10.
Ich mußte neulich mit Bedauern feststellen, daß man beim Tode eines solchen Mönches Reichtümer vorfand wie bei einem Krösus. Die Almosen, die er in der Stadt für die Armen gesammelt hatte, wurden ein Erbteil seiner Familie und der hinterbliebenen Verwandten. Da sah man das Eisen, das in der Tiefe verborgen war, auf dem Wasser schwimmen, 1 und unter Palmen tat sich die Bitterkeit der Myrrhe kund. 2 Kein Wunder! War doch sein Genosse und Lehrmeister einer, der es verstand, für sich aus dem Hunger der Armen eine Quelle des Reichtums zu machen. Aber ihr Schrei stieg zum Himmel empor 3 und besiegte die sonst so geduldigen Ohren Gottes. Er schickte seinen Engel und ließ diesem Bösewicht, einem Nabal vom Karmel, ankündigen: 4 „Du Tor, heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du dir zusammengerafft hast, wem wird es gehören?“ 5
