Drei und dreißigstes Kapitel. Stilichos Entwürfe.
[Forts. v. S. 167 ] 1. Als Stilicho, der in Bononien war, dieses hörte, versetzte es ihn in große Unruhe. 2. Er versammelte daher alle Anführer der Barbaren, die Bundsgenossen waren, und frug sie, was zu thun seyn möchte? 3. Alle beschlossen, daß die Barbaren, die Bundsgenossen der Römer seyen, im Fall’ der Kaiser ermordet wäre — davon war die Nachricht noch zweifelhaft — gemeinschaftlich die Soldaten zu überfallen, und so die übrigen zu besserer Kriegszucht zurückbringen — seie aber der Kaiser gerettet, und nur die Anführer ermordet, die Urheber des Aufruhrs zur Strafe gezogen werden sollen. 4. Dieses war der Entschluß Stilichos und der Barbaren, die bei ihm waren! Da sie aber vernahmen, es seie dem Kaiser kein Leid geschehen, so fand jener nicht mehr nöthig, zur Züchtigung der Soldaten zu schreiten, sondern nach Ravenna zu gehen. 5. Denn er bedachte dieser ihre Menge, und sahe, daß die Gesinnung des Kaisers nicht standhaft war: 6. und unter den Umständen mit den Barbaren gegen das Römische Lager zu ziehen, seie weder erlaubt, noch sicher.
