• Start
  • Werke
  • Einführung Anleitung Mitarbeit Sponsoren / Mitarbeiter Copyrights Kontakt Impressum
Bibliothek der Kirchenväter
Suche
DE EN FR
Werke Tertullian (160-220) De patientia

Edition ausblenden
De patientia (SC)

I.

[1] Confiteor ad dominum Deum satis temere me, si non etiam inpudenter, de patientia componere ausum, cui praestandae idoneus omnino non sim, ut homo nullius boni, quando oporteat demonstrationem et commendationem alicuius rei adortos ipsos prius in administratione eius rei deprehendi et constantiam commonendi propriae conuersationis auctoritate dirigere, ne dicta factis deficientibus erubescant. [2] Atque utinam erubescere istud remedium ferat, uti pudor non exhibendi quod aliis suggestum imus exhibendi fiat magisterium! Nisi quod bonorum quorundam, sicuti et malorum, intolerabilis magnitudo est, ut ad capienda et praestanda ea sola gratia diuinae inspirationis operetur. [3] Nam quod maxime bonum, id maxime penes Deum nec alius id quam qui possidet dispensat, ut cuique dignatur. [4] Itaque uelut solacium erit disputare super eo quod frui non datur, uice languentium qui cum uacent a sanitate de bonis eius tacere non norunt. [5] Ita miserrimus ego semper aeger caloribus inpatientiae, quam non optineo patientiae sanitatem, et suspirem et inuocem et perorem necesse est, cum recordor et in meae inbecillitatis contemplatione digero bonam fidei ualitudinem et dominicae disciplinae sanitatem non facile cuiquam nisi patientia adsideat prouenire. [6] Ita praeposita Dei rebus est, ut nullum praeceptum obire quis, nullum opus domino complacitum perpetrare extraneus a patientia possit.

[7] Bonum eius etiam qui caeca uiuunt summae uirtutis appellatione honorant; philosophi quidem, qui alicuius sapientiae animalia deputantur, tantum illi subsignant ut, cum inter sese uariis sectarum libidinibus et sententiarum aemulationibus discordent, solius tamen patientiae in commune memores huic uni studiorum suorum commiserint pacem: in eam conspirant, in eam foederantur, in illam adfectatione uirtutis unanimiter student; omnem sapientiae ostentationem de patientia praeferunt. [8] Grande testimonium eius est cum etiam uanas saeculi disciplinas ad laudem et gloriam promouet! Aut numquid potius iniuria, cum diuina res in saecularibus artibus uolutatur? [9] Sed uiderint illi quos mox sapientiae suae cum saeculo destructae ac dedecoratae pudebit!

Übersetzung ausblenden
Über die Geduld (BKV)

1. Der Verfasser bekennt seinen Mangel an Geduld und seine Unwürdigkeit, über diese Tugend zu schreiben. Lob derselben.

S. 35Ich muss vor Gott dem Herrn bekennen, dass ich recht verwegen, wo nicht anmaßlich handle, wenn ich mich erkühne über die Geduld zu schreiben, die zu üben ich als ein Mensch ohne jede gute Eigenschaft außerstande bin; denn bei denen, welche den Beweis und die Vertretung irgend einer Sache unternehmen, sollte man zuvor etwas von der Ausübung derselben bemerken und beharrlichen Ermahnungen durch das Beispiel des eigenen Wandels die rechte Richtung geben, damit nicht die Worte ob des Mangels an Taten schamrot werden. O dass doch die Schamröte Heilung brächte, dass die Beschämung, nicht getan zu haben, was wir ändern raten wollen zu tun, uns eine Lehre würde! Freilich ist die Größe einiger Tugenden, wie umgekehrt auch die Größe einiger Fehler, erdrückend, so dass die Gnade der göttlichen Eingebung allein es ist, die bewirkt, dass man dieselben fasst und übt. Denn, was im höchsten Sinne gut ist, das steht im höchsten Sinne bei Gott, und kein anderer teilt es aus, als wer es besitzt, und zwar wem er will. Daher wird es eine Art Trost sein, über das zu disputieren, was zu genießen uns nicht gegeben ist, etwa wie die Kranken, solange sie der Gesundheit entbehren, nicht aufhören können, von deren Vorteilen zu reden. Und so muss ich Beklagenswerter, der ich beständig an der Fieberhitze der Ungeduld krank liege, nach der Gesundheit, die in der Geduld besteht, seufzen, darum bitten und darüber reden, indem ich mich erinnere und mir bei der Betrachtung meiner Schwäche überlege, dass gute Gesundheit im Glauben und rechtes Wohlbefinden in der Zucht des Herrn so leicht nicht erlangt wird, wenn nicht die Geduld hilfreich dazu beiträgt.

Die Geduld ist so sehr über die Werke Gottes gesetzt, dass niemand eine Vorschrift zu erfüllen, niemand ein Gott wohlgefälliges Werk zu verrichten imstande S. 36ist; der der Geduld entbehrt. Ihre Vortrefflichkeit erkennen auch die, welche ihrer entbehren, durch das ehrende Prädikat: „die höchste Tugend“ an. Die Philosophen, von welchen man glaubt, dass sie der Weisheit leben, machen ihr diese Einräumung, so dass sie, bei all ihrer sonstigen Uneinigkeit infolge der Sympathien für die verschiedenen Schulen und die entgegengesetzten Meinungen, dennoch alle miteinander allein der Geduld eingedenk diesen einen Gegenstand ihrer Studien als ein friedliches Gebiet ansehen. In ihr treffen sie zusammen, in ihr schließen sie Frieden, ihrer befleißen sie sich einmütig bei ihrem affektierten Tugendstreben, mit der Geduld tragen sie ihre Weisheit vollständig zur Schau. Es ist eine große Empfehlung für diese Tugend, sogar die eiteln Beschäftigungen der Welt zu ihrem Lobe und Ruhme in Bewegung zu setzen. Oder ist es vielleicht ein Schimpf, wenn etwas Göttliches sich mit den Künsten dieser Welt abgibt? Mögen sie zusehen, da sie sich bald ihrer Weisheit, die mit der Welt zerstört und zu Schanden wird, werden schämen müssen.

  Drucken   Fehler melden
  • Text anzeigen
  • Bibliographische Angabe
  • Scans dieser Version
Editionen dieses Werks
De patientia (SC)
Übersetzungen dieses Werks
De la patience vergleichen
Of Patience vergleichen
Über die Geduld (BKV)
Kommentare zu diesem Werk
Einleitung: Persönliche Schriften (Über das Pallium oder den Philosophenmantel, über die Geduld und an seine Frau)
Elucidation - Of Patience

Inhaltsangabe

Theologische Fakultät, Patristik und Geschichte der alten Kirche
Miséricorde, Av. Europe 20, CH 1700 Fribourg

© 2026 Gregor Emmenegger
Impressum
Datenschutzerklärung