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Œuvres Jean Chrysostome (344-407) Homilien über den ersten Brief an die Korinther (BKV)
Zweiundvierzigste Homilie.

III.

57. Gott aber sei gedankt, welcher uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesus Christus!

Den Sieg hat er erkämpft, aber auch uns läßt er die Siegeskrone zukommen, nicht aus Schuldigkeit, sondern aus reiner Liebe.

38. Somit, meine Brüder, seid fest und unerschütterlich.

Wohl recht und passend ist diese Ermahnung; denn Nichts wirkt so niederschlagend, als der Wahn, man werde ohne Grund und Ursache von Trübsal geplagt. „Überschwenglich in dem Werke des Herrn immerdar,“ d. h. in reinem Wandel. Er sagt nicht: thuet das Gute, sondern: „überschwenglich;“ er will nämlich, daß wir es hochgradig ausüben und die gewöhnlichen Schranken überschreiten. „Da ihr wisset, daß euer Mühen nicht eitel ist im Herrn.“ Was sagst du? Abermal Mühe? Wohl Mühe, aber eine solche, die Kronen einbringt und in den Himmel führt. Die erste Mühe, die auf die Vertreibung aus dem Paradiese folgte, war eine Strafe für die begangene Sünde; diese dagegen ist der Grund des künftigen Lohnes. Und eben darum, und weil wir uns auch eines mächtigen Beistandes von oben erfreuen, kann man es wohl nicht als „Mühe“ bezeichnen. Deßhalb fügt er auch bei: „im Herrn;“ denn die erste mühsame S. 750 Arbeit war zu unserer Strafe; diese aber dient zur Erlangung der zukünftigen Güter.

Seien wir also nicht schläfrig, o Geliebte! Denn unmöglich können wir in’s Himmelreich eingehen, wenn wir nachläßig sind, und zwar ebensowenig wie Diejenigen, die sich der Wollust und der Weichlichkeit hingeben. Denn glücklich dürfen wir uns schätzen, wenn wir durch strenge Abtödtung und Selbstverläugnung und nach tausend Mühseligkeiten jener Güter theilhaftig werden. Oder sehet ihr nicht, welcher Abstand ist zwischen dem Himmel und der Erde? Welch’ ein. schwerer Krieg uns bevorsteht; wie sehr der Mensch zum Bösen geneigt ist; wie uns das Laster umringt; wie viele Schlingen uns gelegt sind? Warum laden wir uns also ausser den unvermeidlichen Sorgen immer noch mehrere auf, machen uns immer noch mehr zu schaffen und vergrößern unsere Last? Ist es nicht genug mit der Sorge für Nahrung, Kleidung und Hauswesen? Machen uns die täglichen Bedürfnisse nicht hinreichend zu schaffen? Hat ja doch auch Christus davor gewarnt mit den Worten: „Seid nicht ängstlich bekümmert um Speise und Trank für euer Leben, oder um Kleidung für euren Leib.“1 Wenn wir aber um die nöthige Nahrung und Kleidung, sowie für den folgenden Tag nicht ängstlich bekümmert sein sollen: wann werden denn Diejenigen ihr Haupt zu erheben vermögen, die einen solchen Mischmasch2 zusammenraffen und sich in denselben vergraben? Hast du nicht gehört, was Paulus spricht: „Keiner, welcher Kriegsdienste thut (für Gott), verwickelt sich in die Geschäftigkeiten des Lebens.“3 Wir aber geben uns der Wollust hin, dienen dem Bauche und der Schwelgerei, quälen uns mit fremden Dingen und geben uns für den Himmel keinerlei Mühe. Wisset ihr S. 751 nicht, daß die Verheissung übermenschlich ist? Wer auf dem Boden kriecht, kann unmöglich zu der Höhe des Himmels gelangen. Wir aber leben nicht einmal menschlich, sondern sind schlimmer geworden als vernunftlose Thiere. Wisset ihr nicht, vor welchem Richterstuhle wir erscheinen werden? Bedenket ihr nicht, daß wir über Worte und Gedanken werden Rechenschaft ablegen müssen? Und wir kümmern uns nicht einmal um unsere Werke! Denn es heißt: „Wer ein Weib ansieht mit sinnlicher Begierde nach ihr, der hat mit ihr schon die Ehe gebrochen.“4 Und dennoch fürchten sich die Menschen, die schon ob eines vorwitzigen Blickes Rechenschaft ablegen müssen, nicht einmal vor der Fäulniß sündhafter Werke! „Wer zu seinem Bruder sagt: Du Narr! wird der Hölle verfallen.“5 Wir aber hören nicht auf, unzählige Lästerworte gegen die Brüder auszustoßen und ihnen vielfach nachzustellen. Wer nur Die liebt, die ihn wieder lieben, thut nicht mehr als ein Heide; und wir beneiden sie noch gar! Wie mögen wir nun Verzeihung erlangen, wenn wir, denen geboten ist, vollkommener zu sein als die Alten, nicht einmal diese erreichen? Wer wird uns in Schutz nehmen? Wer uns beistehen und helfen am Tage der Rache? Niemand; sondern ohne Rettung werden wir heulend, wehklagend und zähneknirschend unter schrecklichen Qualen hingeführt werden in die lichtlose Finsterniß, in die ewigen Peinen zu einer endlosen Strafe.

Darum ermahne und bitte ich euch flehentlich: lasset uns, so lange wir noch dieses kurze Leben genießen, diese Worte beherzigen; lasset uns Buße thun und uns bekehren, damit wir nicht gleich jenem Reichen fruchtlos dort weinen und rettungslos wehklagen müssen. Kein Vater, kein Sohn, kein Freund, gar Niemand, wie angesehen er immer bei Gott sei, wird dich retten können, wenn deine eigenen Werke gegen dich sprechen. Denn also beschaffen ist jenes Gericht: S. 752 Gott richtet die Werke allein; denn ohne dieselben gibt es kein Heil. Und Dieses sage ich, nicht um euch zu betrüben oder in Verzweiflung zu stürzen, sondern damit wir uns nicht in thörichten und leeren Hoffnungen wiegen, nicht auf Diesen oder Jenen vertrauen, und es unterlassen, uns selbst der Tugend zu widmen. Denn woferne wir selbst nachläßig sind, wird uns kein Gerechter, kein Prophet, kein Apostel, Niemand uns beistehen. Wenn wir aber eifrig sind, so werden unsere Werke uns hinreichend schützen, und mit Zuversicht werden wir jene Güter erlangen, die Gott Denen verheissen hat, die ihn lieben. Mögen wir alle derselben theilhaftig werden durch die Gnade und Menschenfreundlichkeit u. s. w. Amen.

S. 753


  1. Matth. 6, 25. ↩

  2. Φορυτός, ein Gemisch, Gemengsel unnützer Dinge. ↩

  3. II. Tim. 2, 4. ↩

  4. Matth. 5, 28. ↩

  5. Ebd. V. 22. ↩

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Commentaire sur la première épitre aux Corinthiens Comparer
Homilien über den ersten Brief an die Korinther (BKV)

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