7.
[Forts. v. S. 357 ] Die göttliche Schrift sagt mir: „Wer wird ein starkes Weib finden1?“ Ein solches Geschenk wird von Gott verliehen; der Herr ist es, welcher eine gute Gattin in die Ehe gibt. Auch die Heiden haben diese Wahrheit erkannt. Einer von ihnen sagt nämlich: „Der Mann kann nichts Schöneres gewinnen als ein edles Weib, aber auch nichts Schlimmeres als ein böses2.“ Man kann nicht sagen, daß jemand in der Ehe glücklicher war als der Verstorbene. Wenn einer nicht den Gang in die äußerste Ferne und zu allen möglichen Menschen scheute, um die beste Ehe zu gründen, dann gibt es wohl nichts Besseres und Innigeres als diese. Das Vorzüglichste von männlicher und weiblicher Natur hatte sich geeint, so daß die Ehe ebensosehr eine körperliche wie seelische Verbindung war. Mochten sie anderen Menschen gegenüber Vorzüge aufweisen, gegenseitig konnten sich die beiden nicht übertreffen, so gleichmäßig und gleichwertig war ihre seelische Begabung.
Οὐ μὲν γάρ τι γυναικὸς ἀνὴρ ληίζετ’ ἄμεινον
Τῆς ἀγαθῆς, τῆς δ’αὖτε κακῆς οὐ ῥίγιον ἄλλο.
[Ou men gar ti gynaikos anēr lēizet’ ameinon
Tēs agathēs, tēs d’aute kakēs ou rhigion allo.].
