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Vier Bücher über die christliche Lehre (BKV)
29.
Es sollen zwar alle Menschen in gleicher Weise geliebt werden; da man aber nicht jedermann nützen kann, so muß man vornehmlich für jene Sorge tragen, die einem durch die Verhältnisse des Ortes, der Zeit oder irgendwelcher anderer Umstände gleichsam schon durch das Los näher verbunden sind. Wenn du z. B. von deinem Überfluß etwas an einen Dürftigen mit teilen sollst und du könntest es, falls dir zwei gleich bedürftige und gleich nahestehende Menschen begegneten, nicht beiden geben, so wäre es am gerechtesten, durch das Los den Empfänger einer Gabe zu bestimmen, die nicht beiden zugleich mitgeteilt werden kann. So hat man unter den Menschen, denen man nicht insgesamt helfen kann, die Innigkeit des gegenseitigen augenblicklichen Verbandes für die Entscheidung des Loses zu halten.
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De doctrina Christiana
29.
Omnes autem aeque diligendi sunt: sed cum omnibus prodesse non possis, his potissimum consulendum est, qui pro locorum et temporum vel quarumlibet rerum opportunitatibus, constrictius tibi quasi quadam sorte junguntur. Sicut enim, si tibi abundaret aliquid, quod dari oporteret ei qui non haberet, nec duobus dari posset, si tibi occurrerent duo, quorum neuter alium vel indigentia, vel erga te aliqua necessitudine superaret; nihil justius faceres quam ut sorte legeres, cui dandum esset quod dari utrique non posset: sic in hominibus quibus omnibus consulere nequeas, pro sorte habendum est, prout quisque tibi temporaliter colligatius adhaerere potuerit.