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Werke Johannes Chrysostomus (344-407) Ad populum Antiochenum homiliae I-XXI [De statuis]

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Homilies of St. John Chrysostom

1.

Blessed be God! who hath comforted your sorrowing souls, and stayed your agitated spirits! For that ye have received no small consolation is evident by the desire and readiness to listen which ye are now showing. For it is impossible that a soul in anguish, and oppressed with the cloud of despondency, should have power to hear with readiness anything that is spoken. But I see you are attending to us with much good will, and with an intense earnestness; and that you have shaken off gloomy thoughts, and put aside the sense of present distress, in your affectionate desire of listening. For this cause, I thank God heartily together with you, that the calamity has not overmatched your philosophy; nor fear relaxed your vigour; nor tribulation quenched your alacrity; nor danger dried up your zeal: nor the fear of men overcome the desire for God; nor the difficulty of the times overthrown your earnestness; nay, so far from overthrowing, it has strengthened it; so far from slackening, it has given it more intensity; so far from quenching, has kindled it the more. The forum is indeed empty, but the church is filled; the former supplies material for melancholy, the latter is an occasion of joy and spiritual gladness! When therefore, beloved, you betake yourself to the forum, and the sight of the solitude calls forth a groan, fly back to thy Mother, and straightway she will console thee with the multitude of her offspring and will show thee the chorus of the Brethren complete, and will drive away all thy despondency! For in the city we are as earnestly longing to see human beings, as those who inhabit the deserts; but when we take refuge in the church, we are straitened for room by the multitude. And as when the sea is in uproar, and rendered furious by the violent tempest, fear compels all to fly for refuge from without into the harbour; so also now, the waves of the forum, and the tempest of the city, drives together every one from all sides into the church, and by the bond of love knits the members close to one another.

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Homilien über die Bildsäulen (BKV)

3.

Siehst du nicht, wie dieser Leib, wenn die Seele entflieht, zerfällt und verwelkt und verdirbt und jedes der Elemente zu seinem Loose zurückkehrt? Ganz Dasselbe würde wohl auch der Welt widerfahren, wäre nicht die Macht, die sie beständig regiert, vorsichtig für ihre Erhaltung besorgt. Denn wenn schon ein Schiff ohne Steuermann sich nicht zu halten vermag, sondern leichtlich versinkt: wie würde die Welt — ohne Lenker — so lange Zeit zu bestehen vermögen?” Und damit ich nicht weiter aushole: stelle dir vor, die Welt sei das Schiff, die Erde der Kiel, die Segel der Himmel, die Schiffenden seien die Menschen, das Meer sei der Abgrund der Tiefe! Wie kömmt es wohl, daß durch so lange Zeit kein Schiffbruch erfolgte? Laß ein Schiff nur einen Tag ohne Steuermann und Bootsleute, und du wirst bald seinen S. 211 Untergang sehen. Aber die Welt hat noch kein solches Schicksal erfahren, obgleich sie fünftausend und viel mehr Jahre zählt. Und wozu nenne ich ein Schiff? Es baut Jemand in den Weinbergen eine winzige Hütte; nach vollendeter Lese läßt er sie leer stehen; oft steht sie kaum ein paar Tage, sondern löst sich auf und fällt in Kürze zusammen. Eine kleine Hütte also kann nicht ohne Vorsorge bestehen; aber wie hätte ein so gewaltiger, so schöner und bewunderungswürdiger Bau, wie die Grenzen von Tag und Nacht, die wechselnden Tänze der Jahreszeiten, der Lauf der Natur, welcher auf der Erde, im Meere, in der Luft, am Himmel, in den Pflanzen, in den fliegenden, schwimmenden, gehenden und kriechenden Thieren und in dem Dieß alles übertreffenden Menschengeschlechte so verschieden und mannigfaltig sich zeigt — durch so lange Zeit ohne Vorsehung beharrlich zu bestehen vermocht? Durchgehe mir nur ausser den erwähnten Gegenständen im Geiste die Wiesen, die Gärten, die Arten der Blumen, alle Kräuter, den Nutzen derselben, den Wohlgeruch, die Bildung, die Lage, ja nur die Namen, die fruchtbaren und unfruchtbaren Bäume, das Wesen der Metalle, der Thiere im Meere, der auf der Erde, der Fische, der Vögel, die Gebirge, die Wälder, die Haine, die untere und obere Aue (denn es gibt eine Aue auf der Erde und eine am Himmel): die Gestirne sind die verschiedenen Blumen, unten die Rosen, oben der Regenbogen. Willst du, daß ich dir auch an den Vögeln eine Aue vorführe? Betrachte nur den buntgefiederten Pfau, der jede künstliche Färbung beschämt, und die purpurfarbenen Vögel! Stelle dir vor die Schönheit des Himmels, wie lange Zeit sie gedauert ohne verdunkelt zu werden; ja er schimmert in solcher Pracht, als wenn er erst heute erbaut worden wäre. Der Schooß der Erde gebiert schon durch so lange Zeit, und es ist seine Kraft doch nicht geschwunden. Betrachte die Brunnen, wie sie quellen und, seit sie entstanden, beständig fortsprudeln bei Tag und bei Nacht. Betrachte das Meer, wie viele Flusse es aufnimmt und doch seine Begrenzung nicht übelschreitet. Jedoch wie lange verfolgen wir Dinge, die wir nicht zu be- S. 212 greifen vermögen? Bezüglich aller, die wir erwähnten, können wir sagen: „Wie herrlich, o Herr, sind deine Werke! Alles hast du mit Weisheit gemacht.” 1 Aber was bringen denn die Ungläubigen Vernünftiges vor, so oft wir ihnen Dieß alles: die Größe, die Schönheit der Schöpfung, den Reichthum und den allseitigen Überfluß vorstellen? Das verdient eben am meisten getadelt zu werden, sagen sie, daß Gott die Welt so schön und so groß gemacht hat. Hätte Gott die Welt nicht schön und groß gemacht, so würden wir sie nicht vergöttern; nun aber erstaunen wir über ihre Größe, bewundern ihre Schönheit und halten sie für ein göttliches Wesen. Allein das ist eine schale Rede; denn daß weder die Größe noch die Schönheit, sondern ihre eigene Unwissenheit der Grund dieser gottlosen Anschauung sei, das beweisen ja wir, denen etwas Ähnliches nicht widerfuhr. Denn warum erweisen wohl wir derselben keine göttliche Ehre? Schauen wir sie nicht mit den nämlichen Augen? Genießen wir von der Schöpfung nicht eben Dasselbe, was sie? Besitzen wir nicht dieselbe Seele? Haben wir nicht den nämlichen Leib? Treten wir nicht auf die nämliche Erde? Warum hat denn uns die Schönheit und die Größe (der Welt) nicht bewogen, ebenso zu denken, wie sie? Das erhellt aber nicht allein daraus, sondern auch aus einem andern Grunde. Denn wenn sie die Welt ob ihrer Schönheit und nicht aus Thorheit vergöttern, so mögen sie sagen, warum sie den Affen, das Krokodil, den Hund, diese verächtlichsten Thiere anbeten. Wahrhaftig"sie wurden eitel in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ward verfinstert; denn da sie sich für Weise ausgaben, sind sie Thoren geworden.” 2Aber wir wollen uns nicht mit dieser Antwort allein begnügen, sondern auch noch etwas Anderes, Größeres sagen.


  1. Ps. 103, 24. ↩

  2. Röm. 1, 21. 22. ↩

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Übersetzungen dieses Werks
Homilien über die Bildsäulen (BKV)
Homilies of St. John Chrysostom
Kommentare zu diesem Werk
Einleitung in die Säulenhomilien
Preface to the Benedictine Edition of the Homilies on the Statues

Inhaltsangabe

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