19. Dieser Glaube von der Gnadenhilfe Gottes ist ein Erbe der Väter.
Das eigentlich ist Demuth gegen Gott, das der reine S. 258 Glaube der ältesten Väter, der bei ihren Nachkommen unversehrt bis beute fortdauert. Diesem Glauben geben die apostolischen Tugenden, welche oft an den Vätern sich gezeigt haben, nicht allein bei uns, sondern auch bei den Ungläubigen unbezweifeltes Zeugniß. Diese mit ihrem einfältigen Glauben im einfältigen Herzen nahmen ihn nicht durch dialektische Vernunftschlüsse oder tullianische Beredsamkeit in einen weltlich gesinnten Geist auf, sondern fanden aus augenfälligen Zeichen, daß in einem reinen Lebenswandel, einer lauteren Handlungsweise und in der Besserung von Sünden und, besser gesagt, in diesem Glauben selbst das Wesen der Vollkommenheit enthalten sei, ohne welche man weder Gottesliebe noch Sündenreinheit, noch Besserung der Sitten, noch Vollendung der Tugenden erreichen kann.
