4.
Wir können auf Grund der heiligen Schriften nachweisen, da0 die jüdischen Propheten, von dem göttlichen Geiste so weit erleuchtet, als es ihnen für ihre Prophezeiungen nützlich war, eher1 das segensspendende Wirken des höheren Wesens, das zu ihnen kam, an sich erfahren, und dass durch die Berührung, wenn ich so sagen darf, ihrer Seele mit dem genannten göttlichen Geiste der Blick ihres Verstandes klarer und die Sehkraft ihrer Seele schärfer wurde. Aber auch ihr Leib bildete in keiner Weise mehr ein Hindernis tugendhaften Lebens, da er ja dem, was wir „Gesinnung des Fleisches“ nennen, „abgestorben war“2 . S. 644 Denn wir haben die Überzeugung, dass „der göttliche Geist die Handlungen des Leibes“ und die von der widergöttlichen „Gesinnung des Fleisches“ ausgehenden Feindschaften tötet3 . Wenn aber die Pythia, sobald sie weissagt, verzückt und nicht bei sich selbst ist, von welcher Art ist dann wohl ein Geist, der Finsternis auf den Verstand und die Denkkraft ausgießt, wenn nicht ein solcher, wie das Geschlecht der Dämonen ist, die von nicht wenigen Christen aus den von ihnen Befallenen ausgetrieben werden, mit Ausschluß aller Zauberei und Magie oder ärztlicher Behandlung, einzig und allein durch Gebet und durch einfache Beschwörungsformeln und durch das, was auch der einfachste Mann anwenden könnte?
Denn im allgemeinen sind es ungelehrt Leute, die solches vollbringen, da die in dem Worte Christi wohnende Gnade die Nichtigkeit und Schwäche der Dämonen erweist; denn um sie zu überwinden und aus der Seele und dem Leibe eines Menschen auszutreiben, dazu bedarf es durchaus keines gelehrten Mannes, der seinen Glauben wissenschaftlich zu begründen vermag.
