigen zum Kampfe, daß er gut zu kämpfen verstehe.
Is. 24, 2. Osee 4, 9. ↩
