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Bibliothek der Kirchenväter
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Works Dionysius the Areopagite, ps. (520) Schriften über "Göttliche Namen" (BKV)
Viertes Kapitel: Über das Gute, das Licht, das Schöne, die Liebe, die Ekstase, den Eifer und auch über das Thema, daß das Übel weder ein Seiendes, noch aus dem Seienden, noch in dem Seienden ist.

§ 11.

Möge aber niemand meinen, daß wir die Benennung „Liebe“ (ἔρως) im Widerspruch mit der Heiligen Schrift gebrauchen. Denn es ist, wie ich denke, unvernünftig und verkehrt, nicht auf die Bedeutung dessen, worauf die Rede abzielt, sondern nur auf die Ausdrücke zu achten. Ein solcher Fehler ist nicht den Männern eigen, welche das Göttliche zu erkennen wünschen, sondern Menschen, die nur leere Laute aufnehmen und sie äußerlich festhalten, da sie dieselben bloß bis an die Ohren, aber nicht weiter dringen lassen, Menschen, die nicht wissen wollen, was die so oder so beschaffene Redewendung bedeutet, wie man sie vermittels anderer gleichbedeutender und deutlicher gebildeter aufhellen muß, die vielmehr an sinnleeren Buchstaben und Schriftzeichen, unverstandenen Silben und Wörtern kleben, die nicht in den intellektuellen Teil ihrer Seele eindringen, sondern außen um ihre Lippen und Ohren erklingen. Pah, als ob es nicht erlaubt wäre, die Vierzahl durch zweimal zwei zu bezeichnen oder gerade Linien durch ungekrümmte Linien oder das Mutterland durch das Vaterland oder irgendetwas anderes der Art, was vermittels zahlreicher Sprachmittel ein und dasselbe Ding bezeichnen mag. Denn wir müssen, wenn wir die Sache recht betrachten, wissen, daß wir der Buchstaben, Silben, Redewendungen, Schriften und Reden nur auf Grund der Sinneswahrnehmungen uns bedienen. Denn sobald unsere Seele in ihren intellektuellen Operationen sich zum Geistigen S. 72 bewegt, erscheinen die Wahrnehmungen der Sinne und deren Gegenstände überflüssig, ebenso wie auch die intellektuellen Fähigkeiten überflüssig werden, wenn die Seele, gottähnlich geworden, durch unfaßbare Einigung mit den Strahlen des unzugänglichen Lichtes in Kontakt tritt, in einen Kontakt ohne Augen. Solange aber der Geist sich noch bemüht, vermittels der sinnfälligen Dinge sich zu den beschaulichen Erkenntnissen emporzuarbeiten, sind die klareren Vermittlungen durch die Sinne, die deutlicheren Worte, die schärfer umrissenen Objekte des Geschauten durchaus vorzuziehen, denn wenn die vor den Sinnen liegenden Dinge sprachlich nicht klar verdeutlicht sind, so werden sie auch die sinnfälligen Gegenstände nicht gehörig dem Geiste vorzustellen vermögen. Damit es übrigens nicht scheine, als ob wir, während wir all dieses sagten, den heiligen Schriften Gewalt antäten, so mögen die Leute, welche den Namen „Liebe“ (ἔρως) verdächtigen, auf die Schrift selber hören: „Liebe sie, und sie wird dich behüten; umwalle sie schützend, und sie wird dich erhöhen; ehre sie, damit sie dich umarme“,1 und was sonst alles gemäß den Gottesnamen, die sich auf die Liebe beziehen, (würdig) gesagt ist.2


  1. Sprichw. 4, 6. 8 Ἐράσθητι αὐτῆς κτλ. ↩

  2. Ob unserm Dionysius bei diesem Ausfall gegen Wortklauber und Silbenstecher nicht Stellen aus Cyrillus von Alexandrien vorgeschwebt haben? Dieser sagt z. B. De SS. Trinitate dial. VII M. 75, 1081 A Γινώσκεται δὲ τὰ ὄντα καλῶς, αφ’ὧν ἕκαστον ἀληθῶς ἐστιν· ὀνομάτων δὲ ἡμῖν οὐ σφόδρα πολὺς ὁ λόγος εἰς ἀναγκαίαν δήλωσιν τῶν ἀπλανῶς ἐγνωσμένων, εἰ καὶ χρήσιμος τοῖς οὖσιν ἡ ἑκάστῳ πρέπουσα κλῆσις. Ähnlich Thesaurus M. 75, 360 B Οὐδὲν αἱ λέξεις ἀδικοῦσιν, ὅταν ἑτέρως ἔχῃ τὰ πράγματα … Ἡ γὰρ φύσις, οὐ πάντως ἡ λέξις ἐξετάζεται κτλ. S. unten S. 74 Anm. 2. ↩

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Traité des noms divins Compare
Von den göttlichen Namen (Edith Stein) Compare
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Einleitung: Dionysius Aeropagita über heilige Namen

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