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Wir können sonach die Existenz nicht bloß eines zweiten, sondern auch eines dritten Himmels nicht in Abrede stellen, nachdem doch auch der Apostel nach Ausweis seiner Schriften versichert, in den dritten Himmel entrückt worden zu sein1. Auch David führt „die S. 55 Himmel der Himmel“ im Chor der gottlobenden Wesen auf2. Ihn nachäffend brachten die Philosophen3 die Idee einer harmonisch erklingenden Bewegung von fünf Sternen (Planeten) sowie des Mond- und Sonnenballes auf4, mit deren Sphären oder besser Bällen das Universum in enger Beziehung stehen soll. Diesem, wie sie glauben, eingefügt und gleichsam eingegliedert, seien sie in rückläufiger Bewegung begriffen und erlitten wegen ihrer Gegenbewegung zu den übrigen (Himmelskörpern) einen Zusammenstoß. Durch diesen Anprall nun sowie durch die Bewegung der Sphären selbst entstehe ein süßes Tönen voll Lieblichkeit und Kunstmäßigkeit und entzückendem Wohlklang. Bei ihrer gewaltsamen Teilung löse nämlich die Luft infolge einer kunstgerechten Bewegung, welche die hohen und tiefen Töne melodisch ausgleiche, mannigfache Harmonien voll Ebenmaß aus, so daß sie jegliche Lieblichkeit musikalischen Sanges überböten.
