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Werke Johannes Chrysostomus (344-407) In epistulam i ad Thessalonicenses homiliae 1-11

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Homilien über den I. Thessalonicher-Brief (BKV)

6.

Wenn die Fürbitten uns ohne unser Zuthun ins Himmelreich befördern könnten, warum werden nicht alle Heiden Christen? Beten wir denn nicht für die ganze Welt? Hat nicht auch Paulus Dieses gethan? Beten wir nicht für die Bekehrung Aller? Warum also werden die Bösen nicht gut? Offenbar darum, weil sie selbst nicht mitwirken wollen. Gar sehr nützlich sind also Fürbitten, wofern wir nur auch das Unsrige beitragen wollen. Willst du wissen, wie mächtig Fürbitten wirken? Denke an Kornelius und S. 550 Tabitha!1 Höre auch, was Jakob zu Laban sagt: „Hättest du nicht auf meinen Vater Rücksicht genommen, so hättest du mich wohl leer abziehen lassen.“2

Höre auch, was Gott ein andermal spricht: „Ich will diese Stadt schützen um meinetwillen und wegen meines Dieners David.“3 Wann aber geschah Dieß? Zur Zeit des Ezechias, der gerecht war. Wenn die Fürbitten auch wirken zu einer Zeit, wo die Menschen sehr verderbt sind, warum hat dann Gott zur Zeit, als Nabuchodonosor gezogen kam, nicht auch so gesprochen, sondern die Stadt in seine Hände gegeben? Darum, weil die Ruchlosigkeit noch mächtiger war als die Fürbitte. Derselbe Samuel hat ein anderes Mal für die Israeliten gebetet und Erhörung gefunden. Wann aber geschah Dieß? Damals, als diese ebenfalls Gott wohlgefällig waren, damals trieb er die Feinde in die Flucht.

„Was brauche ich aber denn,“ entgegnest du, „das Gebet eines Andern, wenn ich selbst Gott wohlgefällig bin?“ Sprich nicht also, o Menschenkind! Ja, du brauchst das Gebet Anderer, und brauchst es gar sehr! Höre, was Gott von den Freunden des Job sagt: „Er soll für euch beten, und es wird euch die Sünde vergeben werden.“4 Diese hatten nämlich gesündigt, wenn auch nicht schwer. Aber der nämliche Gerechte, welcher damals durch sein Gebet seine Freunde rettete, er konnte zur judäischen Zeit die Juden nicht vor dem Verderben schützen. Das wirst du begreifen, wenn du die Worte hörst, welche Gott durch den Mund des Propheten gesprochen: „Und stünden auch Noe, Job und Daniel vor mir, so würden sie ihre Söhne und Töchter nicht erretten, weil die Sünde übergroß ge- S. 551 worden.“5 Und ein anderes Mal: „Auch wenn Moses und Samuel vor mir stünden.“6 Und, wohlgemerkt, das spricht Gott zu den beiden Propheten, nachdem beide für das Volk gebetet hatten, ohne Erhörung zu finden, und zwar zu Ezechiel, nachdem dieser gesprochen: „Ach, Herr, willst du ganz vertilgen den Rest deines Volkes Israel!“7

Um dem Propheten zu zeigen, daß Dieß nicht ungerecht sei, und daß in der Nichterhörung seines Gebetes auch keine Mißachtung seiner Person liege, weist Gott auf die Sünden des Volkes hin, als wollte er sagen: „Dieß wird dich wohl genugsam belehren, daß der Grund, weßhalb dein Gebet nicht erhört wird, nicht etwa in Mißachtung deiner Person liegt, sondern in den Sünden des Volkes.“ Überdieß fügt Gott hinzu: „Auch wenn Noe und Job und Daniel vor mich hintreten würden.“ Und gerade dem Ezechiel sagt er Dieses besonders, weil dieser so Viel gelitten hatte. Dieser konnte sagen: „Du hießest mich auf der Düngerstätte essen, und ich aß.8 Du gebotest mir, das Haupthaar zu scheeren, und ich schor es;9 du befahlst mir, auf einer Seite zu schlafen, und ich that es;10 du verlangtest, ich solle beladen durch eine Maueröffnung gehen, und ich ging;11 du nahmst mir mein Weib und verbotest mir zu klagen,12 und ich klagte nicht, sondern ertrug es mit Geduld. Tausend andere Dinge noch habe ich ihretwegen gethan, und nun bitte ich dich für sie, und du erhörest mich nicht?“ Um nun zu zeigen, daß er nicht aus Mißachtung gegen seine Person so handle, spricht der Herr: „Wenn auch Noe, wenn Job, wenn Daniel es wäre, und sie für ihre Söhne und Töchter bitten würden, so könnte ich mich doch nicht bewegen lassen.“

S. 552 Und was spricht er zu Jeremias, der zwar weniger wegen Dessen, was Gott ihm aufgetragen, als wegen der Bosheit des Volkes zu leiden hatte? „Siehst du nicht, was diese thun?“13 „Allerdings,“ antwortet er, „handeln sie also, allein gewähre du die Bitte um meinetwillen!“ Darauf hin spricht der Herr: „Auch wenn Moses und Samuel vor mich hintreten würden;“ — Moses, der erste Gesetzgeber, der die Israeliten so oft aus Gefahren errettet, der gesagt hat: „Willst du ihnen die Sünde verzeihen, so verzeihe; wenn nicht, so vernichte auch mich!“14 Wenn also auch dieser jetzt da wäre und also spräche, auch er würde keine Erhörung finden; oder wenn es auch Samuel wäre, der auch sein Volk errettet hat, der schon von frühester Kindheit an bewundert worden. Von jenem heißt es, daß ich mit ihm wie ein Freund mit dem andern geredet habe, nicht in dunkeln Gleichnissen und Bildern, und von diesem, daß ich ihm in frühester Kindheit erschienen sei, und, durch ihn versöhnt, die verschlossene Weissagung wieder eröffnet habe; „denn das Wort (Gottes) war selten, und es gab kein deutliches Gesicht mehr.“15 Wenn also selbst diese Gerechten vor mich hinträten, sie würden Nichts ausrichten. Und doch heißt es von Noe: „Gerecht und vollkommen in seinem Geschlechte war Noe.“16 Und von Job: „Er war untadelhaft, gerecht, wahrhaftig und fürchtete Gott.“17 Und wenn nun auch diese beiden vor mir ständen und auch Daniel, den die Chaldäer sogar für einen Gott hielten, so vermöchten sie nicht, so spricht der Herr, ihre Söhne und Töchter zu erretten.

So wir nun Dieses wissen, wollen wir weder die Fürbitten der Heiligen gering achten, noch auch unsere ganze S. 553 Hoffnung auf dieselbe setzen: das Letztere, damit wir nicht gleichgiltig werden und in den Tag hineinleben, das Erstere, damit wir uns nicht eines großen Gewinnes verlustig machen. Nein, wir wollen sie anrufen, auf daß sie für uns bitten und uns beistehen, wollen uns aber auch selbst der Tugend befleißen, damit wir der Güter theilhaftig werden können, welche Denen verheißen sind, die Gott lieben, durch die Gnade und Liebe unsers Herrn Jesu Christi, dem zugleich mit dem Vater und heiligen Geiste Ehre, Preis und Herrlichkeit sei jetzt und allezeit und in Ewigkeit! Amen.

S. 554


  1. Apostelg. 10, 3; 9, 36. ↩

  2. Gen. 31, 42. ↩

  3. IV. Kön. 19, 34. ↩

  4. Job 42, 8. ↩

  5. Ezech. 14, 16. ↩

  6. Jerem. 15, 1. ↩

  7. Ezech. 11, 13. ↩

  8. Ebd. 4, 12. ↩

  9. Ebd. 5, 1. ↩

  10. Ebd. 4, 4. ↩

  11. Ebd. 12, 7. ↩

  12. Ebd. 24, 16. ↩

  13. Jerem. 7, 17. ↩

  14. II. Mos. 32, 31. ↩

  15. I. Kön. 3, 1. ↩

  16. I. Mos. 6, 9. ↩

  17. Job 1, 1. ↩

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Commentaire sur la première épitre aux Thessaloniciens

6.

Si les prières des autres pouvaient mener au ciel même les négligents, pourquoi tous les païens ne sont-ils pas chrétiens ? Ne prions-nous pas pour tous les hommes? Saint Paul ne faisait-il pas de même? Ne demandons-nous pas que tous se convertissent? Pourquoi donc, dites-moi, les méchants ne deviennent-ils pas tous bons? N'est-il pas évident que c'est parce qu'ils ne veulent rien faire de leur côté ? L'utilité des prières des autres pour nous est très-grande, lorsque, de notre part, nous faisons ce qui dépend de nous. Faut-il vous prouver cette utilité ? Rappelez-vous Corneille et Tabithe. (Act. X, 3 et IX, 36.) Ecoutez ce que Jacob dit à Laban « Si le Dieu que mon père craignait, n'était venu à mon secours, vous m'auriez renvoyé nu de chez vous » ; voyez encore ce que Dieu dit : « Je protégerai cette ville à cause de moi, et de David mon serviteur ». (Gen. XXXI, 42 ; IV Rois, XIX, 34.) Mais quand parle-t-il ainsi ? A l'époque d'Ezéchias, roi juste. Si les prières pouvaient quelque chose pour les plus méchants, pourquoi, lorsque Nabuchodonosor vint, Dieu ne dit-il pas la même chose, mais lui livra-t-il la ville ? Alors le crime prévalut. Ce même Samuel, dont je viens de parler, pria une autre fois pour les Israélites, et obtint ce qu'il demandait, mais en quelle circonstance? Ce fut lorsqu'ils étaient eux-mêmes agréables à Dieu, et c'est pourquoi Dieu mit en fuite leurs ennemis.

Mais, direz-vous, quel besoin ai-je qu'un autre prie pour moi, si je suis, moi, en grâce auprès de Dieu? Ne tenez jamais ce langage, ô homme, vous avez un besoin réel de prières, et un grand besoin. Voyez ce que Dieu dit des amis de Job: « Job priera pour vous, et (183) votre péché vous sera remis ». (Job, XLII, 8.) Ils avaient commis un péché, mais non un grand péché. Cependant ce même saint qui, par ses prières, avait pu sauver ses amis, n'eût pas sauvé les Juifs dans le temps de leur ruine. « Quand Noé, Job et Daniel se présenteraient devant moi pour eux », dit Dieu, « ils ne délivreraient pas leurs fils, ni leurs filles, parce que leur malice a prévalu ». (Ezéch. XIV, 16.) Il dit encore à Jérémie : « Quand Moïse et Samuel se présenteraient devant moi, je n'écouterais pas leurs prières ». (Jér. XV, 1.) Dieu fait la même réponse à ces deux prophètes, parce qu'ils l'avaient tous deux prié inutilement pour le peuple. Ezéchiel dit à Dieu : Hélas, Seigneur, perdrez-vous ce qui reste d'Israël? Et Dieu, pour lui montrer la justice de ses vengeances, et afin qu'il fût convaincu que s'il rejetait ses prières, ce n'était point qu'il méprisât sa personne, Dieu fait voir à ce saint prophète les péchés de son peuple, ce qui revenait à lui dire , Ce que vous voyez suffit pour vous convaincre que si je n'exauce pas votre prière, ce n'est point par mépris pour vous, mais à cause de l'énormité de leurs péchés. Néanmoins il ajoute encore : « Quand Noé, Job et Daniel me prieraient pour eux, je ne les écouterais point ». Il était naturel que Dieu parlât de la sorte à un prophète qui avait tant souffert. Vous m'avez commandé, disait-il à Dieu, de manger sur un fumier, et je l'ai fait; vous m'avez commandé de me raser, et je vous ai obéi; vous m'avez commandé de dormir en me tenant toujours couché sur un côté, et je l'ai fait; vous m'avez commandé de passer par le trou d'une muraille chargé de bagages, et je l'ai fait; vous m'avez ôté ma femme avec défense de la pleurer, et je ne l'ai point pleurée. J'ai souffert une infinité d'autres choses pour ce peuple ; et lorsque je vous prie pour lui, vous n'écoutez pas mes prières. Il est vrai, répond Dieu, que je ne vous écoute pas, mais ce n'est point par mépris pour vous; quand Noé, Job et Daniel prieraient pour leurs propres enfants, je ne les écouterais pas.

Et Jérémie qui avait moins souffert par les ordres de Dieu, mais bien davantage par la malice de son peuple, que lui dit le Seigneur ? « Ne voyez-vous pas ce qu'ils font? » (Jér. VII, 17.) — Oui, répondit le Prophète, je vois ce qu'ils font, mais faites pour moi ce que je vous demande. C'est alors que le Seigneur lui dit «Quand Moïse et Samuel se présenteraient devant moi, je ne les écouterais pas ». Il nomme d'abord Moïse, leur législateur, celui qui les avait tant de fois délivrés du péril, celui qui disait : « Si vous voulez pardonner cette faute, pardonnez-la, sinon, effacez-moi aussi de votre livre ». (Exod. XXXI, 32.) Quand le même prophète, dit Dieu, se présenterait encore aujourd'hui devant moi, et me ferait la même prière, ce serait inutilement. Samuel lui-même n'obtiendrait rien, Samuel qui les a aussi tant de fois délivrés, Samuel qui fut dès son enfance si admirable. J'ai dit du premier que je m'entretenais avec. lui comme un ami avec son ami, et non par énigmes. J'ai dit de l'autre que je lui étais apparu dès son enfance, et que, par égard pour lui, j'avais rouvert la prophétie depuis un certain temps fermée; il est dit, en effet, que la parole du Seigneur était rare alors, et qu'il n'y avait pas de vision distincte. (I Rois, III, 1.) Eh bien, quand ces hommes se présenteraient maintenant devant moi, ils n'obtiendraient rien. Il est dit aussi de Noé, qu'il était juste et parfait dans sa génération (Gen. VI, 9); de Job, qu'il était irréprochable, juste, pieux et véridique (Job, I,1); quant à Daniel, les Chaldéens le prenaient pour un Dieu : or ils viendraient devant moi pour me supplier, qu'ils ne pourraient sauver leurs fils ni leurs filles.

Que la vue de ces vérités, mes frères, nous porte à ne pas mépriser les prières des saints, et à ne pas non plus nous y reposer entièrement; ainsi, d'une part, ne soyons pas négligents, ne vivons pas au hasard ; de l'autre, ne nous privons pas du secours si important de la prière. Demandons aux saints qu'ils prient pour nous, qu'ils élèvent pour nous leurs mains vers Dieu, et nous, de notre côté, attachons-nous à la vertu. Par là nous obtiendrons les biens promis à ceux qui aiment Dieu; par la grâce et la miséricorde de Notre-Seigneur Jésus-Christ, avec qui gloire, empire, honneur soient au Père et au Saint-Esprit, maintenant et toujours, dans les siècles des siècles. Ainsi soit-il.

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