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Homilies of St. John Chrysostom
7.
Let us, therefore, not despond, nor give ourselves up by reason of our distress; but let us wait, expecting a favourable issue; and let us give heed to the things that are now about to be spoken. For it is my purpose to discourse to you again to day respecting contempt for death. I said to you, yesterday, that we are afraid of death, not because he is really formidable; but because the love of the kingdom hath not kindled us, nor the fear of hell laid hold of us; and because besides this we have not a good conscience. Are you desirous that I should speak of a fourth reason for this unseasonable distress, one which is not less, 1 and truer than the rest? We do not live with the austerity that becometh Christians. On the contrary, we love to follow this voluptuous and dissolute and indolent life; therefore also it is but natural that we cleave to present things; since if we spent this life in fastings, vigils, and poverty of diet, cutting off all our extravagant desires; setting a restraint upon our pleasures; undergoing the toils of virtue; keeping the body under 2 like Paul, and bringing it into subjection; not "making provision for the lusts of the flesh;" 3 and pursuing the strait and narrow way, we should soon be earnestly desirous of future things, and eager to be delivered from our present labours. And to prove that what I say is not untrue, ascend to the tops of the mountains, and observe the monks who are there; some in sackcloth; some in bonds; some in fastings; some shut up 4 in darkness. Thou wilt then perceive, that all these are earnestly desiring death, and calling it rest. For even as the pugilist is eager to leave the stadium, in order that he may be freed from wounds; and the wrestler longs for the theatre to break up, that he may be released from his toils; so also he who by the aid of virtue leads a life of austerity, and mortification, earnestly longs for death in order that he may be freed from his present labours, and may be able to have full assurance in regard to the crowns laid up in store, by arriving in the still harbour, and migrating to the place where there is no further apprehension of shipwreck. Therefore, also, hath God provided for us a life that is naturally laborious and troublesome; to the end that being here urged by tribulation, we may conceive an eager longing for future blessings; for if now, whilst there are so many sorrows, and dangers, and fears, and anxieties, surrounding us on all sides, we thus cling to the present life; when should we ever be desirous of the life to come, if our present existence were altogether void of grief and misery?
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M. (and Ben. and Bas. Tr. apparently) read ouk ?latton ton prot?ron ?lethest?ran; "not less the true one than those aforesaid." This use of the comparative, however, seems unusual. ↩
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hupopi?zon, the same word as used by St. Paul, 1 Cor. ix. 27, which alludes to the bruising of the face, or the parts under the eye, in the Greek games of boxing. Some read hupopi?zon, "pressing down," as indeed do some copies of the text and commentators, and among them St. Chrysostom ad loc., but this has less authority in its favor. ↩
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Rom. xii. 14; Matt. vii. 14. ↩
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This word may perhaps belong to the whole series of penances. St. Chrysostom is not recommending such austerities at all, but urging them to imitate in some measure a life which they already honored and esteemed holy. See on Rom. xiv. 23, Hom. XXVI. fin., where he accuses them of leaving religion to monks and hermits. Also on Rom. viii. 11, Hom. XIII. Mor. Tr. p. 229. ↩
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Homilien über die Bildsäulen (BKV)
1.
Ich lobe zwar die Sorgfalt des Statthalters, daß er beim Anblick der Aufregung in der Stadt und beim Anblick, daß Alle über die Flucht sich beriethen, hieher kam, euch tröstete und euere Hoffnungen wieder belebte. Aber euretwegen schäme ich mich und erröthe, daß ihr nach den vielen und langen Predigten noch eines fremden Trostes bedurftet. Als ich hörte, wie er zu euch sprach und diese unzeitige und unvernünftige Furcht bald tröstend milderte, bald aber tadelte, da wünschte ich, daß sich die Erde mir spalte und mich verberge; denn es ziemte sich nicht, daß er euch belehre, sondern daß ihr die Lehrer für alle Ungläubigen werdet. Hat ja auch Paulus nicht gestattet, daß die Gläubigen von den Ungläubigen gerichtet werden; 1 du aber bedurftest nach einer solchen Unterweisung von Seite der Väter2 noch fremder Belehrung! Einige entlaufene Sklaven und Taugenichtse haben eine so große Stadt neuerdings in Aufregung versetzt und in die Flucht getrieben! Mit welchen Augen werden wir künftig die Ungläubigen anblicken, da wir so furchtsam und verzagt sind? Mit welchen Worten werden wir sie anreden und bewegen, bei hereinbrechenden Unglücksfällen muthvoll zu sein, da wir durch diese Angst furchtsamer als jeder Hase geworden? „Was sollen wir denn thun?” heißt es; „wir sind ja Menschen.” Gerade darum sollen wir uns S. 314 nicht einem solchen Schrecken hingeben, weil wir Menschen und nicht unvernünftige Thiere sind. Diese werden durch jeden Lärm und jedes Geräusch erschreckt; denn sie haben keine Vernunft, um die Furcht vertreiben zu können; du aber bist mit Vernunft und Einsicht geschmückt; wie verfällst du nun in ihre Gemeinheit? Kömmt Jemand mit der Nachricht daher, es seien Soldaten im Anzug? Laß dich nicht beunruhigen, sondern schicke ihn fort, beuge die Kniee, flehe zu deinem Herrn, seufze bitterlich, und er wird das Unglück abwenden. Du hörtest, es seien Soldaten im Anzug; die Nachricht war falsch, und doch glaubtest du, dein gegenwärtiges Leben sei in Gefahr; jener selige Job aber, zu dem ein Bote nach dem andern kam, der die Unglücksverkünder, die sogar den unerträglichen Verlust seiner Kinder beifügten, anhörte, wehklagte nicht, seufzte nicht, sondern wandte sich zum Gebet und dankte dem Herrn. Diesem ahme auch du nach! Kömmt Jemand und meldet, daß Kriegsleute die Stadt umringt haben und deine Habe plündern wollen, so nimm deine Zuflucht zum Herrn und sprich: „Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen; wie es dem Herrn gefallen, so ist's auch geschehen; der Name des Herrn sei gebenedeit in Ewigkeit.” 3 Ihn entsetzten nicht die wirklichen Leiden, du erzitterst schon, wenn du nur davon hörst. Welche Achtung verdienen wir wohl, wenn wir, die wir selbst dem Tode muthig entgegengehen sollen, uns schon durch ein falsches Gerücht so sehr erschüttern lassen? Das verzagte Herz fürchtet sich, wo Nichts zu fürchten ist, und entsetzt sich vor einem nicht vorhandenen Schreckbild; wer aber ein kraftvolles und ruhiges Herz hat, verscheucht selbst die wirkliche Furcht. Siehst du nicht, wie der Steuermann, wenn das Meer wüthet, die Wolken sich ballen, Blitze niederfahren, wenn Alle auf dem Schiffe in Schrecken gerathen, am Steuerruder sitzt, ohne Furcht und Zittern auf seine Kunst achtet und nur darauf bedacht ist, wie er den drohen- S. 315 den Sturm abhalten könne? Diesen ahme auch du nach; erfasse den heiligen Anker, die Hoffnung auf Gott, und bleibe unerschütterlich und unbeweglich! „Jeder, der diese meine Worte hört,” heißt es, „und sie nicht befolgt, wird einem thörichten Manne verglichen werden, der sein Haus auf den Sand gebaut hat. Und es fiel ein Regen, und es kamen die Fluthen, und es bliesen die Winde und stürmten auf jenes Haus; und es stürzte zusammen, und sein Sturz war gewaltig.” 4Siehst du, daß Fall und Sturz eine Folge der Thorheit ist? Wir aber sind nicht nur diesem Thoren ähnlich geworden, sondern sind noch elender gefallen als er. Denn sein Haus stürzte erst ein, nachdem die Fluth eingetreten, ein Regenguß herabgestürzt war und die Winde auf dasselbe gestürmt; wir aber sind gefallen, ehe Regengüsse gekommen, ehe sich Ströme ergossen, ehe Winde auf uns losgestürmt, ehe uns ein wirkliches Unglück getroffen: wir hörten nur ein Gerücht und vergaßen alle Lehren der Weisheit. Was glaubt ihr wohl, wie mir jetzt zu Muthe ist? Wie sehr ich mich schäme? Wie niedergeschlagen ich bin? Wie sehr ich erröthe? Hätten mich die Väter nicht so sehr gedrängt, so wäre ich nicht aufgestanden, hätte nicht gepredigt: mein Gemüth war verfinstert, muthlos durch euere Kleinmüthigkeit. Aber auch jetzt noch weiß ich mich nicht recht zu fassen: so sehr ist mein Herz von Unwillen und Trauer erfüllt. Denn wer sollte nicht unwillig werden, wer sollte nicht zürnen, da ihr nach einer so oftmaligen Unterweisung noch heidnischer Lehrer bedurftet, die euch aufforderten und ermahnten, die gegenwärtige Furcht muthvoll zu tragen? Bittet also, daß mir eingegeben werde, was ich reden soll, wenn ich meinen Mund aufthue, damit ich meinen Kleinmuth ablegen und mich ein wenig aufrichten kann; denn die Scham über eure Kleinmüthigkeit hat meine Seele sehr niedergebeugt.