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So sarge auch du, o Mensch, dich ein! „Zieh den alten Menschen mit seinem Tun aus und zieh einen S. 227 neuen an!“ Dein Sarg, deine Hülle ist Christus, der dich schützen und bergen mag an schlimmem Tag. Willst du's vernehmen, daß er dir eine Schutzhülle ist? „In meinem Köcher“, versichert er, „schütze ich ihn“. Dein Sarg ist der Glaube. Fülle ihn mit den Wohlgerüchen deiner Tugenden, d.i. der Keuschheit, der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit, und tritt ganz ins Innere des Glaubenslebens ein, das vom süßen Wohlgeruch herrlicher Taten duftet! In diesen Glauben gehüllt, treffe dich die Stunde des Scheidens von diesem Leben, auf daß deine Gebeine mit Mark sich füllen und „wie ein wohlgetränkter Garten“ seien, der rasch in frischem Grün ersteht! Erkenn deinen Sterbetag, wie auch Paulus ihn kannte, da er beteuert: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt: hinterlegt ist mir die Krone der Gerechtigkeit“. So also sargte Paulus wie ein guter Phönix sich ein und erfüllte seinen Sarg mit dem Wohlgeruche des Martyriums.
