38. Tod des Maxentius an der Tiberbrücke.
Schon war er Rom selber ganz nahe. Da hat aber Gott selbst, damit der Kaiser nicht genötigt wäre, wegen S. 31des Tyrannen die Römer zu bekriegen, diesen wie an Fesseln weit vor die Tore der Stadt heraus gezogen und so den aus alten Zeiten stammenden Bericht von seinen Werken zum Sturz der Gottlosen, der wohl den Gläubigen als Wort der Heiligen Schrift für glaubwürdig gilt, bei den meisten aber wie eine fabelhafte Sage nur Unglauben findet, durch offenkundige Werke, ich darf sagen, allen bekräftigt, da er alle seine Wundertaten schauen ließ, mochten sie dieselben mit gläubigen oder mit ungläubigen Augen betrachten. Wie er dereinst zur Zeit des Moses und des gottesfürchtigen Volkes der Hebräer „die Streitwagen des Pharao und seine Heeresmacht ins Meer geschleudert und seine auserlesenen Führer zu Roß ins rote Meer versenkt hat“1 , gerade so ist auch Maxentius mit seiner Leibwache und seinen Trabanten „in die Tiefe versunken gleich einem Steine“2 , als er fliehend vor der Macht Gottes, der mit Konstantin kämpfte, über den vor ihm liegenden Fluß setzen wollte. Über diesen hatte er nämlich eine feste Schiffsbrücke schlagen lassen und sich so das Werkzeug zu seinem eigenen Untergang geschaffen, während er doch gehofft hatte, dadurch den gottgeliebten Kaiser vernichten zu können. Diesem stand aber sein Gott hilfreich zur Seite und der unselige Tyrann hatte die geheimen Vorrichtungen nur zu seinem eigenen Verderben getroffen. Da konnte man auch sagen: „Eine Grube hat er gegraben und sie aufgeworfen und hineinfallen wird er in das Loch, das er gemacht hat. Kehren wird sich seine Arbeit gegen sein eigenes Haupt und auf seinen Scheitel wird seine Ungerechtigkeit niederfallen“3 . So lösten sich nach Gottes Willen die Maschinen der Brücke, die das Verderben bargen, nicht zur gehofften Zeit, es senkte sich die Brücke und die Schiffe versanken zumal samt der Mannschaft in die Tiefe, und zwar zu allererst der unselige Tyrann selber, dann auch seine Leibwache und seine Trabanten, wie es das Wort Gottes vorherverkündet hatte: „Sie sanken wie Blei in dem S. 32gewaltigem Wasser“4 . So war es ganz angemessen, daß die Truppen, die den Sieg von Gott erhalten hatten, wenn auch nicht mit Worten, doch durch ihre Werke, gerade so wie die Gefährten des großen Dieners Gottes Moses eben jenes Loblied anstimmten und sangen, das beim Untergang jenes alten gottlosen Tyrannen gesungen worden ist: „Lobsingen wollen wir dem Herrn; denn gewaltig hat er sich verherrlicht. Roß und Reiter hat er ins Meer geworfen, Schirmer und Schutzer ist er mir geworden zu meinem Heile“5 , und: „Wer ist Dir gleich unter den Göttern, o Herr, wer ist Dir gleich? Verherrlicht bist Du in Deiner Heiligkeit, wunderbar in Deiner Herrlichkeit, Du Wundertäter!“6 .7
