Der Theologe
[Forts. v. [S. 25](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0025.jpg) ] „Nichts wird in Gottes Worten leicht oder obenhin behandelt‟ (In Matth. 5, 14). Doch gilt das nur von den kanonischen Schriften, so daß also, „was im Buch des Gesetzes (= kanonische Schriften) nicht enthalten ist, wir auch nicht zu wissen brauchen‟ (In ps. 132, 6).
Die Eigenart der Hl. Schrift ist nun dies, daß „sie durch das Körperliche das Geistige lehrt und das Unsichtbare durch das Sichtbare aufweist‟ (In ps. 120, 7). [S. 26](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0026.jpg) Denn „die Schwachheit unseres Erkennens vermag das Unsichtbare nicht zu erreichen, es sei denn durch den Vergleich mit dem Sichtbaren‟ (In ps. 120, 11).
„Wir müssen uns also dessen bewußt sein, daß man die Psalmen nicht deswegen alle körperlich verstehen dürfe, weil ihnen die Bezeichnung körperlichen Geschehens vorgesetzt wird; ganz im Gegenteil müssen wir den geistlichen Sinn unter dieser irgendwie gearteten Erwähnung des Tuns aufspüren‟ (In ps. 119, 2). Denn „vieles gibt es, was es nicht zuläßt, die Worte der Evangelien mit einfachem Verständnis anzunehmen. Wenn wir nämlich auf einiges stoßen, was sich aus dem Wesen menschlichen Verständnisses heraus einander widerspricht, so werden wir gemahnt, nach dem Sinn himmlischer Deutung zu suchen‟ (In Matth. 20, 2). „Es bleibt die Ordnung des Geheimnisses, daß der Wahrheit des Gegenwärtigen das Aufleuchten des Zukünftigen beigegeben ist. (Darum) fürchten die Scharen die Kraft der Worte und Taten des Herrn‟ (In Matth. 8, 8).
Dabei gilt es aber, daß „nicht der Vorgang sich der Deutung, sondern die Deutung sich dem Vorgang anzuschmiegen hat‟ (In Matth. 7, 8). Insbesondere aber „ist bei Johannes der Ort (seines Auftretens), seine Lehre, Kleidung, Nahrung zu betrachten, jedoch so, daß wir uns dessen bewußt bleiben, die Tatsächlichkeit des Geschehenen werde dann nicht zerstört, wenn den vollzogenen Handlungen der Sinn einer innerlicheren Deutung untergelegt ist‟ (ln Matth. 2, 2). Es ist geradezu „in den himmlischen Schriften jeder Ausspruch so gehalten, daß er nicht weniger dem, was (wirklich) geschah, wie dem Gleichnis dessen, was noch geschehen sollte, angemessen war‟ (In Matth. 19, 4). Es trifft sogar zu, daß „dem runden Sinn gegenwärtiger Dinge bisweilen unter* der* Voraussetzung etwas mangelt, damit das Aufscheinen des Zukünftigen ohne irgendeinen Nachteil der vorgebildeten Wirkung voll dargestellt werde‟ (In Matth. 21, 13). Anderseits aber darf „niemand glauben, dem Glauben an das wirklich Geschehene etwas entziehen zu sollen, wenn wir lehren, das Geschehen selbst enthielte den Hinweis auf die kommenden Dinge. [S. 27](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0027.jpg) Denn die tatsächliche Erfüllung, die dem Vorbild folgt, nimmt nichts an Wahrheit weg‟ (In Matth. 7, 1).
Wie weit Hilarius diese Art der Schriftdeutung glaubt treiben zu können, ersieht man am besten aus dem, was er als maßvoll bezeichnet. „Doch das (weitere Aufspüren) wollen wir denen überlassen, die das Forschen nach einem tieferen Wissen erquickt; uns genügt die maßgebliche Ansicht der Propheten und Apostel, die einerseits die Gebete als Weihrauch bezeichnet und anderseits darum bittet, die Gebete möchten wie Weihrauch emporsteigen‟ (In ps. 140, 52).
So also „ist Gottes Wort reich und als Beweisgrund für die Einsicht hingesetzt; eine überreiche Menge von Beispielen (!) bietet es von sich aus dar, und zu jeglichem Fortschritt ist es notwendig, sei es einfachhin gedeutet, sei es tiefer durchschaut‟ (In Matth. 12, 12). Doch gilt das nicht beliebig und nicht für jedermann. Denn „jeder seiner Aussprüche liegt jenseits des Wahrnehmens heidnischen Hörens‟ (In Matth. 5, 14). „Keiner nämlich vermag den Schlüssel (vgl. Luk. 11, 52) dieser Einsicht zu gewähren, als allein jener, in dem dies geweissagt und erfüllt ist (Christus)‟ (Instr. ps. 6). So „weiß er es sehr wohl, daß sehr viele einzig den Klang des Wortes und den Buchstaben betrachten und deswegen von all den Psalmen fast nichts als auf die Person unseres Herrn Jesus Christus hingerichtet halten‟ (Instr. ps. 9). So „hat er oft gemahnt, bei der Lesung der göttlichen Schriften müsse man diejenige Sorgfalt anwenden, die mit bedachter Prüfung und nicht mit grundlosem Urteil zu entscheiden vermag, wann die Erwähnung eines Geschehnisses entweder einfachhin oder vorbildlich zu verstehen sei‟ (Tract. myst. 2, 11). Das aber bleibt stets seine Überzeugung: „wahr sind alle Worte Gottes und nicht müßig und nicht unnütz hingestellt; sondern außerhalb aller Mehrdeutigkeit überflüssiger Leerheit sind sie feuererfüllt und mächtig feuererfüllt, damit man nicht meine, es sei etwas darin, was nicht vollkommen und eigenständig sei‟ (In ps. 118 litt. 18 n. 5). Freilich: „die Schriften gilt es nicht nur zu sehen, sondern einzusehen‟ [Ad Constant. (2,) 9].
In die Wertschätzung der Hl. Schrift bezieht Hilarius [S. 28](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0028.jpg) ausdrücklich das Alte Testament ein. Denn „der Prophet (= Psalmensänger) ist immer Gottes Geistes erfüllt gewesen‟ (In ps. 51, 15). „Des Propheten Wort ist nicht müßig, und geistlicher Spruch entstammt nicht aus leerem und überflüssigem Anlaß. Wenn man nämlich bei klugen Männern besonders dies zu beachten pflegt, daß (nämlich) ihre Worte ihrer Bedeutung und Lehre würdig seien und ihr ganzes Sprechen nicht plan- und ziellos sei, sondern aus vernünftigen Gründen hervorgegangen und der Erwartung der Hörer nützlich und der Bedeutung der Sprecher angemessen: wieviel mehr muß man dann von den himmlischen Aussprüchen erwarten, daß, was immer der Inhalt ist, er als hoch, göttlich, vernunftgemäß und vollkommen angesehen werde‟ (In ps. 135, 1).
„Es ist somit kein Zweifel, daß, was in den Psalmen gesagt ist, gemäß der Verkündigung der Evangelien gedeutet werden müsse‟, insbesondere auf Jesus Christus (Instr. ps. 5). Die Wertschätzung erstreckt sich auch auf die Übersetzer der Hl. Schrift. „Siebzig Älteste blieben gemäß der Anordnung des Moses zur Überwachung der Gesetzeslehre in der Synagoge. Späterhin wurde ihnen von Ptolemäus (Philadelphus, 285—247) die Sorge übertragen, das ganze Gesetz aus der hebräischen in die griechische Sprache zu übertragen. Mit geistlichem und himmlischem Wissen erkannten sie die kraftvolle Bedeutung der Psalmen und haben sie in die (jetzige) Anzahl und Aufteilung gebracht‟ (Instr. ps. 8).
Hilarius hat eine Bibel benutzt, deren Sprache er die „unsere‟ nennt (In ps. 65, 3. 12; In ps. 118 litt. 5 n. 1), also lateinisch war. Erst mit seinem Einbezogenwerden in die dogmatischen Kämpfe hat er auch griechische Handschriften zum Vergleich herangezogen (De trin. 6, 45; 10, 41)[^4].
[S. 29](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0029.jpg) Fast ausschließlich gründet der hl. Hilarius seine Lehre auf die Hl. Schrift. Sie ist ihm
die Lehre der hl. Schriften, De trin. 3, 2;
die Satzungen der Evangelisten und Apostel, De trin. 4, 1; 6, 4;
die Zeugnisse der Evangelisten und Apostel, De trin. 4, 7;
die Zeugnisse der göttlichen Worte, De trin. 4, 11. 14;
die Schrift, De trin. 4, 23. 25. 26. 27 28; 12, 43;
das göttliche Wort, De trin. 4, 24. 27; 5, 9;
die göttlichen Schrift(en), De trin. 4, 28; 5, 32;
die Verkündigung(en) der Evangelisten und Apostel, De trin. 5, 6; 12, 19;
die Worte der Evangelisten, Apostel (und Propheten), De trin. 5, 10. 33. 37;
das hl. Gesetz, De trin. 5, 11;
die Lehre(n) der Evangelisten und Apostel, De trin. 5, 20; 6, 8; 7, 2. 7; 8, 2; 10, 64;
die Rolle des Gesetzes, De trin. 5, 23;
die Verkündigungen des Gesetzes und der Propheten, De trin. 6, 8;
das Gesetz und die Propheten, De trin. 6, 10. 21;
die Geheimnis-Lehre(n) der Evangelisten und Apostel, De trin. 6, 11. 20;
die hl. Rollen, De trin. 6, 19;
die Stimmen der Evangelisten und Apostel, De trin. 6, 19;
die Rollen der Evangelien, De trin. 6, 27;
die Evangelien, De trin. 6, 47; 7, 2. 7. 22; 8, 4;
Gesetz, Propheten und Apostel, De trin. 7, 3;
das Evangelium und die Propheten, De trin. 8, 48;
das Gesetz, De trin. 9, 26. 28;
der Prophet, De trin. 9, 27;
der Ausspruch der (Evangelisten und) Apostel, De trin. 10, 42; 11, 17;
der Ausspruch der Propheten, De trin. 10, 47;
der Ausspruch der Propheten oder Evangelisten oder Apostel, De trin. 12, 50.
Blickt man auf die Anschauungen des hl. Hilarius über die Hl. Schrift zurück, so sieht man, daß er zu den positiven Theologen gehört, nicht zu den spekulativen. [S. 30](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0030.jpg) Er will den Glaubensinhalt feststellen und aus den Glaubensquellen erheben. Dazu genügt ihm die Heilige Schrift. Er beruft sich noch nicht auf eine „Erblehre‟; für ihn ist die Glaubenswirklichkeit so unmittelbare Gegenwart, für ihn ist das Glaubensgut so fraglos eindeutig und unwandelbar, daß ihm schon schlechter Wille dazu gehört, es anders aufzufassen, als er, Hilarius, es tut; daß es ihm nicht in den Sinn kommt, nach rückwärtigen Verbindungen zu suchen, wie überhaupt ja erst mit der Kirchengeschichte des Eusebius (313?) die ersten Ansätze zu geschichtlicher Besinnung sich regten. Auch wenn Hilarius sich auf „das einstimmige Urteil des Menschengeschlechtes‟ (De trin. 9, 44) beruft, meint er damit die gleichzeitige Einstimmigkeit, nicht die rückwärtige im Sinne einer Erblehre.
Hilarius will nicht von irgendeinem Begriff oder Begriffsgefüge her die Zusammenhänge zwischen den Geheimnissen aufzuhellen versuchen. Daß er es nicht tut, könnte man daraus herleiten, daß er sich vorgesetzt hat, mit den gleichen Waffen die Gegner zu bekämpfen, mit denen diese gegen die Lehre der Göttlichkeit Christi ankämpften (vgl. De trin. 1, 32). Das gilt jedoch nicht allewege. Zwar waren die Bibelworte eine Hauptstütze für die Arianer, aber doch nur* eine*. Ebenso stark verfochten sie aus theologischen Gründen die Einheit Gottes, um die Gottgleichheit Christi mit dem Vater ablehnen zu können. Demgemäß standen auch für Hilarius die beiden Wege der Schriftbegründung und begrifflichen Darlegung offen. Er wählte aber nur den ersten.
Zwar bedeutet es nicht dies, daß seine Darlegung dadurch an Wert verlöre, aber doch dies, daß seinem Werk De trinitate die straffe Fortführung und klare gedankliche Gliederung fehlt; daß manche Gedanken wiederholt werden; daß er Schriftstellen für beweiskräftig ansieht, die man heute nicht mehr gelten läßt. Das erklärt sich nicht nur aus der damaligen Schriftauslegung, sondern aus der möglichen Denkleistung des Hilarius; oder vielmehr beides ― die damalige Schriftauslegung und die des Hilarius — aus der Tatsache, daß die begrifflichen Hilfsmittel noch nicht in der Schärfe festgelegt [S. 31](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0031.jpg) und in dem ausschließlichen Sinne benutzt waren, wie es etwa von 400 an der Fall war.
Denn die Worte lagen vor: Wesen (*οὐσία* [ousia]); Wesensträger (als Person) (*ὑπόστασις* [hypostasis]). Ebenso von Tertullian her: persona (Adv. Prax. 7), substantia (Adv. Prax. 27), trinitas (Adv. Prax. 3). Persona und substantia benutzt Hilarius, aber doch längst nicht mit dem Gewicht, das sie in einer spekulativen Untersuchung haben müßten, vor allem nicht mit der dazu erforderlichen Eindeutigkeit. Trinitas kommt überhaupt nicht vor. Wohl hat Hilarius ein Lieblingswort des Tertullian (dispensatio ═ *οἰκονομία* [oikonomia], Adv. Prax. 3, 4, 9) auch zu dem seinigen gemacht. Aber eben wenn man berücksichtigt, daß auch bei Tertullian diese Worte noch nicht ausschließlich gebraucht werden, sondern mit einer Reihe anderer aufgereiht sind, die als gleichbedeutend gelten sollen: gradus, forma, species (Adv. Prax. 2); wenn man hinzunimmt, daß diese Begriffe nicht eigentlich christlich sind (abgesehen von trinitas); wenn man bedenkt, daß im dritten Jahrhundert die theologisch-spekulative Arbeit doch nur von ganz wenigen und unter ganz besonderen günstigen Umständen geleistet werden konnte, so sieht man, daß diese Arbeit noch wenig vorbereitet war. Dann versteht man, warum überhaupt die arianischen Kämpfe sich solange hinziehen konnten; warum die Kirchenversammlungen in so gedrängter Häufigkeit möglich waren, wie wir es im vierten Jahrhundert sehen. Denn Politik allein konnte sie nicht zuwegebringen, wie sie ja auch an ihnen gescheitert ist. Dann verwundert man sich auch nicht, daß Hilarius den ganz klaren Ausgang zu einer spekulativen Darstellung hat: „Der Vater und Sohn sind nicht der Person, sondern dem Wesen nach einer, und wahrer Gott ist jeder‟ (De trin. 5, 10; vgl. 4, 35; 5, 35; 7, 40); daß er aber für Wesen natura benutzt, an anderer Stelle (De trin. 4, 40) genus, auch einmal substantia (De trin. 4, 42); daß er aber diese Ansätze nicht zur Grundlage macht, sondern sie fast nebenbei in seine Schriftauslegung einflicht.
Wohl hat Hilarius trefflich erkannt, wie nah verwandt beide Worte seien: *ὁμοούσιος* und *ὁμοιούσιος* [homoousios und homoiousios]; wie beide gleich gut geeignet seien, den Lehrgehalt rechtgläubig [S. 32](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0032.jpg) wiederzugeben. Doch stellen wir das erst für das Jahr 359 fest (De syn.), nicht aber schon für das Werk De trinitate, in dem *ὁμοιούσιος* [homoiousios] überhaupt nicht vorkommt, *ὁμοούσιος* [homoousios] nur ganz selten (De trin. 4, 4). Ihm waren also die Begriffe in ihrer Tragweite zur Zeit der Abfassung nicht bekannt; und nachdem sie ihm bekannt waren, hat Hilarius sie ― bezeichnend für seine Eigenart als Theologe ― wiederum eingebettet in eine geschichtliche Darstellung. Das war ihm das wichtigste: der Gegenwart dienen mit den Mitteln, wie die Gegenwart sie bot. Dieses Urteil würde noch mehr gestützt sein, wenn von den drei Ausgaben seines historisch-politischen Werkes mehr erhalten wäre, als wir in den „Fragm. Antiar. Paris.‟ (= fragm. hist.) besitzen, deren Hauptwert für uns in den geschichtlichen Nachrichten beruht, obwohl doch die Abfassung sich bis zum Jahr 367 hinzieht, also Gelegenheit gegeben war, die begrifflichen Klarstellungen nutzbar zu machen.
Es geht dem hl. Hilarius um ein klares Feststellen der ersten Tatsachen; um ein bestimmtes Abstecken der sicheren Grenzen. Es ist ein erstes Hinausstreben aus Tatsächlich-Wirklichem zu dem Wesenhaft-Wirklichen, aus dem Geschichtlichen zum Unwandelbaren, zum Metaphysischen hin. Die immer wiederholte Schriftauslegung, und zwar etwas eigensinnig-kleinliche Auslegung beweist, wie sehr er einerseits die Dringlichkeit und die Wucht der Fragen verspürt, wie sehr er anderseits aber sich noch unvermögend weiß, mit solcher Klarheit zu gestalten, wie es 50 Jahre später Augustinus tat. Der Grund für den Unterschied zwischen Hilarius und Augustinus ist zwar auch die veränderte Zeit, mehr aber noch das Geheimnis der Denkerpersönlichkeit, insbesondere bei einem Gottesgelehrten.
Hilarius geht es gar nicht darum, unabhängig von jeglicher Zeitströmung sich in die Geheimnisse des Glaubens zu versenken, die Stellen des Lichtes und des Dunkels zu umgrenzen und dem wesensmäßigen Zusammenhang nachzuspüren. Hilarius ist der Kämpfer mit der glühenden Christusliebe und dem leidenschaftlichen Christusglauben, dem es nur darum geht, der Schmälerung Christi unter allen Umständen entgegenzutreten. [S. 33](https://bkv.unifr.ch/works/153/versions/459/scans/a0033.jpg) Von hier aus begreift man die Benamungen, die er den Irrlehrern gibt, und die durchaus nicht immer der zarteste Ausdruck christlicher Nächsten- und Feindesliebe sind, es sei denn auf dem Umwege, daß, wer Christi Feind ist, es auch des Nächsten ist. Näheres findet man in der Besprechung von „De trinitate‟.
Vorbildlich aber bleibt Hilarius in der Sorge um den Glauben, in den Forderungen an eine gedeihlich-wissenschaftliche Glaubenslehre und einen fruchtbaren wissenschaftlichen Glaubenslehrer.
[^4]: Über den Bibeltext des hl. Hilarius vgl. Schäfer Karl Theodor, Untersuchungen zur Geschichte der lateinischen Übersetzung des Hebräerbriefes; ═ Römische Quartalsschrift, 23. Band, Freiburg (Brsg.) 1929; S. 26―28. Feder, Wiener Studien 41, S. 172―178. Vogels, Neutestamentl. Abhandlungen Bd. 14, Heft 2/3, S. 2, 43 f.