2.
Es gibt viele Umstände, welche uns nicht erlauben, die Worte des Evangeliums in dem gewöhnlichen Sinne aufzufassen. Denn durch die Einschaltung einiger Dinge, welche nach der Beschaffenheit des menschlichen Begriffes einander entgegengesetzt sind, werden wir erinnert, die Beschaffenheit des himmlischen Sinnes aufzusuchen. Die Apostel behaupten, S. 231 daß sie Christo nachfolgen und Alles verlassen haben; warum werden sie also bestürzt, und warum hegen sie Furcht, indem sie sagen, daß Niemand selig werden könne? Denn es konnte ja auch von andern gethan werden, was sie etwa gethan hatten. Ferner, wenn sie es aber gethan hatten, warum oder woher wandelte sie Furcht an? In der Antwort des Herrn wird auch beigefügt, daß das, was bei den Menschen unmöglich ist, bei Gott möglich sey. War etwa das bei den Menschen unmöglich, was die Apostel gethan zu haben sich rühmen, und wovon der Herr anerkennt, daß sie es gethan haben; und sollten in der Folge Mehrere bis zur Seligkeit des Martertodes Alles verlassen? Oder hat Gott etwas, das er entbehren kann; und sollte etwas übrig seyn, wornach er durch den Verlurst von Dingen, welche er besitzt, trachten sollte, so, daß ihm allein dieses zu thun möglich wäre? Demnach hat diese ganze Rede einen höhern Sinn.