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Werke Augustinus von Hippo (354-430) Epistulae (Auswahl) Ausgewählte Briefe (BKV)
Erstes Buch (Jahre 386-395).
XIV. (Nr. 23.) An Maximinus

2.

Als ich in jener Gegend die beklagens- und bejammernswerte Sitte von Leuten, die sich des christlichen Namens rühmen, aber ohne Bedenken Christen wiedertaufen1, mit den heftigsten Worten geißelte, da fehlte es nicht an solchen, die dich lobten und mir erklärten, daß du dieses nicht tuest. Ich gestehe, vorerst habe ich es nicht geglaubt. Sodann aber erwog ich, es sei wohl möglich, daß eine Menschenseele, die des zukünftigen Lebens eingedenk ist, von der Furcht Gottes ergriffen, sich des äußersten Frevels enthalte; und ich glaubte es, indem ich dir Glück wünschte, daß du in dieser Hinsicht dich nicht allzuweit von der katholischen Kirche entfernen wolltest. Schon suchte ich eine Gelegenheit, mit dir zu sprechen, um, wo möglich, die geringe Verschiedenheit in unseren Ansichten auszugleichen, S. 55 da wurde mir vor wenigen Tagen berichtet, du habest unseren Diakon, der aus Mutugenna gebürtig ist, wiedergetauft. Sowohl sein unglücklicher Fall als dein Frevel, den ich nicht vermutet hätte, haben mir sehr weh getan. Denn ich weiß, welche Kirche die katholische ist. Die Völker sind das Erbe Christi, und „die Grenzen der Erde umschreiben sein Besitztum“2. Ihr wißt es ja selbst, und wenn ihr es nicht wißt, so merket nur auf; wenn ihr wollt, könnt ihr es sehr leicht erfahren. Einen Häretiker also wiederzutaufen, der diese Siegel der Heiligkeit, wie sie die christliche Lehre enthält, schon empfangen hat, ist unter allen Umständen Sünde; einen Katholiken aber wiederzutaufen, ist ein entsetzlicher Frevel. Da ich aber die Sache doch nicht ganz glaubte, weil ich immer noch eine gute Meinung von dir festhielt, so reiste ich selbst nach Mutugenna; zwar konnte ich jenen Unglücklichen nicht sehen, hörte aber von seinen Eltern, daß er schon Diakon bei euch geworden sei. Und doch habe ich noch immer eine so gute Ansicht von deinem Herzen, daß ich an seine Wiedertaufe nicht zu glauben vermag.


  1. Die Donatisten sind genannt nach dem Bischofe Donatus. Als 311 in Karthago Cäcilianus zum Bischofe gewählt und von Felix von Aptunga geweiht wurde, sonderte sich eine Partei ab und erhob den Lektor Majorinus und nach dessen Tode 313 Donatus den Großen zum Bischofe von Karthago. Obwohl der römische Bischof Melchiades, später die Synode zu Arles 314 und zuletzt Konstantinus 316 Donatus für abgesetzt erklärten, hielt sich die Sekte; die fanatischen, mit wilden Bauernscharen verbündeten Elemente unter ihnen sind als Circumcellionen bekannt. 411 wurde zu Karthago eine große Synode abgehalten, auf der 286 katholische und 279 donatistische Bischöfe zugegen waren; der kaiserliche Kommissar sprach den Katholiken den Sieg zu. 414 wurden den Donatisten alle bürgerlichen Rechte entzogen, 415 die Erlaubnis, Gottesdienste zu halten. Dennoch hielten sie sich, bis die ganze nordafrikanische Kirche durch die Vandalen und Araber vernichtet wurde. Vgl. das Werk des heiligen Optatus, Bischofs von Mileve in Numidien, Contra Parmenianum Donatistam, in dem er in 7 Büchern eine Geschichte und Widerlegung der Häresie gibt. ↩

  2. Ps. 2, 8. ↩

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