1.
O wahrer Gott und mein Herr! Ein großer Trost für die Seele in dem Leid, das ihr die Vereinsamung und das Fernsein von dir verursachen, ist der Gedanke, daß du überall gegenwärtig bist. Allein, was hilft dieser Gedanke, o mein Gott, wenn die Glut der Liebe und die heftigen Antriebe dieser Pein zunehmen? Denn da wird der Verstand verwirrt, und der Vernunft verbirgt sich das Licht der Wahrheit, so daß man sie weder Versteht noch erkennt. Die Seele erkennt nur noch, daß sie fern von dir ist und ihr nicht geholfen werden kann. Ihr von inniger Liebe erglühendes Herz nimmt nur noch Rat und Trost von dem an, der es verwundet hat; von ihm erwartet sie Linderung ihrer Pein. Wenn du willst, o Herr, so heilst du in einem Augenblick die Wunde, die du geschlagen hast; eher aber ist keine Heilung und auch keine Freude zu erhoffen außer jener, die aus dem Bewußtsein quillt, zu leiden um einer so erhabenen Sache willen.
