9. Konstantin war der fromme Sohn eines Kaisers und vererbte seine Herrschaft kaiserlichen Söhnen.
Dabei sprach der Kaiser nicht etwa bloß schöne Worte, denen er die Werke hätte fehlen lassen — nein, er übte sich auch in jeglicher Tugend und konnte sich mannigfaltiger Früchte der Gottesfurcht rühmen. Durch hochherzige Wohltaten fesselte er seine Freunde an sich; als Herrscher gab er menschenfreundliche Gesetze und bewirkte so, daß seine Regierung allen Untertanen mild und überaus wünschenswert schien, bis schließlich Gott, der von ihm allzeit verehrt worden war, den durch göttliche Kämpfe langer Jahre ermüdeten Streiter mit dem Siegespreis der Unsterblichkeit krönte und ihn aus der irdischen Herrschaft zum ewigen Leben aufnahm, das er den heiligen Seelen bei sich bereitet hat. Da er ihm aber auch drei Söhne als Nachfolger in der Herrschaft erweckt hatte, blieb die kaiserliche Würde, wie sie auch auf ihn von seinem Vater übergegangen war, nach dem Rechte der Natur seinen Kindern und deren Nachkommen vorbehalten und ward ihnen auf unvergängliche Zeiten wie ein väterliches Erbgut verlängert. Gott selber, der den seligen Kaiser, da er noch unter uns weilte, mit wahrhaft göttlichen Ehren ausgezeichnet und ihn bei seinem Tode mit auserlesenen Gnaden verherrlicht hat, wäre darum auch für ihn der richtige Lebensbeschreiber, da er auf den mächtigen himmlischen Säulen seine Kämpfe und Ruhmestaten für die lange Ewigkeit eingraben könnte.
