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Kommentar zu den Briefen des hl. Paulus an die Galater (BKV)
4.
Wie er nun, indem er den Tod auf sich nahm, die dem Tode Verfallenen dem Rachen des Todes entriß, S. 95 so hat er auch, indem er den Fluch auf sich lud, sie vom Fluche befreit.
V. 14: „Damit den Heiden der Segen Abrahams zuteil werde.“
Inwiefern den Heiden? „In deinem Samen“, heißt es, „sollen gesegnet werden alle Völker“1 d. h. in Christus. Denn wenn dies von den Juden gesagt wäre, wie könnte man dann vernünftigerweise annehmen, daß Menschen, die selber wegen der Übertretung dem Fluche verfallen waren, daß diese anderen den Segen zubringen sollten? Kein Verfluchter teilt einem anderen Segen mit, da er desselben selbst beraubt ist. Daraus folgt klar, daß alles von Christus zu verstehen ist. Er war Same Abrahams, durch ihn werden die Völker gesegnet, und so hat sich die Verheißung des Geistes genaht; was er selber mit den Worten verkündet: „Damit sie die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben.“ Denn die Gnade des Geistes konnte nicht über undankbare Sünder kommen; darum werden sie zuerst gesegnet durch Hinwegnahme des Fluches, sodann gerechtfertigt durch den Glauben und hierauf der Gnade des Geistes teilhaftig. Also löste das Kreuz den Fluch, der Glaube brachte die Gerechtigkeit, die Gerechtigkeit aber zog nach sich des Geistes Gnade.
V. 15: „Brüder — nach Menschenweise rede ich —, eines Menschen rechtsgültig gemachtes Testament setzt niemand außer Kraft oder verordnet hinzu.“
Was heißt das: „nach Menschenweise rede ich?“ Soviel als: ich nehme ein Beispiel aus dem Menschenleben. Nachdem er seine Behauptung aus der Schrift, aus den bei ihnen selbst geschehenen Wundern, aus dem Leiden Christi, aus dem Leben des Patriarchen begründet hat, kommt er zum Schlusse auch auf den allgemeinen Brauch zu sprechen. Er pflegt dies immer zu tun, einerseits um S. 96 seine Worte zu versüßen, anderseits um sie auch weniger hellen Köpfen begreiflicher und faßlicher zu machen. So spricht er auch im Briefe an die Korinther: „Wer weidet eine Herde und ißt nicht von ihrer Milch? Wer pflegt einen Weinberg und ißt nicht von dessen Frucht?“2 Und im Briefe an die Hebräer wieder: „Denn ein Testament ist erst beim Tode rechtskräftig, da es doch nicht gilt, solange der Erblasser am Leben ist.“3 Und noch gar oft könnte man finden, daß er mit Vorliebe bei solchen Gründen verweilt. Auch Gott tut es ja fortwährend im Alten Testamente. Da heißt es: „Mag wohl ein Weib eines Kindleins vergessen?“4 Und wiederum: „Darf wohl das Gebilde zum Töpfer sagen: Was beginnst du?“5 Und bei Osee ahmt er einen Mann nach, der von seinem Weibe verschmäht wird.6 Auch bei den Vorbildern könnte man Beispiele aus dem Alltagsleben finden; so z. B. wenn der Prophet den Gürtel nimmt7 und in die Hütte des Töpfers tritt.8 — Was will Paulus also mit seinem Beispiele zeigen? Daß der Glaube älter war, das Gesetz aber jünger und zeitweilig, gegeben zu dem Zwecke, um für den Glauben Bahn zu schaffen. Deshalb sagt er: „Brüder, nach Menschenweise rede ich.“ Vorhin nannte er sie Unverständige, hier heißt er sie Brüder, in einem Atem sie scheltend und tröstend. — „Eines Menschen rechtsgültig gemachtes Testament“. Wenn ein Mensch, sagt er, sein Testament macht, wagt einer dann nachträglich es umzustoßen oder durch Zusätze zu verändern? Denn letzteres besagen die Worte „oder verordnet hinzu“. Also gilt dies um so mehr bei Gott. — Und auf wen lautete Gottes Testament?
V. 16: „Dem Abraham“, heißt es, „sind zugesagt worden die Verheißungen und seinem Samen.“
Er sagt nicht: „und seinen Samen“, wie auf viele be- S. 97 züglich, sondern wie auf einen: „und seinem Samen“, welcher ist Christus.
V. 17: „Dies aber sage ich: Ein Testament, welches rechtsgültig gemacht worden ist von Gott in bezug auf Christus, 9 setzt das nach vierhundertunddreißig Jahren zustande gekommene Gesetz nicht außer Geltung, so daß es abtun würde die Verheißung. V. 18: Denn wenn das Erbbesitztum aus dem Gesetze, dann ist es schon nicht mehr aus der Verheißung. Dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung geschenkt.“
Sieh also, Gott selber hat zu Frommen Abrahams ein Testament10 errichtet, indem er versprach, daß durch seinen Samen die Fülle des Segens auf die Heidenvölker kommen werde. Wie kann also das Gesetz denselben zunichte machen? Freilich konnte der Apostel das Beispiel nicht in allweg auf seinen Gegenstand beziehen. Auch deswegen sagte er vorhin: „Nach Menschenweise rede ich.“ Mögest du also vom Beispiele in Hinblick auf Gottes Majestät keinen Schaden nehmen! — Doch betrachten wir das Beispiel von vorne an! Gott hatte dem Abraham versprochen, daß durch seinen Samen die Völker gesegnet werden würden. Sein Same dem Fleische nach aber ist Christus. Nach 430 Jahren kam das Gesetz. Wenn also das Gesetz den Segen vermittelt und das Leben und die Gerechtigkeit, dann ist jene Verheißung außer Kraft gesetzt. Wie? Eines Menschen Testament setzt niemand außer Kraft, aber Gottes Testament sollte nach 430 Jahren außer Kraft gesetzt werden? Denn wenn es nicht selbst erfüllt, was es verheißen hat, sondern ein anderes an seiner Statt, dann ist es (eben) umgestoßen. Was aber hätte das für einen Sinn?
S. 98 V. 19: „Warum nun hat er das Gesetz gegeben?“ — so fährt er weiter. — „Der Übertretungen willen.“ 11
Auch das Gesetz ist nicht überflüssig. Siehst du, wie er alles überschaut? Wie er gleichsam mit tausend Augen blickt? Auf daß nämlich keiner, dieweil er dem Glauben Vorrang und höheres Alter zugeschrieben, das Gesetz nun für überflüssig halte, rückt er auch diesen Punkt ins rechte Licht und zeigt, daß dasselbe nicht vergebens, sondern zu einem ganz guten Zwecke erlassen worden ist. „Der Übertretungen willen“, d. h., damit es den Juden nicht freistehe, ein Leben ohne Scheu und Scham zu führen und in den Abgrund der Schlechtigkeit zu versinken, sondern damit das ihnen auferlegte Gesetz gleichsam der Zügel sei, der sie erziehe, sie ordne, sie abhalte von der Übertretung, ich sage nicht aller, aber doch, und wäre es nur eines einzigen Gebotes. Der Nutzen des Gesetzes also war kein geringer. Aber wie lange galt es?
„Bis daß gekommen sein würde der Same“,
d. h. Christus. Wenn es also bis zur Ankunft Christi gegeben ward, warum dehnst du es noch weiter und über seine Zeit hin aus?
„Angeordnet durch Engel in der Hand eines Mittlers.“
Entweder meint er mit den Engeln die Priester, oder es haben nach seinen Worten wirklich die Engel bei der Anordnung des Gesetzes Dienste getan. Unter Mittler versteht er hier aber Christus12 und zeigt dadurch, dieser sei früher gewesen und habe das Gesetz gegeben.
S. 99 V. 20: „Der Mittler aber ist nicht eines einzigen wegen erforderlich, Gott aber ist nur einer.“
Was wollen die Ketzer13 dagegen vorbringen? Wenn nämlich der Ausdruck „einziger, wahrhafter Gott“14 nicht den Schluß zuläßt, daß der Sohn wahrhaft Gott ist, dann auch nicht, daß er überhaupt Gott ist; denn hier steht: „Gott aber ist einer.“ Wenn aber, trotzdem der Vater der eine Gott heißt, auch der Sohn Gott ist, dann liegt klar zutage, daß, sofern der Vater wahrhafter Gott genannt wird, auch der Sohn wahrhafter Gott ist.15 — Der Mittler, meint er, ist Mittler zwischen zweien. Zwischen wem vermittelte nun Christus? Offenbar zwischen Gott und den Menschen. Siehst du, wie er den Beweis erbringt, daß er auch das Gesetz gab? Wenn er es nun gab, so dürfte er auch die Gewalt besitzen, es wieder zu lösen.
V. 21: „Ist also das Gesetz wider die Verheißungen Gottes?“
Wenn nämlich in Abrahams Samen der Segen gegeben wurde, das Gesetz aber den Fluch bringt, ist es folglich gegen die Verheißungen Gottes. Wie löst er diese Schwierigkeit? Zuerst verwahrt er sich dagegen mit den Worten:
„Das sei ferne!“
Sodann bringt er auch Gründe, indem er fortfährt:
„Denn wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, welches lebendig machen könnte, so wäre wirklich die Gerechtigkeit aus dem Gesetze.“
Der Sinn seiner Worte ist: Wenn wir in ihm16 die Hoffnung des Lebens hätten und von seiner Macht unser S. 100 Heil abhinge, dann hättest du vielleicht mit dieser Behauptung recht; wenn du aber durch den Glauben Rettung findest, auch wo das Gesetz verflucht, so hattest du keinen Schaden davon, als jener17 kam und alle Verbindlichkeit löste. Denn wenn durch (das Gesetz) die Verheißung gekommen wäre, konntest du vernünftigerweise befürchten, mit dem Abfall vom Gesetze auch aus der Gerechtigkeit zu fallen; wenn es aber zu dem Zwecke gegeben wurde, um alle zu beengen, d. h. zu überführen und ihre persönlichen Vergehen aufzudecken, hindert es dich keineswegs, die Verheißungen zu erlangen, im Gegenteile, es hilft dazu. Das jedenfalls meint er mit den Worten:
V. 22: „Jedoch es hat die Schrift alles unter die Sünde verschlossen, damit die Verheißung den Gläubigen aus dem Glauben an Jesus Christus gegeben würde.“
Da nämlich die Juden ihre Laster gar nicht bemerkten und deswegen auch nicht nach Verzeihung verlangten, gab er das Gesetz, welches die Wunden bloßlegte, damit sie des Arztes begehrten. Der Ausdruck „es hat verschlossen“ bedeutet nämlich soviel als: es hat überführt und dadurch in Furcht gehalten. Siehst du, daß es18 nicht nur nicht gegen die Verheißungen Gottes ist, sondern sogar für die Verheißungen erlassen wurde? Wenn das Gesetz für sich selbst Wirksamkeit und Geltung beansprucht hätte, wäre der Einwand voll berechtigt; wenn es aber für einen anderen19 auftritt und um seinetwillen alles tut, wie kann es da gegen die Verheißungen Gottes sein? Hätte es kein Gesetz gegeben, so wären alle in Laster versunken, und keiner aus den Juden würde auf Christus gehört haben. Nun es aber da war, erfüllte es den doppelten Zweck: es lehrte seine Anhänger verhältnismäßige Tugend und brachte sie zur Erkenntnis ihrer Sünden, welcher Umstand sie ganz besonders veranlaßte, eifriger nach dem Sohne20 zu suchen. S. 101 Diejenigen also, welche dem Gesetze keine Treue hielten, weil sie ihre Sünden nicht verdammen wollten, gelangten auch nicht zum Glauben. Deutlich spricht er dies durch die Worte aus: „Denn da sie die Rechtfertigung durch Gott nicht kannten und auf ihre eigene Rechtfertigung pochten, haben sie sich der Rechtfertigung durch Gott nicht unterworfen.“21
V. 23: „Ehedenn der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetze in Gewahrsam, in Verschluß gehalten für den Glauben, welcher erst geoffenbart werden sollte.“
Siehst du, wie der Apostel unsere Ansicht ganz klar bestätigt? Denn mit den Worten „wurden wir in Gewahrsam, in Verschluß getan“ meint er nichts anderes als die Sicherheit, die sich aus den Gesetzesvorschriften ergab. Das Gesetz hielt sie durch die Furcht umfangen wie eine Mauer und bewahrte sie für den Glauben durch ein Leben nach seinen Vorschriften.
V. 24: „Somit ist das Gesetz unser Zuchtmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus dem Glauben gerechtfertigt würden.“
Der Zuchtmeister22 ist dem Lehrer nicht entgegen, sondern arbeitet ihm in die Hände, indem er den jungen Menschen vor allem Bösen bewahrt und ihn dazu verhält, die von dem Lehrer gebotenen Kenntnisse mit allem Eifer sich anzueignen. Sobald er sich aber im Besitze (derselben) befindet, nimmt der Zuchtmeister für immer seinen Abschied. Deswegen sagt er:
V. 25: „Nachdem aber der Glaube gekommen ist (der zum vollendeten Manne macht), 23 stehen wir schon nicht mehr unter dem Zuchtmeister. S. 102 V. 26: Denn alle seid ihr Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus.“
Wenn also das Gesetz ein Zuchtmeister war und wir unter ihm in Gewahrsam, in Verschluß gehalten wurden, war es der Gnade nicht hinderlich, sondern förderlich; wenn es aber, nachdem die Gnade gekommen, noch weiterhin unter Aufsicht halten möchte, dann wird es zum Hindernis. Denn so wie es jene, die zu ihr24 kommen sollten, in Verschluß zurückhält, tut es unserem Heile Eintrag. Wenn die Lampe, die in der Nacht ihr Licht spendet, bei Anbruch des Tages hindert, daß man die Sonne schaut, so bereitet sie nicht bloß keinen Nutzen, sondern vielmehr Schaden; ebenso das Gesetz, im Falle es für das Höhere zum Hindernis wird. Diejenigen also, welche in unserer Zeit daran festhalten, bringen es am meisten in Verruf. Auch der Zuchtmeister bringt seinen Zögling ins Gespött, wenn er ihn, obwohl die Zeit seine Entlassung heischt, bei sich zurückbehält. Deswegen schreibt auch Paulus: „Nachdem aber der Glaube gekommen ist, steht ihr nicht mehr unter einem Zuchtmeister.“ Also stehen wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. — „Denn alle seid ihr Söhne Gottes.“ O Wunder! Wie groß ist die Macht des Glaubens! Und wie enthüllt er sich immer gewaltiger! Erst zeigte Paulus nur, daß wir durch ihn Söhne des Patriarchen würden. „Erkennet somit“, spricht er, „die, welche aus dem Glauben sind, diese sind Kinder Abrahams.“25 Jetzt aber führt er den Nachweis: auch Söhne Gottes. „Denn alle“, schreibt er, „seid ihr Söhne Gottes durch den Glauben in Christus Jesus.“ Durch den Glauben, nicht durch das Gesetz. Sodann, weil seine Behauptung groß und erstaunlich war, erklärt er auch, auf welche Weise man Sohn wird.
S. 103 V. 27: „Denn alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, habet Christus angezogen.“
Warum sagt er nicht: „Denn alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, seid aus Gott geboren?“ Denn das war das richtige Wort, um die Sohnschaft nachzuweisen. Er gebraucht jenen Ausdruck, weil er viel furchterregender ist. Denn wenn Christus Sohn Gottes ist, du aber ihn angezogen hast, so bist du, weil du den Sohn in dir hast und ihm ähnlich gestaltet wurdest, in eine Verwandtschaft und Form mit ihm gebracht worden.
V. 28: „Da ist nicht Jude, nicht Hellene, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Weib; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“
Siehst du den nimmersatten Geist? Nachdem er versichert, daß wir (Eigen) des Sohnes Gottes geworden sind26 durch den Glauben, bleibt er nicht dabei stehen, sondern sucht darüber hinaus nach einem Ausdruck, der unsere überaus enge Verbindung mit Christus noch deutlicher machen könnte. Er sagt also: „Ihr habt Christus angezogen“, begnügt sich aber auch mit dieser Redensart nicht, sondern erklärt dieselbe, dringt tiefer ein in die Art dieser Verbindung und schreibt: „Ihr alle seid einer in Christus Jesus“, d. h. ihr alle habt eine Gestalt, eine Form, die Form Jesu Christi. Gibt es etwas, was furchterregender ist als dieses Wort? Ein Mensch, der vordem Hellene und Jude und Sklave war, wandelt nun einher in der Gestalt nicht eines Engels, nicht eines Erzengels, nein, des Alleinherrschers selber und vergegenwärtigt Christus in seiner Person.
V. 29: „Wenn ihr aber Christi seid, dann seid ihr Abrahams Samen und Erben gemäß der Verheißung.“
Siehst du, wie er für das, was er früher in betreff des Samens behauptet hat, jetzt den Beweis erbringt, daß S. 104 nämlich ihm27 und seinem Samen die Verheißungen gegeben worden sind?
-
Gen. 12, 3. ↩
-
1 Kor. 9, 7. ↩
-
Hebr. 9, 17. ↩
-
Is. 49, 15. ↩
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Ebd. 29, 16. ↩
-
Os. Kap. 2. ↩
-
Jer. 13. ↩
-
Ebd. 18. ↩
-
Die Worte „in bezug auf Christus“ fehlen in der Vulgata. ↩
-
Διαθήκη — Testament, Bund. ↩
-
Die Stelle ist von Chrysostomus nur dem Sinne nach gegeben. Der Wortlaut heißt: „Welchen Zweck hat nun das Gesetz? Der Übertretungen willen ward es hinzugefügt.“ ↩
-
Im Gegensatz zu Chrysostomus verstehen die Exegeten unter „Mittler“ zumeist Moses; das dürfte das Richtigere sein. Die Stelle ist übrigens eine vieldeutige und vielgedeutete. Chrysostomus wählte seine Erklärung wohl mit Rücksicht auf die Arianer. Vgl. unten. ↩
-
Die Anomöer. ↩
-
Joh. 17, 3. ↩
-
Die Arianer hießen Christus Gott, aber nicht Gott gleich dem Vater, nicht wahrhaften Gott. Nun wäre aber Christus, wenn aus Joh, 17, 3 geschlossen werden könnte, er sei nicht wahrhaft Gott, wegen der Analogie von Gal. 3, 20 mit Joh. 17, 3 überhaupt nicht Gott, was der Voraussetzung der Arianer widerspricht. ↩
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Dem Gesetze. ↩
-
Der Glaube. ↩
-
Das Gesetz. ↩
-
Den Glauben. ↩
-
Gottes. ↩
-
Röm. 10, 3. ↩
-
Zuchtmeister und Lehrer waren bei den Alten verschiedene Sklaven. Der Zuchtmeister hatte die Kinder in Aufsicht zu nehmen, bis sie für den höheren Unterricht des Lehrers reif wurden. ↩
-
Parenthese des hl. Chrysostomus. ↩
-
Der Gnade. ↩
-
Gal. 3, 7. ↩
-
Die Lesart υἱοῦ τ. θ. verdient mit Rücksicht auf V. 29 den Vorzug vor υἱοὶ τ. θ. ↩
-
Abraham. ↩
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Commentaire sur l'épître aux Galates
4.
De même que par sa mort il a préservé de la mort ceux qui allaient mourir, de même en attirant sur lui-même la malédiction, il l'a détournée de dessus la tête des hommes. « Afin que la bénédiction donnée à Abraham fût communiquée aux gentils (14). » Comment aux gentils? « En ta postérité », dit le Seigneur, « toutes les nations seront bénies » (Gen. XXII, 18), c'est-à-dire en Jésus-Christ. Si cela était dit des Juifs, serait-il rationnel que ceux qui, ont encouru la malédiction pour avoir violé la loi pussent transmettre la bénédiction aux autres hommes? Car nul parmi ceux qui sont maudits ne peut communiquer la bénédiction dont lui-même est exclu. Il est donc évident que ces paroles se rapportent entièrement à Jésus-Christ : c'est, lui qui est (606) la postérité d'Abraham, c'est par lui que les gentils ont été bénis, c'est ainsi que se réalise la promesse qui nous avait été faite au sujet du Saint-Esprit, et c'est ce que Paul voulait faire entendre quand il ajoutait : « Afin, qu'ainsi nous reçussions par la foi le Saint-Esprit qui avait été promis ». Comme il n'était pas possible que la grâce du Saint-Esprit parvînt aux gentils qui n'étaient en état ni de la recevoir, ni de la comprendre, Jésus commencé par les bénir et par les délivrer de la malédiction après quoi, une fois qu'ils sont justifiés par la foi, ils attirent à eux la grâce du Saint-Esprit. Ainsi donc la croix a détruit la malédiction, la foi a introduit la justification, et la justification nous a procuré la grâce du Saint-Esprit.
« Mes frères, je vais me servir du langage des hommes : Lorsqu'un homme a fait un contrat en bonne forme, nul ne peut ni le casser, ni y introduire de nouveaux articles (15) ». Que signifie ces mots : « Je vais me servir du langage des hommes? » Cela signifie qu'il va emprunter ses exemples à la vie commune. Comme il a jusqu'à présent appuyé ses raisonnements sur les Écritures, sur les miracles opérés par eux-mêmes, sur les épreuves du Christ, et sur les actes du patriarche Abraham, il va désormais prendre ses exemples dans la vie commune. C'est son invariable habitude : il donne ainsi plus de charme à sa parole, la rend plus accessible, plus intelligible pour les intelligences obtuses. Tel est aussi le tour qu'il prend dans sa lettre aux Corinthiens : « Quel est celui qui mène paître un troupeau, et n'en mange pas du lait? Qui est-ce qui plante une vigne et n'en mange point du fruit? » (I Corinth. IX, 7.) C'est encore de la même manière qu'il parle aux Hébreux : « Parce que le testament n'a lieu que par la mort, n'ayant point de force tant que le testateur est encore en vie». (Hébr. IX, 17.) Il serait facile de s'assurer qu'il s'est plu souvent à- employer ce genre de preuves. C'est aussi de ce procédé que se sert continuellement le Seigneur dans l'Écriture, comme quand il dit : « Est-ce que la femme pourrait oublier son fils? » Et ailleurs : « Le vase dit-il au potier : Que fais-tu?» (Isaïe XLIX, 45, et XXIX, 16.) Dans le livre d'Osée il parle comme un époux dédaigné par sa femme (Osée, I, 2). Souvent il emprunte ses images à la vie humaine, comme lorsque le prophète reçoit une ceinture, ou pénètre sous le toit du potier (Jéré. XVIII, 2). Que peut donc prouver Paul par cet exemple? Que la foi est plus ancienne, la loi plus nouvelle et seulement provisoire, et donnée aux hommes pour frayer la route à la foi. Voilà pourquoi il dit : « Frères, je vais me servir du « langage des hommes». Plus haut, il les traitait d'insensés, et maintenant il les appelle ses frères, les consolant en même temps qu'il les frappe. « Lorsqu'un homme a fait un contrat en bonne forme ». Si un homme, dit-il, fait un testament, se trouvera-t-il quelqu'un qui vienne ensuite le modifier ou y ajouter quelque chose?, car tel est le sens de ces mots :... « On y introduit de nouveaux articles ». Si cela est vrai des hommes, combien plus quand il s'agit de Dieu ! Et en faveur de qui Dieu avait-il fait son testament?
« Or les promesses de Dieu ont été faites à Abraham et à sa race. L'Écriture ne dit pas: A ceux de sa race, comme s'il en eût voulu marquer plusieurs; mais, à sa race, c'est-à-dire à l'un de sa race, qui est Jésus-Christ. Ce que je veux donc dire est que Dieu ayant fait et autorisé comme un contrat en faveur de Jésus-Christ, la loi qui n'a été donnée que quatre cent trente ans après, n'a pu le rendre nul, ni en abroger la promesse. Car si c'est par la loi que l'héritage nous est donné; ce n'est donc plus par la promesse. Or, c'est , par la promesse que Dieu l'a donné à Abraham (16-18) ». Vous le voyez donc, Dieu a fait un contrat en faveur d'Abraham, en disant que les bénédictions parviendraient aux gentils par l'intermédiaire de sa race. Eh bien ! comment la loi peut-elle le défaire? Comme cet exemple ne convenait au sujet qu'en partie, l'apôtre avertit pour cette raison qu'il va « Se servir du langage des hommes ». C'est-à-dire, ne jugez pas de la générosité de Dieu par cet exemple seul, vous vous en feriez une idée trop étroite. Examinez et remontez plus haut; Dieu n'a-t-il pas annoncé à Abraham que les gentils seraient bénis par l'intermédiaire de sa race? Et sa race selon la chair, n'est-elle pas représentée par Jésus-Christ ? La loi n'est-elle pas venue quatre cent trente ans après? Or, si 1a loi transmet la bénédiction, et la vie, et la justification, la promesse reste sans effet. Quoi ! nul ne pourra casser le testament fait par un homme, et le testament du Seigneur sera cassé au bout de quatre cent trente ans ! Car si (607) les dispositions contenues dans ce testament ne se réalisent pas par l'effet de ce testament, mais par une autre cause, c'est qu'il a été annulé, ce testament. Cela est-il admissible?
« Pourquoi donc », dit-il, « la loi a-t-elle été établie? à cause des prévarications (19) ». Car la loi non plus n'a pas été créée en vain. Voyez-vous comme ses regards embrassent tout? On dirait qu'il a des yeux par milliers. Après avoir exalté la foi , et avoir montré qu'elle est plus ancienne, il ne veut pas que les Galates regardent la loi comme ayant été inutile, et il rectifie leur opinion à ce sujet, en expliquant qu'elle avait eu sa raison d'être et qu'elle avait eu une véritable utilité, à cause des prévarications . c'est-à-dire, parce qu'elle empêchait les Juifs de vivre sans rien qui les retînt, et de se laisser entraîner aux derniers excès du vice. Elle leur servait de frein; elle les formait, réglait leur conduite, les empêchait de violer, sinon toutes, au moins quelques-unes de ses prescriptions. De sorte que la loi n'a pas procuré peu d'avantages aux hommes. Mais jusqu'à quelle époque cela doit il durer? « Jusqu'à l'avènement de ce Fils que la promesse regarde », et ce Fils, c'est Jésus-Christ. Si donc elle a été donnée pour durer jusqu'à l'avènement de Jésus-Christ, pourquoi vouloir mal à propos lui faire dépasser ce terme ? « Et cette loi a été donnée par les anges par l'entremise d'un médiateur ». Ou bien ce sont les prêtres qu'il appelle des anges, ou bien il veut dire que les anges eux-mêmes ont prêté. leur ministère à l'établissement de la loi. Pour lui le médiateur est le Christ, et il fait entendre qu'il existait avant la loi, et que c'est lui-même qui l'a donnée. « Or, un médiateur n'est pas d'un seul, et il n'y a qu'un, seul Dieu (20) ».
5. Que vont répondre à cela les hérétiques? Si ces mots : « Le seul vrai Dieu » (Jean, XVII, 3) ne permettent pas de croire que le Fils soit le vrai Dieu, il faut aussi en conclure qu'il n'est pas Dieu, puisqu'il a été dit : « Il n'y a qu'un seul Dieu ». (Deut. VI, 4:) Mais si, malgré ces mots : « Un seul Dieu, le Père » (I Cor. VIII, 6), le Fils ne laisse pas d'être Dieu, il est évident que le Père étant le vrai Dieu , le Fils est aussi-le vrai Dieu. Mais un médiateur, dit-il, est le médiateur de deux personnes. De qui donc le Christ était-il le médiateur ? Bien évidemment il servait de médiateur entre Dieu et les hommes. Voyez-vous comme Paul démontre que le Christ lui-même a donné la loi? Si donc il a donné la loi lui-même, il a le droit de l'annuler. — « La loi donc est-elle contre les promesses de Dieu (21)? » Car si les bénédictions nous ont été données. par l'intermédiaire de la race d'Abraham, et que la loi ait fait peser sa malédiction sur elle, elle s'est mise en contradiction avec les promesses de Dieu. Comment réfute-t-il cette objection ? D'abord il la repousse avec dégoût et s'écrie : « Loin de nous une telle supposition », puis il continue l'enchaînement de ses preuves et dit : « Car si la loi qui a été donnée avait pu donner la vie, on pourrait dire alors avec vérité que la justification s'obtiendrait par la loi ». Voici le sens de ses paroles : Si nous avions compté sur elle, dit-il, pour obtenir la vie, et si elle avait eu le pouvoir d'opérer notre salut, on aurait peut-être raison de parler ainsi ; mais si c'est la foi qui sauve, et que la loi attire la malédiction, nous ne pourrions rien perdre à l'avènement de la foi qui nous affranchit de tout. Si la promesse devait s'accomplir par l'intermédiaire dé la loi, on n'aurait pas tort de croire que s'écarter de la loi serait s'écarter de la justification. Mais si elle à été donnée pour nous circonscrire tous dans de certaines limites, c'est-à-dire, pour confondre notre négligence, pour nous faire sentir nos fautes, non-seulement elle n'empêche pas l'effet de la promesse, ruais encore elle en favorise l'accomplissement. C'est ce qu'il veut prouver quand il dit : « Mais l'Écriture a comme renfermé tous les hommes sous le péché, afin que ce que Dieu avait promis fût donné par la foi de Jésus-Christ à ceux qui croiraient en lui (22) ».
Comme les Juifs n'avaient pas conscience de leurs propres péchés, et que dans cet état ils ne. désiraient pas s'en faire absoudre, Dieu leur donna la loi qui leur révéla leurs blessures, et leur fit désirer l'intervention du médecin. « L'Écriture », dit-il, « les enferma sous le péché », c'est-à-dire, qu'elle les convainquit de péché, et les retint, en faisant naître la crainte chez eux. Vous voyez donc que la loi, au lieu d'être contraire aux promesses de Dieu, n'a fait qu'en hâter l'accomplissement. Si la loi en revendiquait pour elle seule l'exécution et la responsabilité, on serait fondé à présenter cette objection; mais si elle ne fait qu'obéir à une autre influence , à (608) laquelle son action tout entière soit subordonnée, en quoi est-elle contraire aux promesses de Dieu? Sans elle, tous les hommes auraient abouti au vice, et parmi les Juifs il n'y en aurait pas eu un seul qui eût voulu écouter le Christ; tandis que, du jour où elle leur a été donnée, elle a produit un double résultat : elle a développé chez ceux qui l'observaient des germes suffisants de vertu, elle leur a donné conscience de leurs péchés, ce qui était le meilleur moyen de leur faire désirer la venue du Fils de Dieu. Aussi ceux qui n'ont pas cru en lui, n'ont pas cru, parce qu'ils ignoraient leurs propres péchés. Et voilà pourquoi Paul disait : « Parce que ne connaissant point la justification qui vient de Dieu, et s'efforçant d'établir leur propre justification, ils ne se sont point soumis à Dieu pour recevoir cette justification qui vient de lui ». (Rom. X, 3.)
« Or, avant que la foi fût venue, nous étions sous la garde de la loi, qui nous tenait renfermés pour nous disposer à cette foi qui devait nous être. révélée un jour (23) ». Voyez-vous avec quelle clarté il résume nos explications? S'il se sert de ces expressions : « Nous étions sous la garde..., qui nous tenait renfermés », c'est qu'il ne veut pas prouver autre chose que ceci, à savoir qu'en observant les prescriptions de la loi on était en sûreté. Car la loi, en retenant les Juifs derrière la crainte, comme derrière un rempart, et en leur imposant un genre de vie en rapport avec elle-même, les conservait pour la foi. « Ainsi la loi nous a servi de conducteur, pour nous mener comme des enfants à Jésus-Christ, afin que nous fussions justifiés par la foi (24) ». Celui qui conduit les enfants. n'est pas le rival de celui qui les instruit, mais son coopérateur, car il préserve de tous les vices le jeune homme qui lui est confié, et fait tous ses efforts pour le rendre apte à profiter des leçons du maître. Mais quand le jeune homme est arrivé en pleine possession de lui-même, celui qui le conduisait s'éloigne pour toujours. Ce qui fait dire à Paul : « Mais la foi étant venue, nous ne sommes plus sous un conducteur comme des enfants ; puisque vous êtes tous enfants de Dieu par la foi en Jésus-Christ (25, 26) ». Si donc la loi remplissait l'office de pédagogue, et si elle nous a gardés et contenus, elle n'a pas été l'ennemie de la grâce, elle l'a aidée au contraire, mais si, après la venue de la grâce, elle persistait à nous garder sous sa direction, c'est alors qu'elle serait son ennemie. Si elle nous tenait enfermés, quand nous devons nous éloigner d'elle, c'est alors qu'elle nuirait à notre salut. Qu'une lampe, après nous avoir éclairés pendant la nuit, continue de briller pendant le jour de manière à nous empêcher de voir le soleil, elle nous importunera au lieu de nous rendre service; il en serait de même de la loi, si elle nous empêchait d'acquérir des biens plus grands. Par conséquent ceux qui l'observent aujourd'hui sont ceux qui la déprécient le plus. En effet, le pédagogue rend son élève ridicule quand il s'obstine, hors de propos, à le retenir près de lui. C'est pourquoi Paul a dit : « Mais la foi étant venue, vous n'êtes plus sous un conducteur comme des enfants ». Ainsi donc nous ne sommes plus sous un conducteur comme des enfants. « Car vous êtes tous enfants de Dieu ». Oh ! combien est grande la puissance de la foi, et comme il l'a fait ressortir à mesure qu'il avance ! D'abord il a prouvé aux Galates que la foi les rendait enfants d'Abraham : « Vous savez », leur dit-il, « que ceux qui observent la foi sont les fils d'Abraham ». Et maintenant il leur déclare qu'ils sont aussi les enfants de Dieu : « Car tous vous êtes enfants de Dieu par la foi en Jésus-Christ », par la foi et non par la loi. Ensuite, après avoir prononcé cette grande et admirable parole, il expose de quelle manière ils sont devenus les enfants de Dieu.
Car vous tous qui avez été baptisés en Jésus-Christ, vous avez été revêtus de Jésus-Christ (27) ». Pourquoi n'a-t-il pas dit Vous tous qui avez été baptisés en Jésus-Christ, vous êtes nés de Dieu? Car il semble que cela eût dû faire suite aux raisonnements par lesquels il leur prouve qu'ils sont enfants de Dieu. — Parce qu'il veut faire sur eux une impression plus forte. Car si Jésus-Christ est le Fils de Dieu, et que vous, vous soyez revêtus de Jésus-Christ, vous le possédez en vous-mêmes, vous devenez semblables à lui, vous êtes réunis dans une seule et même parenté, sous une seule et même forme. « Il n'y a plus maintenant ni Juif ni gentil, ni esclave ni homme libre, ni homme ni femme; mais vous n'êtes tous qu'un en Jésus-Christ (28) ». Voyez-vous l'inépuisable ambition de ce grand coeur ? Il a dit : « Nous sommes les enfants de (609) « Dieu par le moyen de la foi», il ne s'en tient pas là, il s'efforce à trouver quelque choie de plus, une parole qui exprime plus clairement notre étroite union avec Jésus-Christ. Il a dit « Vous avez été revêtus de Jésus-Christ»; cela ne lui suffit pas, il développe encore sa pensée, il resserre encore plus cette intime communion du chrétien avec Jésus-Christ, et dit « Vous n'êtes tous qu'un en Jésus ». C'est-à-dire, vous n'êtes qu'une seule forme, qu'un seul type en Jésus-Christ. Quoi de plus imposant qu'une telle parole? Le gentil et le Juif, et celui qui naguère encore était esclave, se trouvent posséder la même forme, non pas que celle de l'ange ou celle de l'archange, mais que celle du Maître du inonde , et portent en eux Jésus-Christ. « Que si vous êtes à Jésus-Christ, vous êtes donc la race d'Abraham, et les héritiers selon la promesse (39) ». Voyez-vous comme il fait ressortir maintenant ce qu'il disait d'abord au sujet de la race d'Abraham , que les bénédictions de Dieu lui avaient été données à lui, ainsi qu'à sa race ?