17.
Ein deutlicher Beweis aber, dass durch diese Auswanderung seine Seele sich von der Astronomie und der chaldäischen Anschauung freimachte, ist dieser: es heisst nämlich sofort nach der Auswanderung des Weisen: „Gott erschien dem Abraham" (1 Mos. 12,7). Hieraus geht hervor, dass er ihm vorher nicht sichtbar war, als er noch in chaldäischer Anschauung befangen auf die Bewegungen der Gestirne achtete und ausserhalb der Welt und der sinnlich wahrnehmbaren Natur durchaus kein harmonisches und geistiges Wesen erkannte. Nachdem er aber seinen Wohnsitz geändert hatte, musste er erkennen, dass die Welt untertan und nicht selbständig ist, nicht herrschend, sondern beherrscht von einem Urheber, von einem, der sie geschaffen. Damals zuerst hat dies der Geist aufschauend wahrgenommen. Denn vorher hatten die sinnlich wahrnehmbaren Dinge eine dichte Finsternis über ihn ausgebreitet, und erst als er diese durch warme und flammende Lehren zerstreut hatte, vermochte er wie bei klarem Himmel eine Vorstellung von dem früher ihm Verhüllten und Unsichtbaren zu gewinnen; und dieser wies in seiner Menschenliebe die an ihn herankommende Seele nicht zurück, sondern kam ihr entgegen und offenbarte ihr sein Wesen, soweit der Schauende es zu sehen vermag. Darum heisst es nicht, dass der Weise Gott sah, sondern dass „Gott" dem Weisen „erschien"; war es doch einem Menschen unmöglich, von selbst das wahrhaft seiende Wesen zu begreifen, wenn dieses sich nicht selbst zeigte und offenbarte.
