Kap. 2 (Er verließ alles und faßte den Vorsatz, Gott zu dienen, im Alter von über dreißig Jahren).
1 Und bald gab er aus dem innersten Mark seiner Seele alle Hoffnung, die er auf die Welt hatte, preis; keine Gattin, nicht Kinder nach dem Fleisch, nicht Reichtum, nicht S. 29Ehren der Welt wollte er mehr, sondern beschloß, Gott mit seinen Freunden zu dienen, sich bemühend in jener kleinen Herde und aus ihr zu sein, welche der Herr also anredet: „Fürchtet euch nicht, du kleine Herde, denn es ist der Gnadenwille eures Vaters, euch das Reich zu geben. Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen; macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden, einen Schatz im Himmel ohne Schwund“ usw.
2 Auch das andere Wort des Herrn begehrte der heilige Mann zu tun: „Wenn du vollkommen sein willst, so verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen; so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir.“ Und auf dem Grunde des Glaubens trachtete er danach zu bauen — nicht Holz, Heu und Stoppeln, sondern Gold, Silber und köstliche Steine.
3 Und er war damals über 30 Jahre, und nur noch seine Mutter war am Leben, ihm anhängend und sich über seinen gefaßten Beschluß, Gott zu dienen, mehr freuend als über Enkel nach dem Fleisch; denn sein Vater war schon früher gestorben. Er kündigte auch den Schülern, die er als Rhetor unterrichtete: sie sollten sich einen anderen Lehrer besorgen, da er Gott zu dienen sich entschlossen habe.
