3. Gott ehrt fromme Herrscher und stürzt Tyrannen.
S. 6Denn da er durch diese vorherverkündet hatte, daß denen die ihn verherrlichten und ehrten, mit überreichen Gnaden vergolten werde, daß hingegen, wer sich als seinen Widersacher und Feind erkläre, nur das Verderben seiner Seele sich erwirke, hat er somit die Verheißung seiner Worte schon dadurch als truglos erwiesen, daß er das Lebensende der gottlosen und gottfeindlichen Tyrannen fluchbeladen erscheinen ließ, seinem Diener hingegen außer dem Leben auch noch den Tod beneidenswert und ruhmreich machte, so daß auch dieser denkwürdig und nicht vergänglicher, sondern unvergänglicher Ehrensäulen würdig wurde. Wohl hat ja schon die Natur der Sterblichen einen Trost für das Ende sterblicher Vergänglichkeit gefunden und geglaubt, durch das Aufstellen von Bildwerken das Andenken der Vorfahren mit unvergänglichen Ehren zu feiern, und da die einen durch die Licht- und Schattenwirkungen der farbenprächtigen Wachsmalerei, andere durch Schnitzerei aus lebloser Materie menschenähnliche Gestalten herstellten, wieder andere auf Tafeln und Säulen tiefe Schriftzüge eingruben, wähnten sie den edlen Eigenschaften derer, die sie ehren wollten, ein ewiges Andenken zu sichern. Das war aber alles vergänglich und mußte mit der Länge der Zeit verfallen; war es ja nur das Abbild sterblicher Leiber, nicht aber ein Abdruck vom Wesen der unsterblichen Seele. Gleichwohl schien dieses denen zu genügen, die keine Hoffnung auf ein anderes Gut nach dem Ablauf des sterblichen Lebens kannten. Gott aber, Gott der gemeinsame Erlöser aller, hat denen, die die Frömmigkeit lieben, Güter bei sich aufbewahrt, die jeden sterblichen Begriff übersteigen, und er gibt in den Erstlingsgaben des Siegespreises hier auf Erden nur im voraus ein Unterpfand, um dadurch den sterblichen Augen einigermaßen die unsterblichen Hoffnungen zu bekräftigen. Das verkünden die alten Aussprüche der Propheten, wie sie aufgeschrieben stehen; das bezeugt das Leben gottgeliebter Männer, die durch verschiedenartige Tugenden ehedem geleuchtet haben und bei der Nachwelt nicht in Vergessenheit geraten; S. 7das hat auch unsere Zeit als wahr erwiesen, da Konstantin allein von allen, die je das römische Reich beherrscht haben, der Liebling Gottes, des höchsten Herrschers, und für alle Menschen ein leuchtendes Beispiel gottesfürchtigen Lebens geworden ist.
