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Homilies of St. John Chrysostom
6.
But grant me, saith one, to be like Paul, and I shall never be afraid of death. Why, what is it that forbids thee, O man, to become like Paul? Was he not a poor man? Was he not a tent maker? Was he not a man of humble position? For if he had been rich and high born, the poor, when called upon to imitate his zeal, would have had their poverty to plead; but now thou canst say nothing of this sort. For this man was one who exercised a manual art, and supported himself too by his daily labours. And thou, indeed, from the first hast inherited true religion from thy fathers; and from thy earliest age hast been nourished in the study of the sacred writings; but he was "a blasphemer, and a persecutor, and injurious," 1 and ravaged the Church! Nevertheless, he so changed all at once, as to surpass all in the vehemence of his zeal, and he cries out, saying, "Be ye imitators of me, even as I also am of Christ." 2 He imitated the Lord; and wilt not thou who hast been educated in piety from the first, imitate a fellow-servant; one who by conversion was brought to the faith at a later period of life? Knowest thou not, that they who are in sins are dead whilst they live; and that they who live 3 in righteousness, although they be dead, yet they live? 4 And this is not my word. It is the declaration of Christ speaking to Martha, "He that believeth in me though he were dead yet shall he live." 5 Is our doctrine, indeed, a fable? If thou art a Christian, believe in Christ; if thou believest in Christ, shew me thy faith by thy works. 6 But how mayest thou shew this? By thy contempt of death: for in this we differ from the unbelievers. They may well fear death; since they have no hope of a resurrection. But thou, who art travelling toward better things, and hast the opportunity of meditating on the hope of the future; what excuse hast thou, if whilst assured of a resurrection, thou are yet at the same time as fearful of death, as those who believe not the resurrection?
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Homilien über die Bildsäulen (BKV)
6.
Ich will also heute wieder über das Schwören zu euch sprechen; ich schäme mich aber. Mir zwar ist es nicht schwer, euch Tag und Nacht Dasselbe zu sagen, aber ich fürchte, euch zu zeigen, wie verdammlich eure Lässigkeit ist, da ich euch so viele Tage nach einander ermahnt und ihr bei S. 256 einem so leichten Geschäft noch einer fortwährenden Ermahnung bedürft. Ja ich schäme mich nicht nur, sondern ich bin für euch auch in Sorgen; denn, ein anhaltender Unterricht ist wohl für die Achtsamen heilsam und nützlich, für die Trägen und Lässigen aber verderblich und schädlich. Denn je öfter Jemand (das Wort Gottes) anhört, desto größere Rache wird er sich zuziehen, wenn er nicht thut, was die Prediger sagen. Diesen Verweis gab Gott auch den Juden mit den Worten: „Ich habe meine Propheten gesandt, da ich früh aufstund und sie schickte, und ihr habt sie auch so nicht gehört.”1 Wir thun das aus großer Sorgfalt für euch, allein wir befürchten, daß diese Ermahnung, daß dieser Rath an jenem furchtbaren Tage wider euch alle Zeugniß ablegen wird. Denn da diese Tugend so leicht ist und der beständige Mahner nicht fehlt: was werden wir zu unserer Entschuldigung sagen? Welche Ausrede wird uns der Strafe entreissen? Denn sage mir, wenn du Jemandem Geld auf Zinsen geliehen und dir etwa der Schuldner begegnet, mahnst du ihn da nicht immer an das geliehene Geld? Das thu' auch du, und ein Jeder bilde sich ein, daß ihm sein Nächster Geld d. h. die Erfüllung dieses Gebotes schuldig sei, und begegnet er ihm, so soll er ihn an die Zahlung erinnern, da er ja weiß, daß uns keine kleine Gefahr bevorsteht, wenn wir uns um die Brüder nicht kümmern. Auch ich höre darum nicht auf, Dasselbe zu sagen; denn ich fürchte an jenem Tage zu hören: „Du boshafter und fauler Knecht, du hättest mein Geld an die Wechsler abgeben sollen.” 2 Siehe, ich habe es gethan, nicht einmal, nicht zweimal, sondern oft; nun ist es an euch, die Zinsen zu zahlen; der Zins aber besteht darin, daß wir das, wozu wir ermahnt werden, werkthätig üben; denn es gehört dem Herrn, was ausgelegt wird. Gehen wir also mit dem Anvertrauten nicht gleichgiltig um, sondern halten wir es sorgfältig zusammen, damit wir es an jenem Tage S. 257 mit reichem Gewinne zurückgeben können. Denn wenn du nicht Andere antreibst, eben diese Pflicht zu erfüllen, so wirst du jenen Ausspruch vernehmen, den Jener, der sein Talent vergraben, vernahm. Möge es aber ja nicht geschehen, daß ihr diesen vernehmet, sondern jenen andern, den Christus Demjenigen, der fleißig gewuchert, mit den Worten zuruft: „Ei du guter und getreuer Knecht, über Weniges bist du treu gewesen, über Vieles will ich dich setzen.” 3Diesen Ausspruch aber werden wir hören, wenn wir denselben Eifer, wie dieser, beweisen; denselben Eifer aber werden wir zeigen, wenn wir das, was ich sage, thun werden. Wenn ihr, noch erwärmt von der Anhörung (des göttlichen Wortes) diese Stätte verlasset, so ermahnt euch doch unter einander, und gleichwie ihr euch alle bei der Trennung noch grüßet, so gehe auch Jeder mit einer Ermahnung nach Hause und sage zu seinem Nächsten: Siehe und denke daran, wie du dieses Gebot zu erfüllen vermögest; so werden wir vollkommen siegen. Denn wenn dich die Freunde mit diesem Rathe entlassen; wenn dir bei deiner Ankunft zu Hause dein Weib dieselbe Ermahnung ertheilt, und wenn euch in der Einsamkeit meine Rede in Zaum hält: so werden wir bald diese böse Gewohnheit entfernen. Ich weiß wohl, daß ihr euch verwundert, warum ich mich über dieses Gebot so gewaltig ereifere; erfüllt nur den Auftrag zuerst, dann will ichs euch sagen. Einstweilen will ich nur Dieses bemerken, daß dieses Gebot eine göttliche Satzung und die Übertretung desselben nicht ohne Gefahr ist. Sobald ich aber sehe, daß dasselbe erfüllt ist, will ich euch auch eine zweite ebenso wichtige Ursache nennen, damit ihr begreifet, daß ich bezüglich dieses Gebotes mit Recht einen solchen Eifer verwende. Nun aber ist's an der Zeit, die Rede mit einem Gebete zu schließen. Lasset uns also alle einmüthig rufen: „O Gott, der du nicht den Tod des Sünders willst, sondern daß er sich bekehre und lebe, mache uns würdig, daß wir nach Er- S. 258 füllung dieses und aller andern Gebote mit großer Zuversicht vor den Richterstuhl deines Gesalbten hintreten und in deinem Reiche zu deiner Herrlichkeit kommen; denn dir sammt deinem eingebornen Sohne und dem heiligen Geiste gebührt Ehre jetzt und allzeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen!” —