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Werke Johannes Chrysostomus (344-407) Ad populum Antiochenum homiliae I-XXI [De statuis]

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Homilies of St. John Chrysostom

3.

Who hath seen or heard of such an astonishing contest? The fighters in worldly contests, when they have battered the heads of their adversaries, are then victorious, and are crowned! But this adversary, when he had battered the body of the just man, perforating it with ulcers of every kind, and had reduced him to great weakness, was then conquered, and drew back. Even when he had pierced his ribs in every direction, he was no gainer thereby; for he spoiled him not of his hidden treasure, but he made him more conspicuous to us; and through that piercing he gave to all the privilege to look into his interior, and to discern completely the whole of his wealth! When he expected to prevail, then he withdrew with much ignominy, and never again uttered a syllable! What is the matter, O devil? For what cause withdrawest thou? Was not everything done that thou chosest? Hast thou not taken away his flocks, his herds, his droves of horses and of mules? Hast thou not also destroyed his troop of children? and battered his flesh to pieces. For what reason withdrawest thou? "Because," saith he, "every thing I chose 1 is come to pass, and yet that which I most desired should come to pass, and for which I did all those things, is not come to pass; he hath not blasphemed! For it was in order to this, continues he, that I was doing all those things; and as this is not come to pass, I am no gainer by having deprived him of his wealth; or by the destruction of his children; or by the plague inflicted upon his body; but the reverse of what I purposed hath come to pass; I have made my enemy more illustrious; I have added lustre to his reputation." Perceivest thou, O beloved, how great was the reward of tribulation? His body was fair and sound before, but it became more venerable, when pierced through and through by these wounds! And thus wool, fair as it is before the dyeing, when it becomes purple, takes an indescribable beauty, and an additional grace. But if he had not stripped him, we should not have known the good condition 2 of the victor; if he had not pierced the body with ulcers, the rays within would not have shone forth. If he had not made him sit down upon a dunghill, we should not have known his wealth. For a king sitting on a throne is not so illustrious, as this man was notable and conspicuous, whilst sitting upon his dunghill! For after the royal throne, comes death; but after that dunghill, the kingdom of heaven!


  1. eth?lesa, desired is eboulomen. See Plat. Gorg. where Socrates argues that a tyrant has no great power, since, though he can do all he chooses, ... dokei auto, he cannot attain what he wishes, ... bouletai. ↩

  2. euexian. See Hom. I. 16. ↩

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Homilien über die Bildsäulen (BKV)

3.

Sammle also das Beste und schmücke dich damit aus; denn du bist der Beherrscher der unvernünftigen Thiere; die Könige aber besitzen Alles im Überflusse, was die Unterthanen Kostbares haben, sei es Gold oder Silber, seien es Edelsteine oder prachtvolle Kleider. Zugleich bewundere den Herrn ob der Geschöpfe. Übersteigt aber unter den sicht- S. 247 baren Dingen Etwas deinen Verstand und kannst du die Ursache davon nicht ergründen, so verherrliche den Schöpfer auch darum, daß seine Weisheit in der Schöpfung deinen Begriff übersteigt. Sage nicht: Warum ist das da? Wozu ist doch das? Denn jedes Geschöpf gewährt einen Vortheil, wenn auch wir den Grund nicht begreifen. Denn gleichwie du, wenn du die Wohnung eines Arztes betrittst und viele Instrumente herumliegen siehst, die Mannigfaltigkeit derselben bewunderst, obgleich du von ihrer Verwendung keinen Begriff hast: so mache es auch in Bezug auf die Schöpfung, und siehst du viele Thiere und Kräuter und Pflanzen und andere Dinge, deren nützliche Verwendung dir unbekannt ist: so staune doch über ihre Mannigfaltigkeit und bewundere Gott, ihren Schöpfer und herrlichsten Meister, auch darum, daß er dir nicht Alles verborgen, aber auch nicht Alles geoffenbart hat. Er hat dir nicht Alles verborgen, damit du nicht sagen kannst, es gebe in der Welt keine Vorsehung; er hat dich aber auch nicht Alles wissen lassen, damit du ob der Fülle deiner Wissenschaft nicht hochmüthig werdest. Gerade dadurch hat der böse Feind den ersten Menschen gestürzt: durch die Hoffnung größerer Einsicht, beraubte ihn aber derjenigen, die er besaß. Deßwegen ermahnt auch ein Weiser und spricht: „Was über deine Kräfte geht, dem strebe nicht nach, und was dir zu hoch ist, dem forsche nicht nach; was dir (Gott) befohlen, das sollst du erwägen;”1denn die meisten seiner Werke sind noch verborgen. Und wieder: „Es sind dir schon höhere Dinge geoffenbart als die menschliche Klugheit begreift.”2 Das hat er aber gesagt, um Jene zu trösten, die eine schmerzliche Trauer empfinden, daß sie nicht Alles begreifen; denn auch das, sagt er, was dir zu wissen gegönnt ist, übersteigt schon weit deinen Verstand; du verdankst nämlich deine Wissenschaft nicht deiner Erfindung, sondern bist von Gott belehrt worden. Sei also zufrieden mit dem erhaltenen Reichthum und erstrebe S. 248 nicht mehr, sondern danke für das, was du empfangen; werde nicht unwillig wegen dessen, was du nicht erlangt hast, Preise aber den Herrn für das, was du weißt. Ärgere dich nicht wegen der Dinge, von denen du keine Kenntniß besitzest, denn Beides hat Gott weise geordnet; Manches hat er verborgen, Manches aber erschlossen und so für dein Bestes gesorgt; denn es würde, wie ich schon sagte, die eine Art, Gott durch die Geschöpfe kennen zu lernen, viele Tage in Anspruch zu nehmen vermögen. Wollten wir nämlich auch nur den Bau des Menschen fleissig durchgehen, das heißt so fleissig, als es uns möglich ist, nicht als es überhaupt angeht, — denn wenn wir auch viele Gründe der Thatsachen anführen, so gibt es doch noch andere geheime Ursachen, die nur Gott dem Schöpfer bekannt sind: denn wir selber kennen nicht alle, — wollten wir also den ganzen Bau des Menschen durchgehen und die Weisheit an jeglichem Gliede, die Verzweigung und Lage der Nerven, der Blut- und Pulsadern und aller andern Theile betrachten: so würde uns ein ganzes Jahr nicht genügen, Dieß zu erklären. Wir wollen also hier diese Rede beschließen und den achtsamen und lernbegierigen Herzen Gelegenheit geben, auch die übrigen Theile der Schöpfung so zu durchgehen. Wenden wir uns also in unserm Vortrage zu einem andern Satz, der auch einen Beweis der göttlichen Vorsicht enthält. Welches ist nun dieser andere Satz? „Als Gott im Anfang den Menschen erschuf, hat er ihm das natürliche Gesetz eingepflanzt.” Was ist nun wohl dieses natürliche Gesetz? Er hat uns das Gewissen gegeben und eine angeborne Erkenntniß des Guten und Bösen verliehen; denn wir brauchen es nicht erst zu lernen, daß die Hurerei etwas Böses und die Keuschheit etwas Gutes sei, sondern wir wissen Dieses vom Anfange her. Und damit du einsehest, daß wir Dieses vom Anfang her wissen, hat der Gesetzgeber, als er später die (zehn) Gebote verkündete und sprach: „Du sollst nicht tödten,” 3 nicht S. 249 den Beisatz gemacht: „Denn der Todschlag ist etwas Böses,” sondern einfach gesagt: „Du sollst nicht tödten;” er hat die Sünde bloß verboten, nicht aber gelehrt (daß es Sünde sei). Warum hat er also dem Ausspruch: „Du sollst nicht tödten” nicht beigefügt, der Todschlag sei etwas Böses? Weil uns das Gewissen Dieses schon früher gelehrt hat, und weil er mit uns als Solchen redet, die das wissen und verstehen. Wenn er also von einem andern Gebote (Verbote) spricht, das uns nicht durch das Gewissen bekannt ist, so untersagt er nicht bloß, sondern fügt auch die Ursache bei. Gibt er also ein Gesetz über den Sabhat und spricht: „Am siebenten Tage aber sollst du kein Werk thun,“ so setzt er die Ursache bei, warum wir nicht arbeiten sollen: „Weil Gott am siebten Tage ruhte von all seinen Werken, die er zu machen begonnen;”4und wieder: „Weil du in Ägypten Knechtesdienste gethan hast.” 5Sage mir, warum hat er denn in Bezug auf den Sabhat den Grund angegeben, aber in Bezug auf den Todschlag das nicht gethan? Weil dieses Gebot nicht zu den vornehmsten und nicht zu denjenigen zählt, die wir schon durch das Gewissen erkennen, sondern ein besonderes und zeitweiliges ist, weßhalb es später beseitiget wurde. Die nothwendigen und unser Leben umfassenden Gebote aber sind diese: Du sollst nicht tödten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen! Deßhalb gibt Gott bei diesen nirgends den Grund an, fügt keine Belehrung hinzu, sondern begnügt sich mit dem bloßen Verbote.


  1. Sprüchw. 3, 22. ↩

  2. Ebend. V. 25. ↩

  3. Exod. 20, 13; Matth. 5, 21. ↩

  4. Exod. 20, 10. ↩

  5. Deut. 24, 18. ↩

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Homilien über die Bildsäulen (BKV)
Homilies of St. John Chrysostom
Kommentare zu diesem Werk
Einleitung in die Säulenhomilien
Preface to the Benedictine Edition of the Homilies on the Statues

Inhaltsangabe

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