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Vier Bücher über die christliche Lehre (BKV)
26.
Ebenso darf man auch das, was im Alten Testament nach der Lage jener Zeit nicht bloß im figürlichen, sondern sogar im eigentlichen Sinne keine Schandtat und keine Übeltat war, ja nicht auch in unserer Zeit für den Gebrauch des Lebens anwendbar erachten. Das könnte einer nur dann tun, wenn die Begierlichkeit herrscht und selbst den Schutz der Heiligen Schrift sucht, durch die sie ja eben ausgerottet werden soll. Der Unglückliche sieht nicht ein, daß solche Fälle zu dem praktischen Zweck überliefert sind, daß Menschen von guter Hoffnung zu ihrem Heil einerseits sehen, eine von ihnen verachtete Gewohnheit könne recht wohl mit einem guten Gebrauch verbunden sein, während andererseits die Gewohnheit, an der sie selbst hängen, verdammenswert sein kann: man braucht eben nur acht zu geben, daß sich die einen dort mit Liebe, die anderen hiermit sinnlicher Begierde ihrer Gewohnheit hingeben.
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De doctrina Christiana
26.
Item cavendum est ne forte quod in Scripturis veteribus pro illorum temporum conditione, etiamsi non figurate, sed proprie intelligatur, non est flagitium neque facinus, ad ista etiam tempora quis putet in usum vitae posse transferri. Quod nisi dominante cupiditate, et ipsarum quoque Scripturarum, quibus evertenda est, satellitium quaerente, non faciet; nec intelligit miser ad hanc utilitatem illa sic esse posita, [P. 0076] ut spei bonae homines salubriter videant et consuetudinem quam aspernantur posse habere usum bonum, et eam quam amplexantur esse posse damnabilem, si et ibi charitas utentium, et hic cupiditas attendatur.