2.
Wenn mir auch Deine hohe Würde Zurückhaltung auferlegt, so wage ich es doch im Vertrauen auf Deine menschliche Güte, mich Dir zu nähern. Vom Priester S. b83 erbitte ich für das Opfertier Rettung; vom Hirten erflehe ich Schutz für das Lämmlein. Fort mit allem Mißtrauen! Fern sei es von mir, mich mit Schmeichelworten dem höchsten Würdenträger Roms nähern zu wollen! Ich will mit dem Nachfolger des Fischers und mit dem Schüler des Kreuzes sprechen. Wie ich außer Christus keinen als den obersten Führer anerkenne, so fühle ich mich mit Deiner Heiligkeit, d.h. mit dem Stuhle Petri, in Glaubensgemeinschaft verbunden. Weiß ich doch sehr gut, daß die Kirche Christi auf diesen Felsen gebaut ist. 1 Wer außerhalb dieses Hauses das Lamm ißt, der ist gottlos. Wer nicht in der Arche Noes wohnt, der wird in den Tagen der Flut umkommen. 2 Ich habe mich nun, um für meine Sünden zu büßen, in jene Einöde zurückgezogen, welche die Brücke bildet zwischen Syrien und den barbarischen Völkerschaften. 3 Deshalb kann ich wegen der weiten Entfernung das Heilige des Herrn 4 nicht immer von Deiner Heiligkeit erbitten. Ich habe mich aber hier an Deine Amtsgenossen, die ägyptischen Bekenner, angeschlossen 5 und lebe im Verborgenen wie ein kleines Fahrzeug inmitten der gewaltigen Lastschiffe. Den Vitalis kenne ich nicht, von Meletius will ich nichts wissen, und auch mit Paulinus stehe ich in keiner Verbindung. Wer nicht mit Dir sammelt, der zerstreut, 6 d.h. „Wer es nicht mit Christus hält, der hält es mit dem Antichrist“. 7
