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Kommentar zu den Briefen des hl. Paulus an die Galater (BKV)
4.
Ich sage dies nicht so nebenher, sondern wir wollen damit den Kampf einleiten und das Gefecht eröffnen gegen jene Art von Leuten, welche die Schöpfung Gottes als böse verlästern, sich zwar um die leichtfertige Seele nicht kümmern, aber gegen den Leib wüten und unser Fleisch verdächtigen.1 Auch Paulus spricht sich im folgenden darüber aus, indem er nicht das Fleisch beschuldigt, sondern die teuflische Gesinnung.2
V. 13: „Denn ihr, Brüder, wurdet zur Freiheit berufen; nur (gebraucht) nicht die Freiheit als Freibrief für das Fleisch.“
Hier scheint er nunmehr auf das Gebiet der Sittenlehre überzugehen, aber es widerfährt ihm etwas ganz Neues, was sich in keinem anderen Briefe findet. Sonst nämlich teilt er einen jeden Brief in zwei Teile und handelt im ersten Teile über die Glaubenslehren, im zweiten über die Lebensführung. Hier dagegen verfällt er zwar auf das sittliche Gebiet, mischt aber wieder Lehrhaftes darunter. Denn auch dieser Satz des Apostels ist dem Kampfe gegen die Manichäer gewidmet.3 — Was bedeutet übrigens (die Bemerkung): „nur (ge- S. 131 braucht) nicht die Freiheit als Freibrief für das Fleisch?“ Christus, so meint er, hat euch erlöst vom Joche der Knechtschaft; er hat euch freigestellt, zu tun, was ihr wollt, nicht damit wir die Freiheit zur Sünde mißbrauchen, sondern damit wir, fortschreitend zu höherer Weisheit, auch Gelegenheit zu höherem Verdienste erhielten. Weil er nämlich das Gesetz fort und fort ein Sklavenjoch nennt und einen Fluchbringer,4 konnte jemand denken, mit seiner Aufforderung, vom Gesetze abzufallen, bezwecke er ein Leben ohne Zucht und Ordnung. Diesem Verdachte begegnet er, indem er sagt: nicht daß der Wandel gegen das Gesetz sei, sondern die Weisheit über dem Gesetz. Denn gelöst sind die Fesseln des Gesetzes, und ich sage dies, nicht damit wir gemeiner, sondern damit wir hochsinniger werden. Denn der Unzüchtige und der Jungfräuliche, beide stellen sich außerhalb der Schranken des Gesetzes, aber nicht in gleicher Weise; sondern der eine steigt hernieder zum Schlechteren, der andere hinauf zum Besseren; der eine übertritt, der andere überschreitet das Gesetz. Was Paulus sagen will, ist dieses: Er5 hat das Joch von euch gelöst, nicht damit ihr mutwillig euch bäumet und ausschlaget, sondern damit ihr auch ohne das Joch schön im Geleise bleibet. — Sodann zeigt er auch ein Mittel, wie sich dies mit Leichtigkeit einrichten lasse. Was ist das nun für ein Mittel?
„Dienet vielmehr einander in Liebe!“
Hier gibt er aufs neue zu verstehen, daß Streitsucht, Herrschsucht, Störrigkeit und Übermut an ihrem Fehltritte die Schuld tragen; denn die Sucht, zu herrschen, ist die Mutter der Ketzereien. Durch die Worte nämlich: „dienet einander“ deutete er an, daß jenes Übel von Übermut und Eigendünkel seinen Ursprung nahm; des- S. 132 verschreibt er dementsprechend das Heilmittel. Da ihr durch die Sucht, einander zu beherrschen, gespalten wurdet, so dienet einander; so werdet ihr wiederum geeinigt werden. Doch nennt er die Sünde nicht offen, bringt aber offen die Zurechtweisung, damit sie aus dieser jene erkennten. So als wenn man einem Schwelger zwar nicht sagte, daß er schwelgt, ihn aber immerdar ermahnte, nüchtern zu sein. Denn wer seinen Nächsten liebt, wie er soll, schlägt keinen Dienst aus, und wäre es der niederste Sklavendienst. Wie das Wachs vom Feuer, das es berührt, leicht zum Schmelzen gebracht wird, so, und noch kräftiger als Feuer, löst die Glut der Liebe jeden Dünkel und jede Anmaßung. Deshalb sagt er nicht einfach: „liebet einander“, sondern: „dienet“, indem er so die Stärke der Liebe zum Ausdruck bringt. Damit sie nämlich nicht ausarteten, nachdem er das Joch des Gesetzes hinweggenommen, legt er ihnen ein anderes Joch auf, das der Liebe, wirksamer als jenes und doch leichter und um vieles angenehmer. Hierauf verkündet er dessen Lob und sagt:
V. 14: „Denn das ganze Gesetz wird in dem einen Gebote erfüllt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ 6
Weil sie nämlich das Lob des Gesetzes in allen Tonarten sangen, spricht er: Gerade wenn du es erfüllen willst, lasse dich nicht beschneiden; denn nicht durch die Beschneidung wird es erfüllt, sondern durch die Liebe. Sieh, wie er seines Schmerzes nicht vergißt, sondern beständig die Wunde zeigt, auch wo er auf die Sittenlehre übergegangen ist!
V. 15: „Wenn ihr aber einander beißet und fresset, sehet zu, daß ihr einander nicht gegenseitig aufreibt.“
Um ja nicht zu verletzen, drückt er sich unentschieden aus; und obwohl er weiß, daß es wirklich geschehen, läßt er die Sache doch im Zweifel. Er schreibt nicht: S. 133 weil ihr einander beißet. Und gleicherweise das Folgende; denn auch da wieder erklärt er nicht: ihr werdet voneinander wechselseitig aufgerieben, sondern: „sehet zu, daß ihr einander nicht gegenseitig aufreibt;“7 was ein Ausdruck der Besorgnis ist und des Bemühens, sich ihrer Person zu versichern, nicht der Verdammung. Auch redete er mit großem Nachdruck. Denn er sagt nicht einfach: „(wenn) ihr beißet“, was für innere Erregtheit, sondern fügt bei: „und auffresset“, was für Verhärtung im Bösen spricht. Einer nämlich, der zubeißt, hat damit seine Wut gestillt; wer aber noch frißt, legt wahrhaft tierische Roheit an den Tag. Das „Beißen“ und „Auffressen“ nimmt er natürlich nicht im leiblichen, sondern in einem weit bösartigeren Sinn. Denn wer Menschenfleisch verzehrt, schadet nicht in dem Maße wie einer, der seine Zähne in die Seele gräbt. Dieser Schaden ist um so viel ärger als jener, um wieviel die Seele mehr wert ist als der Leib. — „Sehet zu, daß ihr einander nicht gegenseitig aufreibt.“ Weil nämlich ihre hinterlistigen Feinde in der Absicht kommen, auf fremde Kosten zu leben, deshalb spricht er: sehet zu, daß ihr nicht die Zeche bezahlen müßt. Denn Streit und Zwietracht bringt fressendes Verderben über die Opfer wie über die Anstifter und zerstört alles gründlicher als Knochenfraß.
V. 16: „Ich sage aber: wandelt im Geiste, dann werdet ihr gewiß nicht des Fleisches Begehren vollbringen.“
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Vgl. die Erklärung zu V. 17 und 19 dieses Kapitels. ↩
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V. 16 f. ↩
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Nicht formell, aber inhaltlich. ↩
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Die durch einen Kodex bezeugte Lesart κατάρας ἐπαγωγήν verdient den Vorzug. ↩
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Christus. ↩
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Lev. 19, 18; vgl. Matth. 22, 39 f. ↩
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Die Stelle ist offenbar verstümmelt. Der ursprüngliche Text scheint gelautet zu haben: ἀπεφήνατο ὅτι ὑπὸ ἀλλήλων ἀναλωθήσεθε, ἀλλὰ βλέπετε μὴ ὑπὸ ἀλλήλων ἀναλωθῆτε. ↩
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Commentaire sur l'épître aux Galates
4.
Ce n'est point sans intention que nous avons parlé ainsi: c'est une première lutte, une première escarmouche contre ceux qui prétendent que la création de Dieu est mauvaise, et qui négligent les faiblesses de l'âme pour s'emporter, comme des foux furieux, contre le corps, et calomnier la chair. A ce sujet l'apôtre Paul prononce ensuite d'autres paroles, non pour accuser la chair, mais les suggestions du diable.
« Car vous êtes appelés, mes frères, à un état de liberté; ayez soin seulement que cette liberté ne vous serve pas d'occasion pour vivre selon la chair (13) ». A partir d'ici il semble ne vouloir parler que de la morale; il y a dans cette épître quelque chose de particulier et qu'on ne retrouve dans aucune autre du même apôtre. Il partage toutes ses épîtres en deux parties: la première consacrée à l'explication du dogme, la dernière à des conseils sur la vie que doivent mener les fidèles; tandis que maintenant, après avoir eu occasion de parler de la morale, il revient de nouveau à l'explication du dogme. Ces deux choses se tiennent, quand on veut réfuter les Manichéens. Que signifient ces mots : « Ayez soin seulement que cette liberté ne vous serve pas d'occasion pour vivre selon la chair? » Jésus-Christ, dit-il , nous a délivrés du joug de l'esclavage, il nous a rendu la pleine liberté de nos actions, non pour que nous en abusions, mais pour que nous puissions mériter une plus belle récompense, en nous conformant aux préceptes d'une philosophie plus belle. Comme il lui est arrivé en maintes circonstances de dire que la loi est le joug de l'esclavage, et que la grâce est ce qui nous a délivrés de la malédiction, il ne veut pas qu'on aille croire que, s'il nous recommande de renoncer à la loi , c'est pour nous permettre de vivre sans loi aucune, et il rectifie cette opinion erronée en disant : Ce n'est pas un corps de doctrines contraires à toute loi, mais une philosophie supérieure aux lois, car les liens dont nous chargeait la loi sont brisés. Et si je vous parle ainsi , ce n'est pas pour vous abaisser, mais pour vous élever. L'habitué de mauvais lieux, et l'homme qui garde sa virginité , sortent tous deux des limites de la loi, mais non pour le même motif: l'un s'abaisse vers ce qui est plus vil, l'autre s'élève vers ce qui est plus beau : l'un dépasse, l'autre surpasse la loi. Voici donc le sens des paroles de Paul : Le Christ vous a débarrassés du joug, non pour vous laisser bondir et ruer, mais pour que vous marchiez en bon ordre, sans y être (621) contraints par le joug. Ensuite il nous montre de quelle manière nous devons nous y prendre pour qu'il en soit ainsi. Comment cela? Assujettissez-vous les uns aux autres », dit-il, « par « une charité spirituelle ». Ici encore, il fait entendre que l'amour des querelles, la discorde, le désir de commander et l'outre-cuidance ont été les causes de leur erreur : car le père de l'hérésie, c'est le désir de commander. En leur disant : « Assujettissez-vous les uns aux autres », il leur a fait voir que ce malheur est venu de l'orgueil et de l'outre-cuidance; aussi leur présente-t-il le remède qui convient le mieux. Comme ils n'étaient plus d'accord parce qu'ils voulaient dominer les uns les autres, il leur dit : « Assujettissez-vous les uns aux autres » ; c'est le moyen de retrouver le bon accord. Il n'indique pas nettement leur faute, mais il indique nettement le remède, afin que par lui ils comprennent ce qu'ils ont fait : c'est comme si , au lieu de dire à un débauché qu'il vit dans la débauche, on lui recommandait d'être toujours chaste. Celui qui aime son prochain, comme il le doit, ne refuse pas de s'assujettir à lui avec plus d'humilité que le plus humble esclave. De même que le feu, quand on l'approche de la cire, la ramollit facilement, de même l'ardeur de la charité dissout tout orgueil et toute arrogance plus rapidement que le feu. Aussi ne leur a-t-il pas dit simplement : « Aimez-vous les uns les autres », mais : « Assujettissez-vous les uns aux autres », montrant par là jusqu'où ils doivent pousser l'esprit de charité. Après les avoir débarrassés du joug de la loi, non pour donner libre carrière à leurs instincts de désordre, il met à la place un autre joug, celui de la charité, joug plus puissant, mais bien plus léger et bien plus doux que le premier. Ensuite il fait connaître les heureuses conséquences qui résultent de la pratique de cette vertu.
« Car toute la loi est renfermée dans ce seul précepte : Vous aimerez votre prochain comme vous-même (14) ». (Matth. XXII, 39; Lévit. XIX , 18.) Comme ils ne cessaient de lui citer la loi : Si vous tenez tant à vous y conformer, leur dit-il , ne pratiquez pas la circoncision, car ce n'est point par la circoncision , mais par la charité qu'on s'y conforme. Voyez comme il n'oublie pas l'objet de sa principale préoccupation : il y revient sans cesse, même quand il traite une question de morale. — « Que si vous vous mordez et vous dévorez les uns les autres, prenez garde que vous ne vous consumiez les uns les autres (15) ». Il n'emploie pas le ton affirmatif, de peur de les indisposer, mais il sait bien que c'est ce qui est arrivé en réalité, quoiqu'il en parle d'un air de doute. Il n'a pas dit : Puisque vous vous mordez les uns les autres, ni prononcé le reste de la phrase avec ce ton d'affirmation. Il. n'affirme pas non plus quand il dit : « Prenez garde que vous ne vous consumiez les uns les autres ». C'est la réflexion d'un homme qui a peur et qui n'est pas rassuré, mais non d'un homme qui prononce une condamnation. Il parle aussi avec une certaine emphase. Car il n'a pas dit seulement : « Vous vous mordez », ce qui est l'indice d'une grande colère; mais il a ajouté : « Vous vous dévorez les uns les autres », ce qui est la preuve que la perversité s'était enracinée dans leur coeur. Celui qui mord satisfait un moment sa colère, mais celui qui dévore est arrivé aux dernières limites de la fureur et de la bestialité. Par ces expressions de « mordre » et de « dévorer », il ne fait pas allusion aux blessures du corps, mais à d'autres qui sont bien plus dangereuses; car celles que reçoit la chair de l'homme sont moins cruelles que celles que son âme reçoit. Le dommage éprouvé par l'âme est d'autant plus grand qu'elle-même l'emporte davantage sur le corps. « Prenez garde, dit-il, que vous ne vous consumiez les uns les autres ». Comme c'est précisément à ce résultat de se consumer eux-mêmes, tout en cherchant à consumer les autres, qu'arrivent les hommes qui commettent des injustices et qui complotent contre leur prochain, il leur dit Prenez garde que le mal que vous voulez faire ne retombe sur vous-mêmes. La discorde et la guerre percent et détruisent, et ceux qui en sont l'objet, et ceux qui en sont les auteurs; elles les rongent mieux que la teigne ne ronge les étoffes. « Je vous le dis donc: Marchez dans le chemin de l'Esprit, et vous n'accomplirez point les désirs de la chair (16) ».