15. Tadel Derer, welche die Ursachen ihrer Ungeduld auf Andere werfen.
[Forts. v. S. 187 ] Wenn wir, die der Stolz und die Ungeduld zuweilen überwunden, unsere unordentlichen und regellosen Sitten bessern wollen, so sehnen wir uns unter Klagen in die Einsamkeit, als ob wir daselbst, wo uns Niemand reizt, sofort die Tugend der Geduld finden würden. Auch entschuldigen wir unsere Unachtsamkeit mit der Behauptung, daß die Ursachen unserer Aufregung nicht an unserer Ungeduld, sondern an der Verschuldung der Brüder lägen. Während wir so den Grund unserer Verirrung auf Andere ablenken, werden wir nie zum Ziele der Geduld und Vollkommenheit gelangen können.
