• Start
  • Werke
  • Einführung Anleitung Mitarbeit Sponsoren / Mitarbeiter Copyrights Kontakt Impressum
Bibliothek der Kirchenväter
Suche
DE EN FR
Werke Augustinus von Hippo (354-430) Tractatus in Euangelium Iohannis Vorträge über das Johannes-Evangelium (BKV)
122. Vortrag

2.

Man pflegt betreffs dieses Fischfanges der Jünger zu fragen, warum Petrus und die Söhne des S. 1148 Zebedäus zu dem zurückkehrten, was sie früher gewesen waren, ehe sie vom Herrn berufen wurden; sie waren nämlich Fischer, als er zu ihnen sprach: „Folget mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen“1. Damals nämlich folgten sie ihm, um unter Verlassung von allem seinem Unterricht sich hinzugeben, und zwar bis zu dem Grade, daß, während jener Reiche traurig von ihm wegging, zu dem er gesagt hatte: „Geh, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach“2, Petrus zu ihm sprach: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“3. Was ist es also, daß sie gleichsam unter Aufgabe des Apostolats wieder werden, was sie waren, und wieder aufnehmen, was sie verlassen hatten, gleich als hätten sie vergessen, was sie gehört hatten: „Keiner, der die Hand an den Pflug legt und rückwärts schaut, ist tauglich für das Himmelreich“?4 Wenn sie nun dies nach dem Tode Jesu getan hätten, noch bevor er von den Toten auferstanden war (was sie allerdings nicht konnten, weil der Tag, an dem er gekreuzigt wurde, sie ganz in Anspruch nahm, bis zu seinem Begräbnis, welches vor dem Abend stattfand; der folgende Tag aber war der Sabbat, wo sie, da sie die väterliche Sitte beobachteten, gewiß nicht arbeiten durften; am dritten Tage aber erstand der Herr und rief sie zur Hoffnung zurück, die sie in Betreff seiner Person bereits aufzugeben angefangen hatten), dennoch, wenn sie es damals getan hätten, so würden wir glauben, sie hätten es in jener Verzweiflung, die sich ihrer Gemüter bemächtigt hatte, getan. Jetzt aber, nachdem er ihnen aus dem Grabe lebendig zurückgegeben war; nachdem die augenscheinlichste Wirklichkeit seines wieder lebendig gewordenen Fleisches ihren Augen und Händen nicht bloß zum Sehen, sondern auch zum Berühren und Betasten dargeboten war; nachdem sie die Wundmale angeschaut hatten bis zum S. 1149 Bekenntnis des Thomas, der auf keine andere Weise glauben zu wollen beteuert hatte; nachdem sie durch seine Anhauchung den Heiligen Geist empfangen hatten; nachdem sie aus seinem Munde in ihre Ohren die Worte aufgenommen hatten: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich auch euch; welchen ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten“5, ― werden sie plötzlich wieder, was sie gewesen waren, nicht Menschenfischer, sondern Fischfänger.


  1. Matth. 4, 19. ↩

  2. Matth. 19, 21 f. ↩

  3. Matth. 19, 27. ↩

  4. Luk. 9, 62. ↩

  5. Joh. 20, 21―23. ↩

pattern
  Drucken   Fehler melden
  • Text anzeigen
  • Bibliographische Angabe
  • Scans dieser Version
Download
  • docxDOCX (859.52 kB)
  • epubEPUB (841.42 kB)
  • pdfPDF (3.20 MB)
  • rtfRTF (2.83 MB)
Übersetzungen dieses Werks
Vorträge über das Johannes-Evangelium (BKV)

Inhaltsangabe

Theologische Fakultät, Patristik und Geschichte der alten Kirche
Miséricorde, Av. Europe 20, CH 1700 Fribourg

© 2026 Gregor Emmenegger
Impressum
Datenschutzerklärung