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Bibliothek der Kirchenväter
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Works Origen († 253/54) Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes (BKV)
A. Das Leben des Origenes
Lebensabriss

18.

Noch unter dem Kaiser Philippus kam in Arabien eine neue Ketzerei auf. Man verfocht dort die Ansicht, daß die menschliche Seele beim Tode des Menschen zusammen mit dem Körper sterbe und bei der Auferstehung mit ihm wieder auferstehen werde. Deshalb trat damals eine zahlreich besuchte Synode zusammen. Zu dieser wurde wiederum Origenes berufen, hielt dort mehrere Reden über die Streitfrage und verstand es auch diesmal, durch die Macht seiner Beweisführung die Ketzerei zu unterdrücken. An deren Stelle entstand noch eine andere Ketzerei in Arabien, die der Elkesaiten, die aber, wie Eusebius (VI 38) sagt, zugleich mit dem Beginn auch wieder erlosch; Origenes hat sie in einer Homilie zum 82. Psalm erwähnt, aus der Eusebius ein Bruchstück mitteilt.

Auf Philippus folgte 249 Decius, d.h. auf den Christenfreund einer der schlimmsten Christenfeinde, der aus Haß gegen seinen Vorgänger sofort eine allgemeine Christenverfolgung begann, in der viele angesehene Christen, unter ihnen Fabianus der Bischof von Rom, ferner Alexander, der Bischof von Jerusalem, und Babylas, der Bischof von Antiochia, den Märtyrertod fanden. Die Verfolgung traf auch den Origenes, der als bedeutendster Lehrer und geistiger Führer der Christen überall bekannt war, besonders schwer. Über sein Martyrium gibt uns leider Eusebius keinen genaueren Bericht, sondern verweist auf die zahlreichen Briefe des Origenes, die genauere Angaben über seine Leiden S. 63 enhielten. Diese Briefe waren der Origenes-Apologie beigefügt und damals also jedem zugänglich. Da nun auch Alexander, der greise Bischof von Jerusalem, vor dem kaiserlichen Gericht in Cäsarea erscheinen mußte (Euseb. VI 39, 2. Hieron., De vir. ill. 62 a. E.), und da nach dem Berichte des Photius (Cod. 118), der auf die Origenes-Apologie des Pamphilus-Eusebius zurückgeht, „Decius gerade in Cäsarea seine Wut an den Christen ausließ", so ist Origenes wahrscheinlich in Cäsarea, seinem Wohnort, verhaftet und ebenfalls dort vor das kaiserliche Gericht gestellt worden. Wie viele und wie große Leiden er dabei erdulden musste, deutet Eusebius (VI 39, 5) wenigstens an: er wurde in den finstersten Kerker geworfen und viele Tage lang mit dem Halseisen und dem Fußblock gefoltert, auch mit Feuer bedroht. Alle diese Qualen ertrug Origenes für seinen Glauben aufs tapferste. Da der Richter ihn nicht töten, sondern mit alten Mitteln nur zum Abfall bringen wollte, so kam Origenes damals zwar mit dem Leben davon; sein Körper war aber durch die tagelange Folterung siech geworden, und seine geistige Kraft reichte wohl nicht mehr für wissenschaftliche Arbeit aus. Nach dem unverdächtigen Zeugnis des Hieronymus (De vir. ill. 64 a. E.) und der Gewährsmänner des Photius (Cod. 118) ist Origenes in Tyrus gestorben und auch dort begraben worden. Über sein Ende, d. h. die letzten Jahre seines Lebens, ist gleichsam ein Schleier gebreitet; wir wissen nichts Genaueres darüber. Vermutlich ist Origenes, zwar aus dem Kerker entlassen, aber körperlich gebrochen, von seinen Freunden, um ihn der Todesgefahr zu entziehen, heimlich von Cäsarea nach Tyrus gebracht und dort verborgen gehalten worden. In dieser letzten Zeit in Tyrus hat er wohl nur zahlreiche Briefe an seine Freunde, um diese zu trösten und für die Verfolgung stark zu machen, diktieren können (Euseb. VI 39). Diese uns leider verlorenen Briefe sind gewiß die herrlichsten Zeugnisse eines felsenfesten Glaubens und ungebrochenen Mutes gewesen. Der Tod des Origenes erfolgte nach meiner Berechnung vor dem 22. Oktober 253, als er das neunundsechzigste Lebensjahr vollendet hatte, noch unter der Regierung der Kaiser Gallus und Volusianus. S. 64

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Allgemeine Einleitung über Leben und Schriften des Origenes (BKV)
Introductory Note to the Works of Origen

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