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Nach unserer Ansicht haben gewisse böse und sozusagen titanische oder gigantische1 Dämonen gegen das wahrhaft Göttliche und gegen die Engel im Himmel gefrevelt, sind deshalb vom Himmel herabgefallen2 und treiben nun auf Erden ihr Wesen in den dickeren und unreinen Leibern. Dabei haben sie einen gewissen Scharfblick für das Zukünftige, da sie selbst nicht mit irdischen Leibern bekleidet sind. Weil nun ihr ganzes Streben und Tun nach ihrer Herabkunft darauf gerichtet ist, das Menschengeschlecht zum Abfall vom wahren S. 420 Gott zu bewegen, so nehmen sie in den Leibern der reißendsten, wildesten und bösartigsten Tiere ihren Aufenthalt und lenken diese, wohin sie wollen, und wenn es ihnen gefällt; oder sie wirken auf deren Einbildungskraft ein und machen, dass sie auf diese oder jene Weise fliegen und sich bewegen, damit sich die Menschen von dieser in den unvernünftigen Tieren vorhandenen weissagenden Kraft blenden lassen und den das All umfassenden Gott nicht suchen, auch nicht die wahre Gottesverehrung ergründen, sondern ihr Denken dem Irdischen, den Vögeln und Schlangen, den Füchsen und Wölfen zuwenden. Denn wer in diesen Dingen bewandert ist, hat die Wahrnehmung gemacht, dass durch die Beobachtung solcher Tiere die Zukunft am klarsten erkannt werde, da die Dämonen in den zahmeren Tieren nicht so viel vermögen, wie3 jene wilden Tiere deshalb erreichen können, weil diese ihnen an Bosheit ähnlich sind; freilich ist dies nicht eine Bosheit im eigentlichen, sondern nur im uneigentlichen Sinne.
