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Bibliothek der Kirchenväter
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Works Salvian (405-451) Allgemeine Einleitung zu Salvianus Leben und Werk

VIII. Überlieferung der Werke Salvians

Die uns bekannten Werke aus der Feder des Presbyters von Marseille sind nicht gesammelt überliefert, sondern sind auf verschiedene Handschriftengruppen verteilt,

a) Das Hauptwerk, die „Gubernatio Dei", ist vor allem enthalten in einem aus dem nordfranzösischen Kloster Corbie stammenden Kodex des 10, Jahrhunderts, jetzt Parisinus Nr, 13 385. Er bietet den besten Text. 1Die Handschrift ist auch deswegen interessant, weil sie von zweierlei Händen Korrekturen enthält. Zur Ergänzung kann an manchen Stellen eine Brüsseler Handschrift (Nr. 10 628) aus dem 13. Jahrhundert herangezogen werden. Dazu kommt ein Cod. Paris. Reg. Nr. 2174 (15. Jahrhundert, einst Colbertinus). Ein Paris, (einst Colbert.) 2786 aus der gleichen Zeit sowie ein Wiener Kodex Nr. 826 (15. Jahrhundert), den Joh. Alexander Brassicanus im Jahre 1530 der ersten Ausgabe der „Gubernatio" zugrunde legte, endlich eine Reihe von Handschriften in italienischen Bibliotheken sind von geringerer Bedeutung.

b) Was die ältere Schrift Salvians "Ad Ecclesiam" betrifft, so kennt noch Paulys Ausgabe drei Handschriften: als wichtigste einen Cod. Parisinus Nr. 2172 aus dem 10, Jahrhundert - ebenfalls mit Emendationen von zwei, ja drei, freilich nicht immer glücklichen Händen-, dann den Cod. Par. Nr. 2785 aus dem 11. Jahrhundert und den Cod. Par. Nr. 2173 aus dem 13. Jahrhundert, auf den sich vor allem die alte Ausgabe von Baluzius stützt. Eine uns unbekannte Handschrift muß endlich auch noch (ebenso für Salvians Brief Nr. 9) der Humanist Johannes Sichardus in seiner Erstausgabe (Basel 1528) benützt haben. Andere, früher vorhandene und heute in alten Bibliothekskatalogen 2nachgewiesene Handschriften in St. Riquier (9. Jahrhundert) und in Lorsch (10. Jahrhundert) sind verlorengegangen. Dagegen hat S. 30 German Morin O.S.B. in der Bongarsbibliothek zu Bern Nr. 315 eine bisher unbekannte und unedierte Rezension der Schrift Ad Ecclesiam unter dem Titel „Liber Timothei espiscopi“ gefunden. 3Wenn diese Handschrift auch in mancher Hinsicht z. B zur Stutzung einiger Lesarten, bemerkenswert ist, so kann sie doch gerade in ihren wichtigsten Varianten, den oft sehr umfangreichen Zusätzen und Weglassungen, die besseren Textzeugen nicht in ihrem Werte herabdrücken, sondern muß auf weite Strecken als Neubearbeitung durch einen späteren Autor gelten. Es war also auch nicht vonnöten, bei der Übersetzung auf sie, besonders auf ihre Texterweiterungen, Rücksicht zu nehmen.

c) Die Überlieferung der Briefe gestaltet sich zum Teil sehr einfach, zum Teil sehr kompliziert. Die ersten sieben Briefe sind nur in einem einzigen Kodex erhalten, der allerdings in zwei Teilen aufbewahrt ist, in Bern Nr. 219 und Paris Nr. 3791 (2174). Der achte Brief erscheint in den Handschriften vielfach als Praefatio zu des Eucherius Schrift „De formulis spiritalis intelligentiae", die vielleicht in ihm gleich zu Anfang erwähnt ist. 4Alle Handschriften liegen in Paris. Die älteste Nr. 95 559 stammt schon aus dem 7. od. 8., die jüngsten (Nr. 2182 und Nr. 1792) aus dem 14. Jahrhundert. Dagegen ist uns der neunte Brief mit seinen engen Beziehungen zu „Ad Ecclesiam" wieder nur durch einen einzigen Textzeugen überliefert: Paris Nr. 2785 aus dem 9. Jahrhundert Doch scheint auch hier der gelehrte Philologe und Bibliotheksforscher der Humanistenzeit, Johannes Sichardus, für seine Basler Ausgabe von 1528 noch eine andere Rezension eingesehen zu haben.


  1. Über die Güte und die Verhältnisse der Handschriften vgl. F. Pauly in Sitz.-Ber. der philos.-hist. Kl. der kaiserl. Akademie d. Wissensch. in Wien XCVIII, H. 1 S. 3ff. Verkürzt: Praefatio zur Ausgabe CSEL VIII. ↩

  2. G. Becker, Cat. bibl. ant. (1385) 11, 102 und 37, 359. ↩

  3. Vgl. G. Morin O.S.B., Salvian ad Ecclesiam, recension inédite dans un Ms. De Berne (Rev. Bénéd. 43 (1931) S. 194ff.) ↩

  4. Salv. Ep. VIII. (Pauly 216.3); Legi libros, quos transmisisti, stilo breves, doctrina uberes usw. Vgl. u. S. 402. ↩

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Allgemeine Einleitung zu Salvianus Leben und Werk

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