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A Treatise on the Soul
Chapter XII.--Difference Between the Mind and the Soul, and the Relation Between Them.
In like manner the mind also, or animus, which the Greeks designate NOUS, is taken by us in no other sense than as indicating that faculty or apparatus 1 which is inherent and implanted in the soul, and naturally proper to it, whereby it acts, whereby it acquires knowledge, and by the possession of which it is capable of a spontaneity of motion within itself, and of thus appearing to be impelled by the mind, as if it were another substance, as is maintained by those who determine the soul to be the moving principle of the universe 2 --the god of Socrates, Valentinus' "only-begotten" of his father 3 Bythus, and his mother Sige. How confused is the opinion of Anaxagoras! For, having imagined the mind to be the initiating principle of all things, and suspending on its axis the balance of the universe; affirming, moreover, that the mind is a simple principle, unmixed, and incapable of admixture, he mainly on this very consideration separates it from all amalgamation with the soul; and yet in another passage he actually incorporates it with 4 the soul. This (inconsistency) Aristotle has also observed: but whether he meant his criticism to be constructive, and to fill up a system of his own, rather than destructive of the principles of others, I am hardly able to decide. As for himself, indeed, although he postpones his definition of the mind, yet he begins by mentioning, as one of the two natural constituents of the mind, 5 that divine principle which he conjectures to be impassible, or incapable of emotion, and thereby removes from all association with the soul. For whereas it is evident that the soul is susceptible of those emotions which it falls to it naturally to suffer, it must needs suffer either by the mind or with the mind. Now if the soul is by nature associated with the mind, it is impossible to draw the conclusion that the mind is impassible; or again, if the soul suffers not either by the mind or with the mind, it cannot possibly have a natural association with the mind, with which it suffers nothing, and which suffers nothing itself. Moreover, if the soul suffers nothing by the mind and with the mind, it will experience no sensation, nor will it acquire any knowledge, nor will it undergo any emotion through the agency of the mind, as they maintain it will. For Aristotle makes even the senses passions, or states of emotion. And rightly too. For to exercise the senses is to suffer emotion, because to suffer is to feel. In like manner, to acquire knowledge is to exercise the senses; and to undergo emotion is to exercise the senses; and the whole of this is a state of suffering. But we see that the soul experiences nothing of these things, in such a manner as that the mind also is affected by the emotion, by which, indeed, and with which, all is effected. It follows, therefore, that the mind is capable of admixture, in opposition to Anaxagoras; and passible or susceptible of emotion, contrary to the opinion of Aristotle. Besides, if a separate condition between the soul and mind is to be admitted, so that they be two things in substance, then of one of them, emotion and sensation, and every sort of taste, and all action and motion, will be the characteristics; whilst of the other the natural condition will be calm, and repose, and stupor. There is therefore no alternative: either the mind must be useless and void, or the soul. But if these affections may certainly be all of them ascribed to both, then in that case the two will be one and the same, and Democritus will carry his point when he suppresses all distinction between the two. The question will arise how two can be one--whether by the confusion of two substances, or by the disposition of one? We, however, affirm that the mind coalesces with 6 the soul,--not indeed as being distinct from it in substance, but as being its natural function and agent. 7
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Über die Seele. (BKV)
12. Cap. Fortsetzung. Widerlegung der entgegengesetzten Ansichten des Valentinus, Anaxagoras und teilweise auch des Aristoteles.
Ebenso verstehen wir unter dem animus, meinetwegen auch dem mens, bei den Griechen dem νοῦς [nous], nichts anderes als den der Seele angeborenen oder eingepflanzten und von Geburt aus eigenen Trieb, vermöge dessen sie handelt und empfindet. Ihn aus sich selbst bei sich besitzend, bewegt sie sich in sich selbst und scheint von ihm wie von einer fremden Substanz bewegt zu werden. So wollen es die, welche den animus für den Beweger des Weltall halten, jenen bekannten Gott des Sokrates, den Monogenes des Valentinus, dessen Vater der Bythos, dessen Mutter die Sige sein soll.
Wie verworren ist doch die Ansicht des Anaxagoras! Nachdem er den animus für den Anfang aller Dinge ausgegeben hat, an welchem das Weltall wie eine Schaukel an ihrer Achse aufgehängt sei und dann behauptet hat, derselbe sei rein, einfach und keiner Mischung fähig, so sondert er ihn gerade aus diesem Grunde wieder von der Vergesellschaftung mit der Seele ab und gesellt ihn doch an einer andern Stelle ihr wiederum zu.
Dies hat auch Aristoteles getadelt, von dem man eigentlich nicht weiss, ist er besser gerüstet, seine Lehren aufzuputzen oder die der andern des Inhalts zu entleeren. Seine eigene Definition von animus hat er aufgespart, vor der Hand aber doch von einer andern Art von animus gesprochen, dem göttlichen, den er durch den Beweis seiner Leidensunfähigkeit wiederum von der Gemeinschaft mit der Seele fern hält. Denn da es feststeht, dass die Seele die Leiden, von denen sie getroffen wird, zu ertragen fähig ist, so wird sie dieselben entweder durch Vermittlung des animus leiden und dann auch mit ihm — denn wenn sie mit ihm zusammengewachsen ist, so kann man von keinem leidensunfähigen animus reden — oder aber, wenn sie nicht durch Vermittlung des animus leidet, dann leidet sie auch nicht mit ihm. Sie wird also auch nicht mit dem verwachsen sein, mit welchem sie nichts und der selbst nichts leidet.
Wenn nun aber weiter die Seele weder durch ihn noch mit ihm leidet, so wird sie auch nichts durch ihn wahrnehmen, denken und sich nicht durch ihn bewegen lassen. Aristoteles lässt nämlich auch die Empfindungen Leiden sein. Warum denn nicht? Ist ja doch auch das Empfinden ein Leiden, weil leiden empfinden ist. Ebenso ist dann auch das Denken S. 306 ein Empfinden und die Bewegung ein Empfinden, und so alles ein Leiden. Wir finden aber, dass die Seele von alledem nichts gewahr wird, ohne dass es auch dem animus zugeschrieben wird, weil es sich durch ihn und mit ihm vollzieht. Folglich ist — gegen die Ansicht des Anaxagoras — der animus auch einer Vergesellschaftung fähig und er ist — gegen die Ansicht des Aristoteles — auch leidensfähig. Wofern man aber eine Scheidung zulässt, so dass Seele und animus der Substanz nach zwei verschiedene Dinge wären, so wird dem einen alles Leiden, Empfinden, Denken, sowie die Thätigkeit und die Bewegung zugehören, dem andern aber Nichtsthun, Ruhe, Stumpfsinn, überhaupt das Negative, und es wird entweder die Seele oder der animus ohne Beschäftigung sein. Wenn es aber feststeht, dass alle diese Dinge beiden zugeschrieben werden, so sind folglich beide eins, und Demokrit wird Recht behalten, wenn er den Unterschied beseitigt. Die Frage wird dann nur die sein: wie sind sie beide eins, durch Vermischung der beiden Substanzen oder indem sie sich als eins verhalten? Unsere Erklärung ist, der animus sei mit der Seele verwachsen, nicht in der Art wie ein zweites der Substanz nach, sondern wie eine Verrichtung der Substanz.