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Bibliothek der Kirchenväter
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Works Ambrose of Milan (340-397) Expositio euangelii secundum Lucam Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte) (BKV)
Zweites Buch, Luk. 1,26-3,22
9. Johannes der Täufer, Luk. 3, 1―20

75.

Darum die Warnung an sie, mehr den Ruhm (verdienstvollen) Wirkens als den Adel der Geburt sich beizulegen, weil die Geburt keinerlei Vorrecht in sich schließt, wenn sich damit nicht das Erbe des Glaubens verbindet, dessen Übergang auf die Heidenvölker nach Gottes Willen Johannes mit dem prophetischen Ausspruche offenbarte: „Gott vermag aus diesen Steinen dem Abraham Kinder zu erwecken‟. Denn wenn auch Gott die verschiedenen Naturdinge verändern und verwandeln kann, darf ich gleichwohl, weil mir ein Geheimnis mehr denn ein Wunder frommt, beim Vorboten Christi an nichts so sehr denken als an den Aufbau der neuerstehenden Kirche, die nicht aus Felsgestein, sondern aus lebendigen Steinen aufgeführt ward und durch Unmwandlung unserer Herzen zur Wohnung Gottes und zum hochragenden Tempel sich erhob1. Es traf Gott S. 97 Anordnung unsere Herzenshärte zu erweichen und aus Steinen des Anstoßes Diener der Religion zu erwecken. Wofür anders auch hätten jene, welche den Steingötzen dienten, gehalten werden sollen als für Steine, „denen schlechterdings gleich, die sie machten‟?2 Der Felsenbrust der Heiden, das sagt also der prophetische Ausspruch, sollte der Glaube eingesenkt werden. Durch den Glauben würden sie, das versichert die Verheißung, Kinder Abrahams, nachdem ihnen durch ihre Herzenshärte ein fühlloses, unvernünftiges Gehaben und Gebahren zur zweiten Natur geworden war. Denn wenn gemäß dem Schriftworte: „Auch ihr werdet als lebendige Steine zum geistigen Tempel gebaut, zu einer heiligen Priesterschaft, um geistige Opfer darzubringen‟3, des Apostels Ausspruch die in der Glaubenskraft gefestigten Männer mit lebendigen Steinen vergleicht, mit viel tieferem Grunde scheinen mir an unserer Stelle durch den Mund des Propheten jene Menschen mit Steinen verglichen zu sein, die so sehr alles menschlich-geistige Empfinden eingebüßt hatten, daß sie, während sie das Einwohnen irgendeiner vernünftigen Gottheit in Steingebilden annahmen, selbst zwar nicht leiblich, wohl aber geistig in Steinnatur verkehrt wurden4. „Fürsten von Sodoma‟5 und „übertünchte Gräber‟6 werden denn auch die Nachkommen Abrahams dem Fleische nach genannt. ― So hat also mehr die sittliche Ähnlichkeit mit den Altvordern als die Abstammung von ihnen ein Geburtsvorrecht anzusprechen.

Noch mehr! Um über den Vergleich der Menschen mit Steinen keinen Zweifel zu belassen, verglich er die Menschen auch mit Bäumen, indem er beisetzte:


  1. Vgl. 1 Petr. 2, 5; Eph. 2, 21 f. ↩

  2. Ps. 113, 16 [hebr. Ps. 115, 8]. ↩

  3. 1 Petr. 2, 5. ↩

  4. Der gleiche Gedankengang bei Orig. l. c. hom. XXII. ↩

  5. Is. 1, 10. ↩

  6. Apg. 23, 3. ↩

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Lukaskommentar (mit Ausschluß der Leidensgeschichte) (BKV)

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