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Ägyptische Erzählungen über die Vorsehung
18.
S. 102 Einer aber war unerschütterlich; doch von der Philosophie etwas ländlich gebildet und städtischer Sitte unempfänglich. Dieser hatte von Osiris, wie überhaupt alle Menschen, sehr viel Gutes erhalten, nicht nur daß er selbst keine Leistungen zu machen, sondern daß auch seine Vaterstadt geringere an ihn zu machen hatte. Als damals gar viele, um Osiris zu preisen, Gesänge dichteten und Reden verfaßten, und ihm, so zu sagen Wohlwollen mit Wohlwollen erwiederten, war auch er dankbar, wie jene, und verfaßte um so mehr Gedichte und Reden, je mehr er es im Stande war, und sang zur Lyra die Dorische Weise, die allein, wie er glaubte, die Tiefe der Empfindung und des Ausdrucks fassen konnte. Doch machte er sie nicht öffentlich bekannt, sondern, wenn er ein für männliche Reden empfängliches Ohr fand, das sich nicht kitzeln ließe und durch Gänge bis zu dem Herzen durchbrochen war, diesem vertraute er seine Reden an. Er wußte zwar, daß Osiris der feinste Beurtheiler solcher Tagesaufsätze und lange Dauer versprechender Reden sei; doch wollte er ihm nichts über ihn selbst vortragen, einerseits, weil er glaubte, die Rede gewähre keinen vollen Ersatz für die That, andererseits, weil er vor Ländlichkeit, in der er erzogen ward, den Schein der Schmeichelei scheute. Nachdem aber Typhos Aegypten mit Gewalt an sich gerissen hatte und den Wütherich spielte, da war er noch ländlicher; damals machte er seine Reden bekannt, damals trug er sie vor, zum Schrecken aller Zuhörer; ja, er hielt es für Frevel, wenn er nicht öffentlich als Hasser derjenigen aufträte, welche seinen Wohlthäter mißhandelt hatten. Er stieß die grauenvollsten Flüche gegen Typhos aus, in Reden und in Schriften; und zu Hause und auf dem Markte war er redselig, obgleich man ihm früher das Schweigen zum Vorwurfe machte. In allen Reden sprach er von Osiris, in allen Versammlungen, welchen S. 103 er beiwohnte, wurden Osiris Thaten gesungen, und denen, die seine Erzählungen nicht ertragen konnten, drang er sie auf und achtete nicht der Warnungen der Greise und Freunde, noch schreckte ihn Furcht von seinem Eifer ab, und er raste offenbar, so zu sagen, eine edle Raserei. Er ruhte nicht, bis er dem Typhos selbst so nahe als möglich stehend, als gerade allenthalbenher erlesene Männer bei ihm versammelt waren, eine lange Lobrede auf seinen Bruder gehalten und ihn ermahnt hatte, der ihm so nahe verwandten Tugend nachzueifern. Dieser aber entbrannte und war offenbar von Wuth ergriffen; doch enthielt er sich aus Scheu vor den Versammelten der Gewaltthat, nothgedrungen sich mäßigend. Aus seiner Miene konnte man seine Gesinnung errathen, die verschiedene Arten von Leidenschaften wechselte; so nahm er in kürzester Zeit alle Farben an. Seitdem nun war er ihm verhaßter und unglücklicher, und geschwunden das Gute, das er unter Osiris genossen; allein Typhos that ihm noch anderes zu Leid, die Städte, für die er gesprochen, drückend und ein besonderes Uebel ihm aussinnend, daß er nimmermehr nach Hause käme, sondern bleiben müßte, unter dem Drange seufzend, die- jenigen glücklich sehend, die er haßte. In dieser Lage stärkt Gott den Fremden, ihm sichtbar erscheinend und auszudauern gebietend. Nicht Jahre nämlich, sondern Monate, sprach er, seien vom Schicksale bestimmt, binnen welchen die Aegyptischen Scepter die Klauen wilder Thiere emporstrecken und abwärts die Häupter der heiligen Vögel senken werden. Ein heiliges Sinnbild war dieß. Und der Fremde las die in Obeliske und Tempelmauern gegrabene Schrift; der Gott aber erklärte ihm auch den Sinn der Hieroglyphe und giebt ihm ein Zeichen der Zeit: »Wann,« sprach er, »die jetzigen Machthaber auch in unserer gottesdienstlichen Feier Neuerungen zu machen versuchen, dann erwarte bald, daß jene Erdensöhne — er meinte damit die Fremd- S. 104 linge, — von den Strafgöttinnen verfolgt, durch sich selbst entfernt werden, und, wenn noch etwas von jener Empörung zurückbleibt und nicht Alles auf Einmal vertilgt wird, und selbst Typhos im Pallaste weilt, so darfst du deßhalb nicht an den Göttern verzweifeln. Ein andederes Sinnbild sei dir dieß! Wann wir die irdische Luft, von dem Hauche der Gottlosen verpestet, durch Wasser und Feuer reinigen, dann wird auch den Uebri- gen die Strafe folgen, und du kannst sogleich eine bessere Ordnung der Dinge erwarten, ist Typhos aus dem Wege geräumt; denn solche Scheusale treiben wir durch Blitz und Donner aus.« Da schien dem Fremden auch, was ihm lange beschwerlich war, selig, und er klagte nimmermehr über den Zwang des Aufenthalts, während dessen er Augenzeuge der Erscheinung der Götter werden sollte. Es übertraf alle menschliche Erwartung, daß eine zahlreiche bewaffnete Macht, die auch im Frieden in Eisen zu gehen pflege, ohne allen Widerstand besiegt würde. Er dachte darüber nach, wie dieß möglich wäre; doch war es über alles Nachdenken erhaben. Als aber Typhos bald darauf einen sehr argen Schlag des Aberglaubens und eine Fälschung der gottesdienstlichen Feier, wie einer Münze, die durch ein altes Gesetz aus den Staaten verbannt wird, das nach außen und fern von den Mauern die Ruchlosigkeit scheucht; als er diesen nicht in eigener Person, aus Furcht vor dem Aegyptiervolke, sondern durch die Barbaren einzuführen und ihnen, mit Verletzung der Landesgesetze, ein Heiligthum in der Stadt einzuräumen suchte, da fiel dem Fremden sogleich ein, dieß nämlich sei es, was ihm der Gott verkündigt habe; vielleicht werde ich auch das Folgende sehen. Er erwartete gemäß dem, was er damals vernommen, daß das Eine, was den Osiris anlange, sogleich eintreffen werde; das Andere in spätern Jahren, wenn Oros, sein Sohn, statt des Löwen den Wolf zu Hülfe rufen werde. Was aber der Wolf bedeute, lehrt S. 105 eine heilige Sage, die man nicht einmal im Gewande der Fabel erzählen darf.
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L'Égyptien ou De la providence
18.
Il y avait un homme, rigide de caractère, et qui avait achevé de contracter, dans le commerce de la philosophie, des habitudes de rude franchise et de dédain pour les mœurs de la cour. Il avait été, comme tout le monde, l’objet des faveurs d’Osiris; il avait obtenu, pour lui-même l’exemption des charges publiques, et pour son pays un allégement d’impôts.1 Naguère beaucoup de poètes et d’orateurs, dans leurs vers et dans leurs discours, célébraient les vertus d’Osiris, témoignaient leur reconnaissance à Osiris. Animé des mêmes sentiments de gratitude, il savait, lui, les exprimer mieux que personne, et comme poète et comme orateur: il chantait, en s’accompagnant de la lyre, surie mode dorien, le seul qui lui parût répondre à la gravité des expressions et de la pensée; il ne livrait pas ses vers à la foule; il ne voulait les confier qu’à des oreilles ennemies des frivoles harmonies, et ouvertes à ces mâles accents qui pénètrent jusqu’à l’âme. Il n’ignorait pas qu’Osiris savait discerner les œuvres destinées à ne durer qu’un jour de celles qui doivent vivre pendant de longs âges; jamais cependant il n’avait voulu lui faire entendre des vers à sa louange; il ne pensait pas qu’on pût, avec des paroles, s’acquitter suffisamment d’un bienfait; et d’ailleurs, dans sa rudesse, il redoutait jusqu’aux apparences de l’adulation. Mais quand il vit Typhon asservir l’Égypte à un joug tyrannique, alors il se signala encore davantage par son indépendance: il publia, il récita ses vers, au grand effroi de ceux qui l’entendaient; mais il aurait cru commettre une indignité à ne pas déclarer ouvertement son aversion pour les ennemis de son bienfaiteur. Qu’il parlât, qu’il écrivit, c’était pour accabler Typhon de malédictions; dans sa demeure, sur la place publique, ne pouvant plus se taire, lui à qui jadis on faisait reproche de son silence, il rappelait à tout propos le nom d’Osiris; il ne pouvait aller nulle part sans faire l’éloge d’Osiris; il en rebattait les oreilles même de ceux qui ne voulaient pas l’écouter. C’est en vain que ses amis et les vieillards lui recommandaient la prudence: la crainte ne le rendait pas plus circonspect; il était comme atteint de folie, mais d’une folie généreuse. Il ne fut content que lorsqu’il eut pu, admis devant le Prince, au milieu d’une assemblée nombreuse et choisie, faire tout au long le panégyrique de l’exilé, et engager Typhon à imiter les vertus de celui auquel l’unissaient les liens du sang. Typhon ne put cacher son dépit et sa colère : s’il ne se porta pas à des actes de violence, c’est qu’il ne l’osa en présence de tout ce monde; il se contint par nécessité. Mais on pouvait lire sur ses traits les sentiments divers qui l’agitaient; en quelques instants son visage changea plusieurs fois de couleur. A dater de ce jour il donna encore un plus libre cours à sa vengeance et à sa méchanceté : il détruisait tout ce qu’Osiris avait fait de bien, commettait excès sur excès, accablant de ses rigueurs les villes que son frère avait protégées, cherchant à lui faire à lui-même tout le mal possible; il voulait qu’aux tristesses d’un exil perpétuel s’ajoutât pour Osiris la douleur de voir combler de biens ceux qu’il avait le plus sujet de détester. C’est alors qu’un dieu apparut à l’étranger pour lui recommander d’avoir bon courage et d’attendre patiemment: « Car les destins, disait-il, ont fixé le nombre, non pas d’années, mais de mois, pendant lesquels le sceptre des Égyptiens doit élever les griffes des bêtes féroces et abaisser la tête des oiseaux sacrés ». Symbole mystérieux! L’étranger connaissait les caractères gravés sur les obélisques et sur les murs des temples; ce dieu Lui expliqua le sens des hiéroglyphes; il lui indiqua les signes qui annonceraient la venue des temps. « Quand ceux qui sont maintenant les maîtres, dit-il, voudront changer les cérémonies religieuses, compte que bientôt les géants » — il désignait par là les barbares — seront chassés de cette contrée, victimes de leurs propres fureurs; s’il demeure une partie de cette bande, si elle n’est pas entièrement expulsée, si Typhon habite encore le royal palais, ne va pas cependant révoquer en doute les promesses des dieux. Voici d’ailleurs un autre signe: quand nous aurons purifié, par l’eau et par le feu, l’air qui entoure la terre et que souille la respiration de ces impies, alors, crois-le bien, le reste des coupables sera puni, Typhon chassé, et aussitôt partout renaîtra l’ordre. Les flammes et les foudres nous servent pour l’expiation des prodiges sinistres. »
A dater de ce jour la tristesse de l’étranger se changea en joie; il attendit, sans impatience, que le cours des événements fût accompli, puisqu’à cette condition seulement il devait être témoin de l’intervention des dieux : car, humainement, était-il possible de supposer que des bandes armées, habituées, même en temps de paix, à porter l’épée, seraient vaincues sans avoir trouvé d’adversaires? L’étranger se demandait comment s’opérerait cette révolution, et il ne pouvait le deviner. Mais bientôt, quand des rites grossiers, impurs, contraires à la religion nationale, et qu’une loi antique reléguait loin des cités, pour soustraire les populations au contact de l’impiété, eurent été introduits par Typhon, non pas de son plein gré, car il redoutait l’indignation du peuple Égyptien, mais pour contenter les barbares; quand il leur eut donné un temple dans la ville, au mépris des lois du pays, alors l’étranger pensa que c’était une des prédictions du dieu qui se réalisait, et il se dit que prochainement il allait voir s’accomplir les autres. Il attendait donc les événements qui devaient se produire, comme il l’avait appris, les uns du temps d’Osiris, les autres dans l’avenir, quand le jeune Horus songerait à prendre pour allié le loup plutôt que le lion. Que faut-il entendre par le loup? C’est un mystère qu’il n’est pas permis de divulguer, même sous les voiles d’une fable.2
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Il est difficile de ne pas croire que Synésius a voulu se représenter lui-même sous les traits de ce philosophe orateur et poète. ↩
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Voici le sens de ces allégories. Le sceptre des rois d’Égypte se compose d’un bâton surmonté d’une tête de quadrupède. L’un de ces sceptres a la tête de Set-Typhon. Quand Synésius dit que le sceptre des Égyptiens doit élever les griffes des bêtes féroces et abaisser la tête des oiseaux sacrés, la première partie de la phrase semble se rapporter à cette conception du dieu Typhon-Set, représenté sous forme de bête régnant et soulevant dans ses griffes le sceptre égyptien à tête de bête. La seconde partie se rapporte à Hor-épervier et à Osiris-vanneau, oiseaux sacrés, qui, vaincus par Typhon, sont forcés de baisser la tête. Le loup plutôt que le lion. Ὁ λύκος est le chacal d’Anubis. Anubis le chacal fut en effet l’allié d’Horus dans les guerres typhoniennes. Au sujet du lion, il y a dans les textes égyptiens deux données contraires. Dans certaines écoles le lion représente le soleil bienfaisant, allié et incarnation du dieu bienfaisant; dans certaines autres il représente le soleil dévorant, allié et incarnation du dieu malfaisant. La légende que Synésius résume prêtait au lion un caractère typhonien. Nous devons les explications que nous venons de donner à l’obligeance de M. Maspero, professeur de philologie et d’archéologie Egyptiennes au Collège de France. ↩