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Schriften über "Göttliche Namen" (BKV)
§ 24.
Will aber einer behaupten, daß die Seelen böse seien? Wenn etwa aus dem Grunde, weil sie mit den Bösen fürsorglich und rettend verkehren, so ist das nichts Böses, sondern etwas Gutes und stammt aus dem Guten, das auch Böses gutzumachen vermag. Sagen wir aber, daß die Seelen böse gemacht werden, worin werden sie dann böse, wenn nicht in dem Defekt der guten Eigenschaften und Tätigkeiten und wegen einer eigentümlichen Schwäche durch Abirren und Ausgleiten (vom Ziele)? Sagen wir doch auch von der uns umgebenden Luft, daß sie durch Minderung und Abwesenheit des Lichtes verdunkelt werde. Das Licht selbst aber ist immer Licht, das auch die Finsternis erleuchtet. Weder in den Dämonen also noch in uns ist das Böse, so daß es ein Sein hätte, sondern es ist da als ein Minus und als eine Abwesenheit des vollkommenen Zustandes der entsprechenden Güter.
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Von den göttlichen Namen (Edith Stein)
24. Ob und was in den Seelen Schlechtes ist
Wer wird aber die Seelen schlecht nennen? Wollte es jemand, weil sie den Schlechten in Fürsorge und zum Heil beistehen, so ist das nicht schlecht, sondern gut und macht das Schlechte gut. Wollten wir aber sagen, die Seelen würden schlecht, wodurch werden sie schlecht? Außer durch den Mangel an guten Fertigkeiten und Tätigkeiten und weil sie durch ihre Schwäche abirren und nicht ans Ziel gelangen. Wir sagen ja auch, die uns umgebende Luft verdunkle sich durch den Mangel und die Abwesenheit des Lichtes; das Licht aber bleibt immer Licht und erleuchtet auch die Finsternis. So ist weder in den bösen Geistern noch in uns das Böse nach Art eines Seienden, sondern als ein Mangel und ein Fehlen an der Vollkommenheit der ihnen eigenen Güter.