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Werke Martin Luther (1483-1546) Sermon von der Freyheit eines Christenmenschen D. M. Luthers Sermon von der Freyheit eines Christenmenschen.

23.

Zum drey und zwanzigsten, darum sind diese zwey Sprüche wahr: Gute fromme Werke machen nimmermehr einen guten frommen Mann; sondern ein guter frommer Mann machet gute fromme Werke. Böse Werke machen nimmermehr einen bösen Mann; sondern ein böser Mann machet böse Werke. Also, daß allewege die Person zuvor muß gut und fromm seyn vor allen guten Werken, und gute Werke folgen und ausgehen von der frommen guten Person. Gleichwie Christus saget Matth. 7, 18: Ein böser Baum träget keine gute Früchte. Ein guter Baum träget keine böse Früchte. Nun ists offenbar daß die Früchte tragen nicht den Baum; so wachsen auch die Bäume nicht auf den Früchten: Sondern wiederum, die Bäume tragen die Frucht, und die Früchte wachsen auf den Bäumen. Wie nun die Bäume müssen ehe seyn denn die Früchte: und die Früchte machen nicht die Bäume weder gut noch böse, sondern die Bäume machen die Früchte; also muß der Mensch in der Person zuvor fromm oder böse seyn, ehe er gute oder böse Werke thut; und seine Werke machen ihn nicht gut oder böse, sondern er machet gute oder böse Werke.

Deßgleichen sehen wir in allen Handwerken. Ein gut oder böses Haus machet keinen guten oder bösen Zimmermann; sondern ein guter oder böser Zimmermann macht ein böses oder gut Haus. Kein Werk machet einen Meister, darnach das Werk ist; sondern wie der Meister ist, darnach ist sein Werk auch. Also seyn die Werke des Menschen auch; wie es mit ihm stehet im Glauben oder Unglauben, darnach sind seine Werke gut oder böse. Und nicht wiederum, wie seine Werke stehen, darnach sey er fromm oder gläubig. Die Werke, gleichwie sie nicht gläubig machen, so machen sie auch nicht fromm. Aber der Glaube, gleichwie er fromm machet, so machet er auch gute Werke.

So denn die Werke niemand fromm machen, und der Mensch zuvor muß fromm seyn, ehe er wirket: so ists offenbar, daß allein der Glaube aus lautern Gnaden, durch Christum und sein Wort, die Person gnugsam fromm und selig machet. Und daß kein Werk, kein Gebot einem Christen noth sey zur Seligkeit, sondern er frey ist von allen Geboten und aus lauterer Freyheit umsonst thut, alles was er thut, nichts damit gesuchet seines Nutzes oder Seligkeit; denn er schon satt und selig ist durch seinen Glauben und Gottes Gnaden: sondern thut gute Werke, nur GOTT darinnen zu gefallen.

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Übersetzungen dieses Werks
D. M. Luthers Sermon von der Freyheit eines Christenmenschen.

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