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Œuvres Jean Chrysostome (344-407) In epistulam ii ad Thessalonicenses homiliae 1-5 Homilien über den II. Thessalonicher-Brief (BKV)
Zweite Homilie.

7.

IV. Darüber brauchen wir uns nicht zu wundern; es verhält sich ja ähnlich mit allen Dingen, die heilsam sind. Arzneien und Pillen schmecken dem Kranken oft gar übel, darnach aber bekommen sie ihm gut. Wenn wir nicht einmal unangenehme Reden ertragen können, so ist klar, daß wir auch kein Leiden in der Wirklichkeit aushalten können. Wer schon kein Gespräch über die Hölle aushalten kann, der wird beim Ausbruch einer Verfolgung schwerlich gegen Feuer und Schwert Widerstand leisten. Härten wir unser Ohr ab, damit es nicht verzärtelt werde. Denn vom Hören kommt es zum Handeln. Sind wir gewohnt, Furchtbares S. 757 zu hören, so werden wir auch Furchtbares dulden können. Sind wir aber so verweichlicht, daß wir nicht einmal von Qualen reden hören können, wie sollen wir wirkliche Qualen ausstehen können! Sehet hin auf den hl. Paulus und betrachtet, wie er allen irdischen Leiden und den mannigfachsten Gefahren Trotz bietet! Wie war er dazu im Stande? Darum, weil er sich gewöhnt hatte, sogar der Hölle Trotz zu bieten im Kampfe für das Gesetz Gottes. Er hielt es für Nichts, sogar die Höllenqualen auszustehen aus Liehe zu Christus. Und wir wollen nicht einmal eine Predigt darüber zu unserm Heile aushalten?

Ihr habt nun Einiges über diesen Punkt vernommen und entfernet euch jetzt wieder. Ich bitte euch aber inständig, wenn nur einige Liebe in euren Herzen wohnet, so behaltet und erwäget allzeit diese Worte; sie schaden euch ja nicht, wenn sie auch Nichts nützen sollten! Ich weiß aber gewiß, daß sie euch nützen werden. Denn je nach den Gesprächen wird auch die Seele gut oder böse. „Böse Reden,“ heißt es, „verderben gute Sitten.“1 Gute Gespräche aber sind nützlich, sie machen den Menschen ernst und verständig. Die menschliche Seele gleicht dem Wachse: mit kalten gleichgiltigen Reden machst du sie hart wie Stein, mit feurigen Reden aber erweichst du sie; ist sie aber erst einmal erweicht, so kannst du sie nach Belieben umformen und das Bildniß des Königs in sie eingraben. Verstopfen wir also unsere Ohren gegen schlechte und unnütze Reden! Sie sind kein unbedeutendes Übel. Denn alles mögliche Böse kann daraus entstehen. Waren wir bestrebt, Gottes Wort zu hören, so würden wir nichts Anderes anhören; hörten wir aber nichts Anderes an, so kämen wir auch nicht his zu bösen Werken. Denn das Wort führt zur That: zuerst denken wir, dann reden wir, dann handeln wir. Wie viele S. 758 ehrbare Menschen sind nicht schon durch unsaubere Gespräche zu unreinen Handlungen verleitet worden! Denn unsere Seele ist von Natur weder gut noch böse, sie wird das eine oder andere erst durch die Bethätigung des freien Willens. Gleichwie nun das Segel das Schiff dahin treibt, wohin der Wind weht, oder vielmehr, wohin es das Steuerruder bei günstigem Fahrwind lenkt, so ist es auch mit unserm Herzen. Wenn der günstige Wind guter Reden unser Herz anweht, so segelt es gefahrlos dahin; ist aber das Gegentheil der Fall, so wird es vom Verderben ereilt. Was für die Schiffe die Winde sind, das sind für die Seelen die Reden. Durch diese kannst du die Seelen lenken und leiten, wohin du willst. Darum ruft uns eine mahnende Stimme zu: „All dein Gespräch richte auf das Gesetz des Allerhöchsten!“2


  1. I. Kor. 15, 33. ↩

  2. Jes. Sir. 9, 23. ↩

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Traductions de cette œuvre
Commentaire sur la deuxième épitre aux Thessaloniciens Comparer
Homilien über den II. Thessalonicher-Brief (BKV)

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