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Works Dionysius the Areopagite, ps. (520)

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Von den göttlichen Namen (Edith Stein)

23. Auch die Dämonen sind nicht naturhaft schlecht

Aber auch die bösen Geister sind nicht von Natur aus schlecht. Denn wären sie von Natur aus schlecht, dann stammten sie weder aus dem Guten noch gehörten sie zum in sich Seienden noch könnten sie aus dem Guten durch Veränderungen geworden sein, wenn sie von Natur aus immer schlecht waren. Sind sie dann für sich selbst schlecht oder für andere? Wenn für sich, dann richten sie sich selbst zu Grunde; wenn für andere, wie oder was richten sie zu Grunde: das Wesen oder eine Fähigkeit oder eine Tätigkeit? Wenn das Wesen, dann zunächst nicht gegen die Natur. Denn was von Natur aus nicht untergehen kann, das richten sie nicht zu Grunde, sondern was der Verderbnis unterworfen ist. Sodann ist auch dies nicht für alles und ganz und gar schlecht; es geht ja nichts vom Seienden zu Grunde, soweit es Wesen und Natur ist, sondern durch einen Mangel in der natürlichen Ordnung wird das Gesetz des Einklangs und der Zusammenstimmung geschwächt, während es beharren sollte. Die Schwäche ist aber nicht vollständig; wäre sie nämlich vollständig, dann würde sie auch die Verderbnis und ihre Seinsgrundlage beseitigen, und eine solche Verderbnis wäre auch ihr eigener Untergang; und so wäre ein Derartiges nicht schlecht, sondern des Guten ermangelnd; denn was gar keinen Anteil am Guten hat, gehört auch nicht zum Seienden; und ebenso steht es mit dem Vergehen für Fähigkeit und Tätigkeit. Außerdem, wie können die bösen Geister schlecht sein, da sie aus Gott entstanden sind? Das Gute bringt doch nur Gutes hervor und stellt es ins Dasein. Vielleicht wird aber jemand sagen, sie würden nicht schlecht genannt, sofern sie sind (denn sie stammen aus dem Guten und haben ein gutes Wesen erhalten), sondern sofern sie nicht sind, denn sie waren zu schwach (wie die Heilige Schrift sagt), ihr erstes Sein zu bewahren. Worin denn, sage es mir, nennen wir die bösen Geister schlecht geworden, als weil sie aufhörten, die göttlichen Güter als inneren Besitz (ἕξις) zu bewahren und zu betätigen (ἐνέργεια)? Wären aber die bösen Geister von Natur aus schlecht, dann wären sie immer schlecht gewesen; das Schlechte jedoch hat kein beharrliches Sein. Wenn sie sich nun immer auf dieselbe Weise verhalten, sind sie nicht schlecht, denn dies: immer gleich sich verhalten, ist dem Guten eigen. Wenn sie aber nicht immer schlecht sind, dann sind sie auch nicht von Natur aus schlecht, sondern durch ein Versagen der Engelsgaben. Sie sind auch nicht völlig ohne Anteil am Guten, sofern sie sind, leben und erkennen und sofern überhaupt noch eine Regung des Verlangens in ihnen ist; schlecht aber nennt man sie, weil sie in ihrem naturgemäßen Wirken versagen. Das Abbiegen ist also für sie das Schlechte und das Preisgeben dessen, was ihnen geziemt, der Mangel an Bereitschaft, die Unvollkommenheit und Ohnmacht; die Schwäche der Fähigkeit, die ihnen innewohnende Vollkommenheit zu bewahren, die Kraftlosigkeit, das Entfliehen und der Abfall. Was gibt es sonst noch für Schlechtes in den Dämonen? Unvernünftige Wut, wahnsinniges Begehren, zu weit sich vorwagende Einbildungskraft. Wenn es aber dies in den Dämonen gibt, so doch nicht in allen, noch durchaus; auch ist es nicht an sich schlecht. Denn bei andern Lebewesen bedeutet nicht eine solche Verfassung, sondern ihr Mangel den Untergang des Lebewesens und das Schlechte; ihr Besitz bewahrt die Natur des Lebewesens, dem sie eigen ist, und bewirkt ihr Sein. Das Geschlecht der bösen Geister ist also nicht schlecht, soweit es seiner Natur entspricht, sondern sofern es das nicht tut. Und es ist nicht das gesamte Gute, das ihnen gewährt wurde, völlig in sein Gegenteil verkehrt, sondern sie selbst sind von dem gesamten Guten, das ihnen gewährt war, abgefallen. Wir sagen auch nicht, die Engelsgaben, die sie empfangen hatten, seien jemals von Grund aus umgewandelt worden, sondern sie seien auch jetzt noch unversehrt und deutlich sichtbar, obwohl sie selbst sie durchaus nicht sehen, weil sie sich die Fähigkeit, Gutes zu sehen, verschlossen haben. Sofern sie also sind, sind sie aus dem Guten, sind gut und streben nach dem Schönen und Guten, da sie nach Sein, Leben und Erkenntnis des Seienden verlangen: Schlecht aber werden sie genannt aufgrund des Mangels, der Flucht und des Abfalls von dem Guten, das ihnen angemessen ist; und sie sind schlecht gemäß dem, was nicht ist; und sofern sie das Nichtseiende anstreben, streben sie nach dem Schlechten.

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Schriften über "Göttliche Namen" (BKV)

§ 23.

Aber auch die Dämonen sind von Natur aus nicht böse. Denn wenn sie von Natur aus böse wären, so kämen sie nicht aus dem Guten, wären nicht unter den (existierenden) Wesen und hätten sich wahrlich aus guten Geistern nicht (in böse) verändert, da sie ja dann von Natur aus und allezeit böse wären. Fernerhin: Sind sie sich selber böse oder andern? Wenn sie sich selber böse sind, so richten sie sich auch selbst zugrunde; wenn aber andern, wie wirken sie dann verderblich oder was verderben sie? Verderben sie die Wesenheit oder die S. 89 Kraft oder die Wirksamkeit? Angenommen, daß sie das Wesen verderben, so können sie es nicht verderben wider die Natur. Denn was von Natur aus unzerstörbar ist, können sie nicht zerstören, sondern nur was Zerstörung zuläßt. Aber auch dieses letztere ist nicht für jeden und nach jeder Beziehung böse. Nichts von den Dingen wird zerstört, soweit etwas zu ihrem Wesen und ihrer Natur gehört, sondern durch den Defekt in der naturgemäßen Ordnung hat die Idee (der Idealtypus) der Harmonie und Symmetrie nicht Kraft genug, auf der gleichen Höhe zu beharren. Diese Kraftlosigkeit (Schwäche) ist aber nicht eine vollständige, denn wenn sie vollständig wäre, so würde sie auch die Verderbnis selbst und ihr Objekt mit beseitigen, und eine solche Vernichtung würde die Vernichtung ihrer selbst sein. Folglich ist das so beschaffene Ding nicht ein Böses, sondern ein mangelhaft Gutes. Denn was in jeder Beziehung des Guten ermangelt, das existiert auch gar nicht in dem Bereich der Wesen. Die gleiche Folgerung ergibt sich dann auch hinsichtlich der Kraft und der Wirksamkeit.

Wie können ferner die Dämonen (von Natur) böse sein, da sie doch Gott ihr Entstehen verdanken? Das Gute ruft ja nur Gutes ins Dasein und gibt ihm Bestand. Freilich könnte nun einer sagen: „Immerhin werden sie böse genannt.“ Nicht aber insofern, als sie ein Sein haben (denn sie stammen aus dem Guten und haben eine gute Wesenheit erhalten), sondern insoweit sie nicht sind, weil sie die Kraft verloren haben (wie die Schrift sagt), „ihre Herrschaft zu behaupten“. Denn sage mir, worin werden nach unserer Behauptung die Dämonen verschlechtert, außer in dem Schwinden des Habitus der göttlichen Güter und deren Wirksamkeit? Weiterhin, wenn die Dämonen von Natur böse sind, dann sind sie immer böse; nun aber ist das Böse unstetig. Also sind die Dämonen, wenn sie immer auf gleiche Weise sich verhalten, nicht böse, denn nur dem Guten S. 90 ist es eigen, immer ein und dasselbe zu sein. Wenn sie nun nicht immer böse sind, so sind sie nicht von Natur böse, sondern durch eine Ermangelung des den Engeln eigenen Guten, Ganz unteilhaftig des Guten sind sie aber keineswegs, insofern sie nämlich ein Sein haben, leben, erkennen und überhaupt irgendwelche Bewegung des Begehrens besitzen, Böse aber heißen sie wegen der Schwäche in dem ihrer Natur entsprechenden Wirken. Das Böse ist also für sie eine Verkehrtheit, ein Abgang der ihnen zukommenden Güter, ein Verfehlen des Ziels, eine Unvollkommenheit, eine Ohnmacht, eine Schwächung, ein Flüchtiggehen und ein Abfall von der Kraft, welche die ihnen innewohnende Vollkommenheit erhalten sollte. Andrerseits, was ist denn im Dämon böse? Unvernünftige Zorneswut, wahnsinnige Leidenschaft, eine jähe Einbildungskraft. Aber diese Eigenschaften, mögen sie auch in den Dämonen vorhanden sein, sind nicht in jeder Hinsicht und nicht bei allen Wesen und nicht an und für sich selbst böse. Denn bei andern Lebewesen ist nicht die Ausstattung mit diesen Eigenschaften, sondern gerade ihre Beseitigung und Verderbnis ein Übel für das Lebewesen; ihr Habitus dagegen bewahrt die damit ausgestattete Natur des Lebewesens und erhält sie im Dasein. Sonach ist das Geschlecht der Dämonen nicht böse, soweit es von Natur aus existiert, sondern insoweit es ihnen am Sein gebricht. Und nicht das ganze Gute, das ihnen verliehen worden, ist verändert worden, sondern sie sind ihrerseits von dem verliehenen Gesamtguten abgefallen. Von den ihnen verliehenen Gaben der Engelnatur wollen wir durchaus nicht sagen, sie seien verändert worden, sondern sie existieren fort, behalten ihr volles Sein und sind ganz helleuchtend, wenn auch die Dämonen es selbst nicht sehen, weil sie ihre Sehkraft, die das Gute zu sehen geschaffen ist, geschlossen halten. Soweit sie also sind, sind sie aus dem Guten und sind gut, begehren nach dem Schönen und Guten, da sie nach dem Sein, dem Leben, dem Erkennen, dem S. 91 Seienden verlangen. Nur auf Grund der Privation, des Entganges und Abfalles von den ihnen zustehenden Gütern, werden sie böse genannt. Sie sind böse, soweit sie kein Sein besitzen; sie begehren nach dem Bösen, sofern sie nach dem Nichtseienden verlangen.

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Einleitung: Dionysius Aeropagita über heilige Namen

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