• Start
  • Werke
  • Einführung Anleitung Mitarbeit Sponsoren / Mitarbeiter Copyrights Kontakt Impressum
Bibliothek der Kirchenväter
Suche
DE EN FR
Werke Dionysius Areopagita, ps. (520) De divinis nominibus

Übersetzung ausblenden
Von den göttlichen Namen (Edith Stein)

2. Gott soll nach dem Walten der Vorsehung oder den Hervorgängen gepriesen werden

Diese Gottesnamen also, die die Vorsehung offenbaren, begehrt die Abhandlung zu preisen; sie verspricht nicht die überwesentliche Güte der überwesentlichen Gottheit, ihr Wesen, ihr Leben und ihre Weisheit zu enthüllen, da sie die Güte über alle Güte, die Gottheit, das Wesen, die Weisheit und das Leben in Verborgenheit hüllte, wie die Heilige Schrift sagt: Sondern sie preist die offenbar gewordene Vorsehung, die alles Gute bewirkt, die überragende Güte und Ursache alles Guten; und das Seiende, das Leben und die Weisheit als seinsbegründende, lebenschaffende, weisheitspendende Ursache für alles, was Sein und Leben, Geist, Vernunft- und Sinnenbegabung durch Teilhabe besitzt. Sie sagt nicht, Gutes, Seiendes, Leben und Weisheit seien Verschiedenes und viele Ursachen, und verschiedene Gottheiten bewirkten das eine und das andere, höhere und niedere, sondern dem Einen Gott gehören alle guten Hervorgänge und die von uns gepriesenen Gottesnamen zu; und einer ist es, der die gesamte Vorsehung des Einen Gottes offenbart, andere aber enthüllen mehr oder minder allgemeine, teilweise Wirkungen der Vorsehung.

Übersetzung ausblenden
Schriften über "Göttliche Namen" (BKV)

§ 2.

Diese Namen Gottes also, welche seine Vorsehung offenbaren, verlangt unsere Rede zu feiern. Sie ver- S. 101 spricht nicht, die absolute, überwesentliche Güte und Wesenheit, Leben und Weisheit der absoluten, überwesentlichen Gottheit darzustellen, welche über alle Güte, Gottheit, Wesenheit, Weisheit und Leben in Verborgenheit, wie die Schrift sagt, hinausgerückt ist,1 sie will vielmehr die geoffenbarte, Gutes schaffende Vorsehung, die überschwengliche Güte und die Ursache von allem Guten feiern als Seiendes, Leben und Weisheit, als die wesenbildende, lebenschaffende und Weisheit spendende Ursache der Wesen, welche an Wesenheit, Leben, Vernunft, Verstand und Empfindung Anteil empfangen haben. Unsere Rede will aber nicht sagen, daß etwas anderes das Gute, etwas anderes das Seiende, etwas anderes das Leben, etwas anderes die Weisheit (in Gott) sei; sie will auch nicht eine Mehrheit von Ursachen und für die einen Dinge diese, für die andern jene erschaffenden Gottheiten höherer und niederer Ordnung aufstellen, sondern sie will alle die gütigen Ausgänge und die von uns gefeierten Gottesnamen sämtlich nur von einem Gott verstanden wissen und besagen, daß der eine Name die universale Vorsehung des einen Gottes andeutet, die andern dagegen die mehr oder minder umfassenden Arten der Vorsehung.2 S. 102


  1. Ps. 17, 12. ↩

  2. Dionysius wiederholt die Erklärung, die er kurz vorher § 1. und bereits im 1. Kapitel (s. oben S. 26 f.) schon weitläufig abgegeben hat: daß man Gottes Wesen und Eigenschaften in sich nicht fassen kann, wohl aber aus seinem Wirken nach außen bzw. aus den Akten der Vorsehung schlußweise über ihn zu forschen und zu sprechen vermöge. Vgl. u. a. cap. I § 5. τὴν ἀγαθαρχικὴν τῆς θεαρχίας πρόνοιαν ἐκ πάντων τῶν αἰτιαῶν ὑμνητέον. — Providentia universalis intelligitur bonitas Dei, providentiae partiales respiciunt vitam, sapientiam, rationem, quae in creaturis non omnibus simul sumptis insunt (cf. Corderium ad locum). ↩

  Drucken   Fehler melden
  • Text anzeigen
  • Bibliographische Angabe
  • Scans dieser Version
Editionen dieses Werks
ΠΕΡΙ ΘΕΙΩΝ ΟΝΟΜΑΤΩΝ vergleichen
Übersetzungen dieses Werks
Schriften über "Göttliche Namen" (BKV)
Traité des noms divins vergleichen
Von den göttlichen Namen (Edith Stein)
Kommentare zu diesem Werk
Einleitung: Dionysius Aeropagita über heilige Namen

Inhaltsangabe

Theologische Fakultät, Patristik und Geschichte der alten Kirche
Miséricorde, Av. Europe 20, CH 1700 Fribourg

© 2026 Gregor Emmenegger
Impressum
Datenschutzerklärung