22.
Solcher Art waren, wie erzählt wird, die Plagen durch die Hand des Moses allein: die Plage durch Hagel und Blitzschlag, die Heuschreckenplage und die Finsternis, die keine Art von Licht aufkommen liess. Nun wurden sie, er und sein Bruder gemeinsam, mit einer Plage beauftragt, die ich sogleich schildern will (2 Mos. 9,8). Auf Gottes Geheiss nehmen sie Asche vom Ofen in die Hände, und Moses streute sie in kleinen Häufchen in die Luft. Da erhob sich plötzlich eine Staubwolke und erzeugte bei Menschen und vernunftlosen Tieren eine bösartige und schmerzhafte Eiterung auf der ganzen Haut; der Körper schwoll sofort durch Entzündung mit eiternden Blasen an, die man für Brandwunden, durch unsichtbares Feuer hervorgerufen, halten mochte. Von Schmerzen und grossen Qualen, wie natürlich, infolge der Eiterung und des Brennens geplagt, litten sie seelisch mehr noch oder nicht weniger als körperlich und wurden durch die Leiden ganz mürbe gemacht — denn vom Kopf bis zu den Füssen sah man eine einzige ununterbrochene Beule, da die über alle Körperteile zerstreuten Wunden die Gestalt einer einzigen bekamen —, bis wiederum durch Gebete, die der Gesetzgeber für die Leidenden verrichtete, die Krankheit gehoben wurde. Gemeinsam aber waren sie mit dieser Warnungsplage betraut worden, wie es sich gehörte: der Bruder mit Rücksicht auf die sich erhebende Staubwolke, da ihm die Ausführung der von der Erde herrührenden Plagen zugefallen war, Moses mit Rücksicht auf die Luft, die zur Qual für die Bewohner ihre Natur veränderte, denn die aus der Luft und dem Himmel gesandten Plagen waren seine Aufgabe.