18. Nicht nur in der Ordnung der Natur, sondern auch der steten Vorsehung werden wir mit Gottes Gnade bewaffnet.
Nicht bloß dafür müssen wir uns gegen Gott dankbar erweisen, daß er uns als vernünftige Wesen geschaffen, uns mit der Macht des freien Willens ausgestattet, die Gnade der Taufe geschenkt und uns die Kenntniß des Gesetzes und Beistand verliehen hat, sondern auch für Das, was uns, Dank seiner steten Fürsorge für uns, zu Theil wird: nämlich daß er uns von feindlichen Nachstellungen befreit, daß er mit uns wirkt, damit wir die Sünden des Fleisches überwinden können, daß er auch ohne unser Wissen uns vor Gefahren schützt, daß er uns gegen den Fall in die Sünde stärkt, daß er uns Hilfe und Erleuchtung spendet, damit wir seine Hilfe (unter der Einige nur das Gesetz verstehen wollen) zu verstehen und zu erkennen vermögen, daß wir für unsere Nachläßigkeiten und Vergehen in Folge seiner Einsprechung unzweifelhafte Reue und Zerknirschung fühlen, daß er sich würdigt, uns heimzusuchen und uns eine recht heilsame Züchtigung angedeihen zu lassen, daß wir von ihm zuweilen gleichsam wider unsern Willen zum Heile gezogen werden, weil er endlich gar unsern freien Willen, der gar leicht zu Sünden herabsinkt, zu einer besseren Frucht lenket und durch die Heimsuchung seiner Einsprechungen zum Wege der Tugend hinwendet.
