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Œuvres Jean Chrysostome (344-407) In epistulam ad hebraeos argumentum et homiliae 1-34 Homilien über den Brief an die Hebräer (BKV)
Achtundzwanzigste Homilie.

IV.

Wie aber, wenn sie zu Grunde richtet und zerstört? Die Trübsal thut Das nicht, sondern unsere Faulheit. Wie S. 420 denn? sagt man. Wenn wir nüchternen Geistes sind; wenn wir Gott anflehen, er möge uns nicht über unsere Kräfte versucht werden lassen; wenn wir uns immer an ihn halten, werden wir heldenmüthig und kampfbereit dastehen. Denn solange wir ihn zum Helfer haben, werden alle Versuchungen, und brausten dieselben gewaltiger als alle Stürme auf uns los, uns wie Spreu erscheinen und wie Laub, das leicht hinweggeweht wird. Höre, was Paulus spricht: „Aber in Diesem allen überwinden wir.“1 Und wieder: „Denn ich halte dafür, daß die Leiden dieser Zeit nicht zu vergleichen sind mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbar werden wird.“2 Und wieder: „Denn unsere gegenwärtige Trübsal, die augenblicklich und leicht ist, bewirkt eine überschwengliche, ewige, Alles überwiegende Herrlichkeit in uns.“3 Betrachte, welch’ große Gefahren, Schiffbrüche, ununterbrochene Trübsale und was sonst der Art ist, er leicht nennt, und ahme diesem diamantenen Mann nach, der gleichsam wie zum Überflüsse mit diesem Leibe bekleidet war. Bist du in Armuth? Aber in keiner solchen, worin sich Paulus befand, der in Hunger und Durst und Blöße geprüft wurde, denn er litt Dieß nicht etwa Einen Tag, sondern erduldete es fortwährend. Woraus geht Dieses hervor? Höre, was er selbst sagt: „Bis zu dieser Stunde hungern und dursten wir und sind entblößt.“4 Ha, welchen Ruhm besaß er schon in der Verkündigung des Evangeliums, als er Solches erduldete; denn er predigte schon im zwanzigsten Jahre, als er Folgendes schrieb: „Denn ich kenne,“ sagten „einen Menschen in Christo, der vor vierzehn Jahren, ob mit dem Leibe, ich weiß es nicht, ob ausser dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß es, entrückt war bis in den dritten Himmel“.5 Und wieder: „Hierauf nach drei Jahren kam ich nach Jerusalem.“6 Und höre ihn noch weiter sprechen: S. 421 „Denn lieber wollte ich sterben, als daß mir Jemand meinen Ruhm vernichte.“7 Aber nicht allein Dieses sagt er, sondern er schreibt noch weiter: „Wie ein Auswurf dieser Welt sind wir geworden.“8 Was ist drückender als Hunger, als Kälte, als Nachstellungen von Brüdern, die er falsche Brüder nennt? Hieß er nicht der Verderber des Erdkreises? Wurde er nicht Verführer und Zerstörer genannt? Wurde er nicht mit Geißeln zerfleischt? - Das wollen wir, Geliebte! im Geiste betrachten, Das wollen wir bedenken, Daran uns erinnern, und wir werden niemals erschlaffen, wenn wir auch Unrecht leiden, wenn wir beraubt werden, wenn wir unzählige Unbilden erdulden. Wenn wir nur im Himmel in gutem Andenken stehen, dann ist Alles leicht zu ertragen; wenn wir nur dort unsere Angelegenheiten in gute Ordnung bringen, dann werden wir den Begegnissen hienieden wenig Berücksichtigung schenken; denn diese sind Schatten und Traum; mögen sie aber auch sein, wie sie wollen; indem wir jene Güter hoffen und erwarten, kann Nichts hart genannt werden, möge es nun die Beschaffenheit oder die Natur betreffen. Denn was sollen wir mit jenen Übeln vergleichen? was mit dem Feuer, das nicht erlischt? was mit dem Wurm, der nicht stirbt? Was hienieden könnte man gleich heissen mit dem Zähneknirschen, den Fesseln, der äussersten Finsterniß, der Zornwuth, der Bedrängniß, der Noth? Aber was die Zeit betrifft? Und was sind zehntausend Jahre gegen eine grenzenlose und endlose Dauer? Nicht wie ein Tropfen gegen einen unermeßlichen Abgrund? Aber was die Güter betrifft? Aber die jenseitigen strahlen in noch größerem Übermaaße hervor: „Kein Auge,“ heißt es, „hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschen Herz ist es gekommen.“9 Und Diese werden wieder in einer unendlichen Zeitdauer fortbestehen. Ist es nun kein Glück, für diese zehntausend Mal zerhauen, gemordet, S. 422 verbrannt zu werden und unzählige Male den Tod auszustehen und jedwede durch Wort und That zugefügte Qual zu erdulden? Denn wenn es möglich wäre, in einem Feuerbrande zu leben, müßte man sich nicht Allem unterziehen, um in den Besitz der verheissenen Güter zu kommen? Aber warum rede ich thörichter Weise so zu Menschen, die nicht einmal die Reichthümer verachten, sondern dieselben wie unvergängliche Schätze festhalten, und wenn sie von dem Vielen etwas Weniges geben, Alles gethan zu haben vermeinen? Das ist kein Almosen. Almosen war die Gabe jener Wittwe, welche ihr Leben von Allem, was sie hatte, entblößte. Kannst du es aber nicht über dich gewinnen, so viel wie die Wittwe zu geben, so entäussere dich doch des Überflusses; behalte, was genügt, und nicht, was du nicht brauchst. Aber Niemand findet sich, der auch nur auf den Überfluß verzichten wollte; denn so lange du viele Diener und seidene Gewänder besitzest, ist Das lauter Überfluß. Nichts gehört zu unserm nothwendigen Gebrauch, ohne welches wir leben können; Solches ist überflüssig und liegt einfach ausser unserm Bedarf. Ohne was wir (nicht)10 leben können, wollen wir sehen, wenn es beliebt. Wenn wir nur zwei Diener haben, können wir leben; denn da es Manche gibt, die keine Diener haben - welche Entschuldigung hätten wir dann, wenn uns zwei nicht genügten? Wir können auch ein Haus aus Ziegelsteinen haben, das drei Wohnräume enthält, und das reicht für uns hin; denn es gibt noch Manche, die mit Frau und Kindern nur eine einzige Wohnstätte haben? Du sollst aber, wenn du willst, zwei Diener haben. Wie aber, sagt man, ist es denn nicht schimpflich, wenn eine Freie mit nur zwei Dienern geht? Bewahre. Das ist keine Unehre, wenn sich eine Freie mit zwei Dienern zeigt; Das aber ist eine Schande, wenn sie viele um sich hat. Ihr lachet vielleicht, da ihr Solches S. 423 höret. Glaubet es, Das ist schimpflich, mit vielen einherzuschreiten. Wie die Schafverkäufer oder wie die Sklavenhändler, so haltet ihr es für etwas Großes, mit vielen Dienern euch sehen zu lassen: Das ist Hochmuth und Eitelkeit, Jenes aber Weisheit und Würde; denn die Freie soll nicht aus der Menge der Diener hervorglänzen. Was besteht aber auch für eine Tugend darin, viele Sklaven zu haben? Das ist Nichts für die Seele; was aber nicht für die Seele ist, bekundet keine Freie. Ist sie mit Wenigem zufrieden, dann ist sie in Wahrheit frei; wenn sie aber Vieles bedarf, dann ist sie dienstbar und ist geringer als Sklaven.


  1. Röm 8,37.2 ↩

  2. Röm 8,18 ↩

  3. 2 Kor 4,17 ↩

  4. 1 Kor 4,11 ↩

  5. 2 Kor 12,2 ↩

  6. Gal 1,18.3 ↩

  7. 1 Kor 9,15.4 ↩

  8. 1 Kor 4,13 ↩

  9. 1 Kor 2,19 ↩

  10. Diese Stelle: τίνος οὖν ἄνευ οὐ δυάμεϑα ζῇν scheint corrumpiert und das οὐ überflüssig zu sein. ↩

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Traductions de cette œuvre
Commentaire de Saint Jean Chrysostome sur l'épître de Saint Paul aux Hébreux Comparer
Homilien über den Brief an die Hebräer (BKV)
Commentaires sur cette œuvre
Einleitung: Homilien über den Brief an die Hebräer

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