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Werke Johannes Chrysostomus (344-407) In epistulam i ad Thessalonicenses homiliae 1-11 Homilien über den I. Thessalonicher-Brief (BKV)
Zweite Homilie.

2.

„Und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.

Das will heißen: Leicht und mit großem Eifer habt ihr euch zu Gott bekehrt, und es kostete euch keine große Mühe, dem Dienste des lebendigen und wahren Gottes S. 558 euch zu widmen. Mit diesen Worten ertheilte er ihnen auch zugleich eine Ermahnung in milder Form.

Und um seinen Sohn vom Himmel herab zu erwarten, den er von den Todten erweckt hat, Jesum nämlich, der uns vom zukünftigen Zorn erlöst hat.

Der Apostel will sagen: Um seinen Sohn vom Himmel herab zu erwarten, der gekreuzigt wurde und begraben ward, den aber, wie er erklärend beifügt, Gott von den Todten auferweckt hat. Hier ist nun Alles beisammen: Auferstehung, Himmelfahrt, zweite Ankunft, Gericht, Belohnung der Gerechten, Bestrafung der Bösen.

Jesum, der uns vom künftigen Zorne erlöst hat?

Diese Worte enthalten einen Trost, eine Ermahnung, eine Aufmunterung für Jene. Denn wenn Gott ihn von den Todten auferweckt hat, wenn er im Himmel ist und von dannen wieder kommen wird, (und ihr glaubt ja, daß Dem also sei; wo nicht, dann hättet ihr nicht so Viel gelitten;) ist das doch wohl eine reiche Quelle des Trostes. Und wenn die Verfolger sicher ihre Strafe treffen wird, wie der Apostel in dem zweiten Briefe sagt,1 so ist das euch ein Trost, und zwar kein geringer. „Und um seinen Sohn vom Himmel herab zu erwarten,“ fährt er fort. Damit will der Apostel andeuten, daß das Schlimme ihnen jetzt widerfahre, die Seligkeit ihnen aber in der Zukunft zu Theil werde, dann nämlich, wenn Christus vom Himmel herabkomme. Erwäget also, wie fest die Hoffnung des Christen sein muß, weil der Gekreuzigte auf- S. 559 erstanden, weil er in den Himmel aufgefahren ist, weil er wieder kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten.


  1. II. Thess. 1, 9. ↩

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Homilien über den I. Thessalonicher-Brief (BKV)

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